Urteil gefallen

Rassismus-Vorwurf „vom Tisch“: SVD-Spieler trotzdem für zwei Spiele gesperrt

Der SV Drensteinfurt hat Einspruch eingelegt, damit das Urteil geändert wird.
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Der SV Drensteinfurt hat Einspruch eingelegt, damit das Urteil geändert wird.

Es ist ein Urteil, das einerseits für Erleichterung und Beruhigung beim SV Drensteinfurt sorgt, andererseits aber auch für Unverständnis. Der Akteur des Fußball-Bezirksligisten, der Mitte September im Auswärtsspiel gegen den TuS SG Oestinghausen (0:4) zwei Spieler der Gastgeber schwer beleidigt haben soll, ist vom Verbandssportgericht von der Anschuldigung freigesprochen worden. Dennoch muss er zwei Partien pausieren. 

Drensteinfurt – „Der Rassismus-Vorwurf ist vom Tisch“, sagt SVD-Trainer Volker Rüsing. Er ist heilfroh, dass sich das Thema nach der schriftlichen Anhörung der betreffenden Spieler erledigt habe. Verwundert ist Rüsing allerdings, dass der beschuldigte Spieler trotzdem wegen „unsportlichen Verhaltens“ für zwei Spiele gesperrt wurde. „Er ist verurteilt worden, weil es Wortwechsel auf dem Platz gegeben hat und wir ihn ausgewechselt haben“, sagt der Coach. Dabei habe das Trainerduo ihn ausgewechselt, da der Spieler die Gelbe Karte gesehen hatte und ein Platzverweis verhindert werden sollte. „Wir haben ihn ja nicht ausgewechselt, um ihn vor sich selbst zu schützen. Das hatte einen taktischen Hintergrund“, erklärt Rüsing. Der Coach ist ganz klar der Meinung: „Es steht Aussage gegen Aussage. Dass er auch noch persönlich belangt wird und die Verfahrenskosten zu tragen hat, dafür fehlt mir jegliches Verständnis.“

Dass er auch noch persönlich belangt wird , dafür fehlt mir jegliches Verständnis.

Volker Rüsing

Im Spielbericht hatte der Schiedsrichter keine rassistischen Beleidigungen vermerkt. Dennoch wurde die Angelegenheit, die nach der Partie natürlich hochkochte, von Oestinghauser Seite zunächst an den Staffelleiter Herbert Nüsken (Hamm) und dann an das Sportgericht des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) weitergeleitet. Nun steht das Urteil fest.

Falsche Formulierung im Urteil des Sportgerichts

Das muss laut dem 1. Vorsitzenden des SVD, Thomas Klein, allerdings noch geändert werden. Denn „in der Begründung steht immer noch der Rassismus-Vorwurf. Wir haben am Mittwoch Einspruch eingelegt, damit das im Urteilsspruch geändert wird“, sagt Klein. Das zuständige Mitglied des Verbandssportgerichts sei zurzeit unglücklicherweise im Urlaub. „Deswegen konnten wir das auf telefonischem Weg nicht klären“, sagt Klein. Die Angelegenheit läuft über das DFBnet-Postfach.

Wir haben Einspruch eingelegt, damit das im Urteilsspruch geändert wird.

Thomas Klein

Der SVD, der die Verfahrenskosten für den Spieler übernimmt – die Höhe ist Klein zufolge noch unklar –, hatte auch Einspruch gegen die Sperre eingelegt, doch die wurde vom Verbandssportgericht, dem höchsten Sportrechtsorgan des FLVW, abgewiesen. Die Hälfte der Sperre hat der Akteur allerdings schon abgesessen. In der Partie beim Schlusslicht Westfalen Liesborn (5:4-Sieg) musste er am Freitagabend aussetzen. Damit fehlt er nur noch im Heimspiel gegen den SuS Cappel am Sonntag, 17. Oktober (15 Uhr).

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