Fußball

Das kurzes Intermezzo von Raphael Northoff

Raphael Northoff (rechts) absolvierte sechs von sieben Spielen in der Landesliga für den SV Drensteinfurt. Unter anderem traf er mit dem Aufsteiger Mitte September auf die IG Bönen, die Partie ging mit 2:6 deutlich verloren.
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Raphael Northoff (rechts) absolvierte sechs von sieben Spielen in der Landesliga für den SV Drensteinfurt. Unter anderem traf er mit dem Aufsteiger Mitte September auf die IG Bönen, die Partie ging mit 2:6 deutlich verloren.

Am 7. August gab er im Testspiel gegen den SV Bösensell sein Debüt im Trikot des SV Drensteinfurt, am 25. Oktober absolvierte Raphael Northoff bereits sein letztes Spiel für den Fußball-Landesligisten. Für den 23-Jährigen aus Ahlen war es ein Intermezzo beim SVD – eins, das noch kürzer als geplant war.

Drensteinfurt – „Alles echt erschreckend, wie es gelaufen ist. Es fing an mit dem Spiel gegen Bönen und dann wurde es noch wilder“, sagt Northoff rückblickend.

Vier Monate trainierte und spielte er beim SVD. Sechs der sieben Landesliga-Spiele absolvierte er, alle von Beginn an. Viermal wurde er ausgewechselt, zweimal spielte er durch: bei Eintracht Ahaus (1:2-Niederlage) und gegen die IG Bönen (2:6). Insgesamt kam Northoff auf rund 450 Minuten Spielzeit. Ein Tor gelang ihm dabei nicht. In der Partie beim SC Altenrheine (0:2) fehlte er verletzt. „Ich hatte Probleme mit dem Schambein, schon während meiner Zeit in den Staaten“, erläutert der Mittelfeldakteur, der sein Bachelor-Studium in den USA abschloss. Das habe sich durch die Saison gezogen. Auch bei der 1:3-Pleite in der 2. Runde des Kreispokals gegen den A-Kreisligisten DJK SV Mauritz in Münster war Northoff nicht dabei.

Bei jeder Einheit herrschte eine extrem gute Laune auf dem Platz.

Raphael Northoff

Seine Zeit beim SVD hat er trotzdem als „sehr, sehr positiv“ erlebt. Sich zu integrieren, sei nicht schwer gewesen. „Ich kannte ja schon ein paar Jungs“ – unter anderem Alexander und Maximilian Schulze-Geisthövel. Das Erlebte habe die Eindrücke, die er schon vorher hatte, bestätigt. „Es war eine sehr lockere Trainingsatmosphäre. Bei jeder Einheit herrschte eine extrem gute Laune auf dem Platz.“ Alles in allem spricht Raphael Northoff, der in Dolberg wohnt und 2016 ein halbes Jahr mit dem Regionalliga-Kader von RW Ahlen trainierte, von einer „guten Erfahrung“ beim SVD.

Dass er und sein Team bei seinen sieben Pflichtspieleinsätze nur einen Sieg feierten, ärgert den 23-Jährigen „auf jeden Fall“. Schließlich hätten die Drensteinfurter eine „ganz gute Vorbereitung“ hingelegt. Im Test gegen Westfalenligist Westfalia Kinderhaus (1:3) hielt der SVD gut mit, und auch nach dem ersten Spieltag – zum Saisonauftakt gab es ein 1:1 gegen Altenberge – „haben wir uns gedacht, dass wir mit der Mannschaft viel rausholen können“.

Ausfall von Schlüsselspielern

Doch die Hinrunde verlief bislang sehr enttäuschend. „Es kam eins zum anderen“, sagt Northoff. „Es liegt nicht nur an den derzeitigen Umständen, aber die haben auf jeden Fall dazu beigetragen.“ Nach dem Heimspiel gegen Bönen wurde zunächst ein Akteur der Gäste und dann ein SVD-Spieler positiv auf das Coronavirus getestet, die Stewwerter mussten eine dreiwöchige Pause einlegen. In der Folge stand der eine oder andere Spieler nicht zur Verfügung. „Unter anderem mussten wir auf Schlüsselspieler wie Maximilian Schulze-Geisthövel verzichten.“ Das hat Auswirkungen auf die Tabelle: Der SVD steht nach sechs Niederlagen in Serie ganz am Ende. Zufrieden war Northoff vor allem mit seiner Leistung in Kinderhaus, das Spiel gegen Herbern (0:3) war „auf jeden Fall ein schwaches“ von ihm.

Praktika in Berlin und Düsseldorf

Seit Januar ist Northoff für ein dreimonatiges Praktikum in Berlin, von April an absolviert er ein weiteres in Düsseldorf. Daher wird er höchstwahrscheinlich kein Spiel mehr für den SVD bestreiten. „So war es ja auch geplant“, erklärt der Ahlener. Eventuell werde er im Notfall aushelfen, sollte die Meisterschaft überhaupt fortgesetzt werden.

Den Drensteinfurtern traut er trotz des schwachen Starts den Klassenerhalt zu. „Ich bin der Überzeugung, dass es möglich ist, wenn sie weiter mit der gleichen Einstellung auftreten. Ich fand es immer beeindruckend, wie die Mannschaft die Niederlagen hingenommen hat.“

Wie es für ihn als Fußballer weitergeht? „Ich habe drüber nachgedacht, ein bisschen zu switchen und möglicherweise Hallenfußball, also Futsal, zu spielen“, sagt Raphael Northoff. In Corona-Zeiten ist allerdings auch Futsal keine Alternative. Denn wenn auf den Sportplätzen nicht gespielt werden darf, ist die Halle erst recht Sperrgebiet.

Das sagt Trainer Logermann über Northoff

Oliver Logermann, Trainer des SV Drensteinfurt, kann über Raphael Northoff nur Gutes erzählen. „Es hat mich gefreut, dass wir so einen Spieler ein paar Monate bei uns gehabt haben“, sagt Logermann. „Von den Anlagen ist er einer der besten Spieler, die ich bislang trainiert habe.“ Für Logermann ist der 23-Jährige „vom Format mit Sicherheit ein Westfalenliga-, wenn nicht sogar Oberligaspieler“. Allerdings sei er in seiner Zeit beim SVD „leider nicht so wirklich fit gewesen“. Trotz der Probleme mit seinem Schambein habe Northoff dem Team „sehr weitergeholfen“, sagt Logermann. Auch menschlich sei der Ahlener ein „ganz feiner Kerl“, zudem „sehr zuverlässig“.

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