Fußball

Sven Kuschel ist zurück beim Heimatklub

Meister wurde Sven Kuschel (hinten) als Trainer in der Saison 2013/14 mit der zweiten Mannschaft des SV Rinkerode. Foto: Kleineidam
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Meister wurde Sven Kuschel (hinten im schwarzen Shirt) als Trainer in der Saison 2013/14 mit der zweiten Mannschaft des SV Rinkerode.

Einer geht, zwei kommen: Nach dem Weggang von Roland Jungfermann zur Warendorfer SU wird ein Duo die Kreisliga-A-Fußballer des SV Rinkerode trainieren. Sven Kuschel und Jörg Raabe-Staljan, zwei ehemalige Spieler des Klubs, übernehmen. Kuschel, der als Coach zurückkehrt, freut sich auf die Aufgabe.

Rinkerode – „Es ist irgendwie ein eigenartiges Gefühl, sonntags oder auch unter der Woche nicht mehr auf dem Fußballplatz zu stehen“, sagt der 37-Jährige angesichts der Zwangspause, die das Coronavirus den Fußballer eingebrockt hat. Und: „Es ist für uns ein bisschen schwierig, die Vorbereitung zu planen. Die Vorfreude wird getrübt, weil wir nicht so richtig wissen, wann fangen wir an, wie gestalten wir die Vorbereitung attraktiv. Nur Training macht ja auch keinen Bock. Das wird eine Herausforderung für uns.“

Kuschel, der als Projektleiter bei einer Versicherung arbeitet, kennt die Strukturen beim SVR. Er wohnt in Rinkerode und hat für den Sportverein gespielt – zunächst als Minikicker. „Ich habe tatsächlich mal ein Jahr beim SV Drensteinfurt gespielt in der Jugend“, sagt er. Danach lief er aber bis etwa zum 30. Lebensjahr wieder für den SVR auf.

Vom Spielertrainer zum Coach

Zunächst als Spielertrainer übernahm Kuschel zusammen mit Dirk Schleuter die zweite Mannschaft. „Für mich hat es keinen Sinn gemacht. Entweder machst du den Trainer oder bist Spieler. Daher habe ich mich irgendwann entschlossen, als Trainer an Rand zu gehen.“ Drei Jahre coachte er die Reserve, schaffte mit ihr in der Saison 2013/14 als Meister den Aufstieg in die Kreisliga B.

Im Anschluss kümmerte sich Kuschel zwei Spielzeiten um die A-Jugend des SVR. „Ich bin mit denen beide Male in die Leistungsliga hochgegangen, was für Rinkerode ja super war“, blickt er zurück. Seit 2017 ist er im Besitz der B-Lizenz. In dem Jahr wechselte er den Verein, wurde Trainer der B-Junioren von Wacker Mecklenbeck. „Ich wollte woanders ein bisschen Stallgeruch annehmen, mal schauen, wie andere Vereine arbeiten, und im Raum Münster reinschnuppern.“ Ein Bekannter vermittelte. „Ich hatte zwar andere lukrative Angebote, habe aber den Freundschaftsweg gewählt.“ Mit Mecklenbeck wurde Kuschel Vierter in der Leistungsliga. Seit der Saison 2018/19 war er Coach der A-Junioren des TuS Hiltrup. In der ersten Saison ging es in der Leistungsliga um Punkte, in der abgelaufenen wurde die Qualifikation knapp verpasst.

Gleichberechtigtes Duo

Beim SV Rinkerode werden Sven Kuschel und Jörg Raabe-Staljan als gleichberechtigtes Trainerduo agieren. „Das war von uns beiden der Wunsch. Jörg ist ein guter Freund, von daher waren wir immer in Kontakt. Wir wollten schon immer irgendwas zusammen machen, hatten aber eigentlich eine A-Jugend im Auge, ein bisschen höherklassig. Dann hat sich das mit Rinkerode ergeben.“ Beide haben lange Zeit zusammen beim SVR gespielt und wollen die Aufgabe daher auch zusammen angehen. „Viele sagen, dass man einen Haupt-Ansprechpartner braucht und einen Co-Trainer. Das sehen wir nicht so. Wir glauben, dass wir beide das gleichberechtigt ganz gut machen können und dass es von den Spielern gut angenommen wird.“ Der eine habe ein bisschen mehr Lebenserfahrung, der andere ein bisschen mehr Trainererfahrung. „So ergänzt sich das, glaube ich, ganz gut“, sagt Kuschel.

Neuzugänge

Er kündigt externe und interne Neuzugänge an. „Der Kader wird auf jeden Fall breiter. Wir werden uns qualitativ mit ein paar Spielern verstärken.“ Auch der Nachwuchs erhalte eine Chance. „Drei A-Jugendliche werden wir definitiv mit in den Kader der ersten Mannschaft nehmen. Wir glauben, dass sie eine gute Rolle spielen und sich positionieren können in den nächsten Jahren. Sie müssen sich ja erst mal gewöhnen an den Seniorenfußball“, sagt Kuschel.

Was das Spielsystem angeht, hat das Trainerduo klare Vorstellungen. „Jörg und ich haben schon ein favorisiertes System. Das haben wir den Jungs klar kommuniziert. Wir lassen offensiv 4:2:3:1 spielen. Das System kannst du sehr variabel ausbauen. Du stehst relativ kompakt im Zentrum, defensiv 4:4:2“, erklärt Kuschel. Ob ein weiteres System einstudiert wird, weiß Kuschel noch nicht. „Ich glaube, dass du im Kreisliga-Fußball gar nicht so viele Systeme anwenden brauchst.“

„Klasse ist definitiv da“

Der 37-Jährige ist überzeugt, dass der SVR sich nach Platz zwölf in der dritten und letzten Saison unter Roland Jungfermann steigern wird. „Die Breite im Kader war zuletzt nicht zu 100 Prozent da. Da haben wir gegengesteuert. Die Klasse ist definitiv da“, sagt er – und ist sich bewusst, dass das Team in den Jahren zuvor erfolgreich war. „Die Plätze der vergangenen Jahre waren positiv – auch durch die sehr gute Arbeit, die im Vorstand um Burkhard Weber geleistet wird, und durch die glückliche Trainerwahl.“ Rinkerode gehört für Kuschel in die Kreisliga A. „Ich habe nicht die Erwartungshaltung, dass wir um den Aufstieg in die Bezirksliga mitspielen werden. Wir wollen uns als Mannschaft weiterentwickeln und dann schauen wir mal. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre schön. Davon gehe ich auch aus. Aber man weiß nie, was andere Vereine so machen.“

Der SVR habe einen kleinen Umbruch hinter sich mit dem Weggang von Torjäger Jan Hoenhorst zum SV Herbern und dem Wechsel von Maximilian Groß zum SV Drensteinfurt sowie dem Verlust von Sandro Pietsch (BSV Roxel) eine Saison zuvor. „Das musst du erst mal kompensieren. Und dass das nicht innerhalb von einer Saison geht, ist auch klar.“ Der Weg sei, jüngeren Spielern die Möglichkeit zu geben, im Kreisliga-Oberhaus Fuß zu fassen und sich zu beweisen. „Das wird nächste Saison so sein“, sagt Kuschel. Ihm ist klar: Die Mannschaft müsse sich an die Trainer gewöhnen, und die neuen Spieler müssten sich integrieren. „Dafür wäre eine normale Vorbereitung optimal“, betont Kuschel. Klagen will er aufgrund der ungewöhnlichen Situation aber nicht. „Es ist nun mal so wie es ist.“

Eindruck verschafft

Trainingsauftakt beim SVR wäre normalerweise nach dem Schützenfest. Auch das fällt natürlich aus. Freundschaftsspiele wird es aufgrund der Corona-Maßnahmen vorerst nicht geben, die Saison startet wohl frühestens im September. „Wenn dann nur über einen Kaltstart“, glaubt Sven Kuschel. „Das erlebt man auch nicht alle Tage. Wir werden das Beste draus machen. Das Gute ist, dass die Jungs ja alle so vernünftig sind, dass sie es ganz gut einordnen können.“ Größtenteils habe er sie irgendwann mal in der Jugend trainiert. „Jetzt sind natürlich ein paar Auswärtige dazugekommen in den letzten drei Jahren, die ich nicht so gut kenne. Aber ich war ja durchaus sonntags mal auf dem Sportplatz, um zu schauen, wie die Jungs spielen. Da ist man mit dem einen oder anderen schon mal ins Gespräch gekommen.“ Viel lieber würde Sven Kuschel aber auf dem Trainingsplatz mit den Spielern sprechen.

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