Sabine Take-Camacho ist freiberufliche Fitnesstrainerin

+
Sabine Take-Camacho leitet zehn Kurse des Sportvereins DJK Olympia Drensteinfurt.

Drensteinfurt – Wenn es um Fitness- und Gesundheitskurse geht, ist sie die Expertin bei der DJK Olympia Drensteinfurt. Seit 33 Jahren ist Sabine Take-Camacho als Übungsleiterin für den Stewwerter Sportverein im Einsatz. Auch sie bekommt die Auswirkungen der Coronavirus-Ausbreitung zu spüren.

„Es ist eine völlig neue Situation für mich“, sagt die Freiberuflerin. Von einem Tag auf den anderen habe sich vieles verändert. „Ich habe einen ganz anderen Tagesablauf und hatte am Anfang Schwierigkeiten damit“, gibt Take-Camacho zu. Immerhin hatte sie, was die DJK-Kurse betrifft, Glück im Unglück. Die hatten im Januar begonnen und waren bis auf einen alle abgeschlossen, als die Landesregierung Mitte März als weitere Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie die „Zusammenkünfte in Sportvereinen“ untersagte. Dafür ruhen aktuell ihre Tätigkeiten für die Familienbildungsstätte Ahlen und Osteoporose-Selbsthilfegruppen.

Für die DJK Olympia und die Familienbildungsstätte ist Take-Camacho bereits seit 1987 tätig. Wegen ihres Ehemanns Joaquin, der in Spanien geboren ist, war sie damals nach Drensteinfurt gezogen. Gebürtig stammt sie aus Hagen. Dort war sie über einen Verein zu ihrem Beruf gekommen. „Bis zum Jugendalter war ich Leistungsturnerin“, sagt Take-Camacho. Sie erwarb den Gruppenhelfer- und den Jugendleiterschein und absolvierte eine Ausbildung zur Kampfrichterin im Leistungsturnen.

Durch Peter Sacher, der damals Abteilungsleiter Handball bei der DJK war und auch heute noch im gleichen Haus an der Riether Straße wohnt, kam Sabine Take-Camacho mit der DJK in Kontakt. „Er hat gesagt, dass der Verein noch Leute sucht, und mich an Jochen Güttler verwiesen“, erinnert sich die Übungsleiterin. Güttler, heute Ehrenvorsitzender des Vereins, engagierte sich Ende der 80er Jahre als Leiter der Breitensportabteilung.

Jazzgymnastik im Kolpinghaus

Zunächst leitete die ausgebildete Physio-Fitnesstrainerin die Jazzgymnastik im Kolpinghaus (heute Pizzeria La Piccola) an der Marienstraße. „Die Gruppe habe ich direkt 1987 übernommen. Danach wurden kleine Gruppen im Altenheim und in den Räumen der evangelischen Kirche aufgebaut.“ Dazu zählten Fitness- und Präventionskurse sowie Schwangerschafts- und Säuglingsgymnastik.

Es folgte der Wechsel in die Räume der Praxis Salomon am Amtshofweg und die Dreingau-Halle. „Es wurde immer mehr“, sagt Take-Camacho. Pilates, ein Fitnesstraining mit gymnastischen Übungen oder speziellen Übungsgeräten, kam dazu. Nach dem Bau der Gymnastikhalle an der Kardinal-von-Galen-Grundschule finden alle Angebote am Windmühlenweg statt.

Meistens abends im Einsatz

In der Regel arbeitet Take-Camacho zirka 18 Stunden pro Woche freiberuflich. In Ahlen leitet sie bis zu acht Kurse, in Drensteinfurt war sie zuletzt für zehn zuständig. Für die DJK ist sie meist abends im Einsatz. „Mein Mann ist das gewohnt“, sagt sie. Die verschiedenen Kurse starten dreimal im Jahr und beinhalten jeweils zehn Termine. Im Präventionsbereich gibt es bis zu 15 Teilnehmer pro Kurs, im Fitnessbereich sogar bis zu 20. Insgesamt leitet Take-Camacho rund 150 Personen im Alter ab 30 Jahren aufwärts an. Das Gros, das die DJK-Angebote in diesem Bereich nutzt, sind Wiederholungstäter. „Ich habe einen Grundstamm“, sagt sie. Willkommen sind aber auch Nichtmitglieder. Bei regelmäßiger Teilnahme gebe es von den meisten Krankenkassen einen Zuschuss.

Einen Lieblingskurs hat Sabine Take-Camacho, deren bevorzugtes Reiseziel Spanien ist, nicht. „Ich mache alles ganz gerne“, sagt sie. Aber: „Beim Aerobic kann ich gut mitmachen.“ Momentan geht das natürlich nicht. In der Corona-Zwangspause hält sie sich anderweitig in Form. „Ich erledige zurzeit alles möglichst zu Fuß und walke sehr viel.“ Außerdem absolviert die Drensteinfurterin ein kleines, eigenes Fitnessprogramm. Und sie verbringt viel Zeit mit Gartenarbeit. Im Internet und mithilfe von Büchern bildet sie sich weiter. Eigentlich besucht die Mutter einer Tochter im Frühjahr regelmäßig eine Fitnessmesse, aber auch die ist wegen Covid-19 verschoben worden.

Kurse wären nach den Ferien gestartet

„Ich hoffe, dass es bald wieder losgeht“, sagt Take-Camacho. „Normalerweise wären die neuen Kurse nach den Osterferien gestartet. Wenn es im Mai losgeht, ist es gut auszuhalten.“ Ansonsten muss die Freiberuflerin auf ihr Einkommen vorerst verzichten. Eins nimmt sie aus der aktuellen Situation auf jeden Fall mit: Die Branche, in der sie arbeitet, sei „nicht systemrelevant“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare