Handball

„Abbruch alternativlos“: HSG beinahe Bezirksliga-Aufsteiger

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Yannick Pannott belegt mit der HSG Ascheberg/Drensteinfurt im Endklassement den fünften Platz. Das Team ist an einer Wildcard vorbeigeschrammt.

Drensteinfurt – Der Handballverband Westfalen (HVW) hat beschlossen, die Saison 2019/2020 abzubrechen, und Klarheit geschaffen, wie die Ergebnisse gewertet werden. Die Kreisliga-Männer der HSG Ascheberg/Drensteinfurt verpassen eine Wildcard, die zweite Mannschaft erhält die Chance aufzusteigen.

Eine Quotientenregelung, keine Absteiger und Wildcards für Teams, die den Aufstieg mit einer „möglichen Wahrscheinlichkeit“ noch aus eigener Kraft hätten schaffen können: Der Handballverband Westfalen (HVW) hat beschlossen, die Saison 2019/2020 wegen der Covid-19-Pandemie abzubrechen, und Klarheit geschaffen, wie die bisherigen Ergebnisse gewertet werden. Der Handballkreis Münsterland schließt sich dem Beschluss des HVW an. Der WA hat bei den Verantwortlichen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt nachgefragt, was sie von den Regelungen halten.

Erste Mannschaft

„Der Abbruch ist alternativlos“, sagt Volker Hollenberg, Trainer der Spielgemeinschaft, die die DJK Olympia Drensteinfurt und der TuS Ascheberg bilden. „Aus meiner Sicht können wir froh sein, wenn im September die neue Saison planmäßig starten kann.“

Die Kreisliga-Handballer der HSG haben durch die Quotientenregelung (siehe Infokasten unten) zwar noch Adler Münster überholt, weil sie bis zum Stopp des Spielbetriebs Mitte März zwei Spiele weniger absolviert hatten, und sich dadurch vom sechsten auf den fünften Platz verbessert. Doch am Aufstieg in die Bezirksliga schrammten die Jungs von Hollenberg vorbei. Zwei Punkte mehr und die HSG hätte eine Wildcard erhalten – und damit die Möglichkeit, in der nächsten Saison eine Liga höher zu spielen. Der BSV Roxel ist Meister in der Kreisliga 2, die zweiten Mannschaften von Kinderhaus und Senden erhalten ebenso eine Wildcard wie der SC Nordwalde.

„Die Quotientenregelung scheint eine faire Vorgehensweise zu sein“, sagt Hollenberg, der seit 2011 für die erste Mannschaft der Spielgemeinschaft verantwortlich war. „Auch die Wildcards und der Nichtabstieg machen Sinn; hier können die betroffenen Vereine ja selbst entscheiden, ob sie das wahrnehmen wollen.“ Da durch vermehrte Aufstiege und Nichtabstiege die Ligen teilweise deutlich aufgestockt werden, werden aus Sicht von Hollenberg „mindestens zwei Spielzeiten benötigt, um die ursprünglichen Klassenstärken wiederherzustellen. Bei nur einer Saison käme es zu Massenabstiegen, was der Spannung in der zweiten Saisonhälfte nicht zuträglich wäre.“

HSG-Frauen

Der SC Hörstel, der nur eine Partie verloren, aber auch erst 14 Spiele bestritten hatte, springt durch die die Quotientenregelung von Rang drei auf eins und ist Meister der Frauen-Kreisliga 1. Den Wildcard-Inhabern Falke Saerbeck, Ibbenbürener SpVg 08 III, Eintracht Mettingen und Warendorfer SU wird die Chance eingeräumt, ebenfalls aufzusteigen. Für die Handballerinnen der HSG ändert sich nichts, sie beenden die Saison an achter Stelle.

„Sie haben das Beste draus gemacht“, sagt HSG-Coach Heinz Huhnhold zu den Regelungen des Verbandes und spricht von einer „gerechten“ Lösung. Dass die Saison abgebrochen wurde, war auch für den Hammer keine Überraschung. „Ich finde es gut. Jetzt weiß man, wo man dran ist, und kann sich auf die nächste Saison vorbereiten“, sagt Huhnhold. In der wird er die Männer der HSG trainieren.

Zweite Mannschaft

Die Zweitvertretung der Männer – Coach ist Abteilungsleiter Carsten Gburek – profitiert von der Entscheidung, das Wildcards verteilt werden. Ascheberg/Drensteinfurt II wurde mit zehn Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen in der 2. Kreisklasse 2 Tabellenzweiter hinter dem souveränen Meister TV Emsdetten IV und darf in die höchste Kreisklasse aufsteigen. Die Mannschaft werde sich sicherlich in den nächsten Tagen Gedanken machen, ob sie das Angebot annimmt, so HSG-Pressesprecher Oliver Sevenich.

Noch ist vier Wochen Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Die Meldungen der Seniorenmannschaften auf Kreisebene müssen bis Mittwoch, 20. Mai, beim Handballkreis Münsterland eingegangen sein. Wie sich die Ligen für die Saison 2020/2021 zusammensetzen, entscheidet sich, nachdem die Meldungen eingegangen sind. Fest stehe jedoch, dass die angedachte Reform der Kreisligen (eingleisige Kreisliga, umgangssprachlich teilweise Kreisoberliga) ausgesetzt wird, teilt der Handballkreis mit. Daher würde ein jetziger Aufstieg aus den Kreisligen in die Bezirksligen erfolgen. Mit den Auf- und Abstiegsregelungen der Serien 2020/21 und 2021/22 soll der Spielbetrieb wieder auf die reguläre Zahl an Mannschaften je Staffel zurückgeführt werden.

Jugendspielbetrieb

Für Jugendteams, deren Saison bereits Mitte März beendet worden war, müssen vorerst keine Meldungen abgegeben werden. „Wir können derzeit noch nicht sagen, wie der Jugendspielbetrieb für 2020/21 organisiert wird“, heißt es. „Diese Entscheidung wird nachträglich gefällt und erfolgt unter der Berücksichtigung der Entscheidungen innerhalb des HVW.“

Ehrungen und Kreispokal

Die Ehrungen der Staffelsieger sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenbereich erfolgt zu mit den betroffenen Vereinen abgestimmten Terminen. Die Pokalwettbewerbe im Handballkreis Münsterland werden ohne Wertung beendet.

Quotientenregelung und Wildcards

Die Wertung der vorzeitig beendeten Saison 2019/20 erfolgt nach dem „norwegischen Modell“. Genau wie von der Ober- bis zur Landesliga gilt also im Handballkreis Münsterland die Quotientenregelung. Das heißt: Die erzielten Punkte werden durch die bis zum 12. März absolvierten Spiele dividiert, mit 100 multipliziert und auf die erste Stelle nach dem Komma gerundet. Während auf Verbandsebene Wildcards für zusätzliche Aufstiegsplätze nach einem bestimmten Schlüssel (maximaler Rückstand auf den letzten ursprünglichen Aufstiegsrang: 39,9) verteilt wurden, haben die Kreise es selbst in der Hand, über Wildcards zu verfügen. Der Vorstand des Münsterland-Kreises hat sich darauf geeinigt, die Berechnungen des Verbandes zu übernehmen. bop

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