Voltigieren

Philip Goroncy siegt beim Preis der Besten in Warendorf – Für die WM nominiert

Glücklich nach dem Sieg beim Preis der Besten in Warendorf: Philip Goroncy aus Drensteinfurt mit seiner Trainerin Antje Döhnert (auch an der Longe). Foto: Goroncy
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Glücklich nach dem Sieg beim Preis der Besten in Warendorf: Philip Goroncy aus Drensteinfurt mit seiner Trainerin Antje Döhnert (auch an der Longe).

Großer Erfolg für Philip Goroncy: Der Voltigierer aus Drensteinfurt hat sich beim Preis der Besten in Warendorf durchgesetzt und ist für die Junioren-Weltmeisterschaften vom 28. Juli bis 1. August nominiert worden. „Philip Goroncy war ja vorher schon im NK-1-Kader und hat seine Leistung bestätigt“, sagte Bundestrainer Kai Vorberg.

Drensteinfurt/Warendorf – Philip Goroncy hat seiner Vita als erfolgreicher Sportler ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Nach dem Titelgewinn bei den Westfälischen Meisterschaften der Junioren 2019 und Platz zwei bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im gleichen Jahr triumphierte der junge Drensteinfurter am Wochenende beim Preis der Besten in Warendorf. Zudem wurde er für die Junioren-Weltmeisterschaften Ende Juli in Frankreich nominiert.

Der 18-Jährige, der für den Landesverband Westfalen startete, lag nach vier Durchgängen mit 7,908 Punkten souverän an der Spitze des Feldes. Sechs Sportler hatten sich für den Wettbewerb in der Springhalle des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) qualifiziert. Bei der Regionalsichtung, die Mitte April in Hamburg war, war bereits ausgesiebt worden. „Dort durften nur diejenigen starten, die im Vorjahr eine bestimmte Note erreicht haben bei gewissen Turnieren“, erklärt Goroncy. Er war durch seinen Platz im ersten Nachwuchskader für den Preis der Besten gesetzt.

Döhnert an der Longe

In Warendorf sicherte er sich nach dem dritten Rang vor zwei Jahren seinen ersten Sieg. Er führte die Übungen auf dem 16-jährigen Fuchs-Wallach Hendrikx vor, den Antje Döhnert an der Longe im Zirkel vorstellte. Das Trio war bereits bei den Westfälischen Meisterschaften in Brakel 2019, als Goroncy den Titel im Einzel gewann, und bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Krumke (Sachsen-Anhalt), als er Zweiter wurde, erfolgreich gewesen.

„Ich würde schon sagen, dass es mein größter Erfolg ist“, sagte Goroncy auf Anfrage des WA. Der Preis der Besten habe bei den Junioren den gleichen Stellenwert wie die Deutschen Meisterschaften. „Außerdem ist es die Qualifikation für die Welt- und Europameisterschaften.“

Vier Umläufe (jeweils zweimal Pflicht und Kür) waren in der Kreisstadt zu absolvieren. „Am Anfang war es relativ knapp, aber mit der letzten Kür konnte ich mich weit absetzen von den anderen“, berichtete der Gewinner der goldenen Schärpe. Am Freitag hatte er sich im Training vor Ort „noch mal ein bisschen vorbereiten können. Es ist ja schon ein Unterschied, wenn man wirklich im Wettkampf-Zirkel ist.“ Für Samstag waren ein Pflicht- und ein Kür-Durchgang angesetzt, für Sonntag ebenfalls. Dass Gorony, Döhnert und Hendrikx ein eingespieltes Team sind, war nicht zu übersehen. „Es hat ganz gut geklappt“, sagt der 18-Jährige, der beim RV Drensteinfurt mit dem Voltigieren begann, dann zum RV Herbern wechselte und mittlerweile für den RV Wehdem-Oppendorf startet, etwas bescheiden.

Vorbereitung in Oppendorf

Die Vorbereitung auf den Preis der Besten sei „nicht ganz so optimal“ gewesen. „Es war ein bisschen schwierig. Ich habe drei Wochen vorher auch noch meine Weisheitszähne rausbekommen.“ Ein- bis zweimal pro Woche ging es zum Training auf der Anlage in Oppendorf (Kreis Minden-Lübbecke). Die Fahrzeit pro Strecke: eine Stunde und 20 Minuten. Ansonsten trainiert Goroncy noch in Herbern.

Die Westfälischen Meisterschaften, die eigentlich vor den Junioren-Weltmeisterschaften stattgefunden hätten und eine gute Vorbereitung auf die Titelkämpfe gewesen wären, wurden Corona-bedingt verschoben. Auch die Deutschen Meisterschaften sind geplant, allerdings ebenfalls nach der WM.

Es war mein Ziel, einmal auf einem Championat zu starten. Dass es jetzt die Weltmeisterschaft wird, ist natürlich noch cooler.

Philip Goroncy

Dass Philip Goroncy nominiert wird, war abzusehen, nachdem er im vergangenen Herbst erstmals in den ersten Nachwuchskader der Einzelvoltigierer aufgenommen worden war. Trotzdem ist er natürlich glücklich, jetzt Gewissheit zu haben. „Auf jeden Fall – auch wenn die Chancen gut standen“, sagt er. „Man kann sich ja eh nie sicher sein. Vielleicht verletzt man sich oder mit dem Pferd stimmt was nicht.“

Bei den Herren wurden die ersten drei vom Preis der Besten nominiert. „Bei den Damen dagegen nicht. Die Verantwortlichen machen es davon abhängig, wie gut sie einen finden.“ Manchmal gebe es ja auch bei den wichtigen Wettbewerben nicht gerechtfertigte Noten, erklärt Goroncy. Er war in Warendorf mit den Noten in allen Durchgängen „sehr zufrieden“.

Die Verfolger

Platz zwei ging an Bela Lehnen aus Moers (Rheinland). Der 16-Jährige vom VV Köln-Dünnwald verbuchte nach seiner Niki-Lauda-Kür mit seinem Pferd Formel 1 d.C. – longiert von Alexandra Knauf – im Gesamtergebnis 7,584 Punkte. Rang drei ging an den 17-jährigen Simon Stolz aus Bodenheim im Landkreis Mainz-Bingen, der für den Landesverband Rheinland-Pfalz teilnahm. Der Zweitplatzierte von 2019 voltigierte mit Happy Dancer und Longenführerin Alexandra Dietrich zu 7,396 Punkten.

Im nächsten Jahr wechselt Goroncy wahrscheinlich von den Junioren in die Altersklasse U21. „So ganz sicher ist es noch nicht, wie es alles ablaufen soll. Es soll eventuell auch ein Championat geben. Es wäre natürlich schön, damit der Einstieg ins Seniorenlager ein bisschen einfacher wird“, sagt der Drensteinfurter.

Höhepunkt seiner Laufbahn

Nun fiebert er dem Höhepunkt seiner Laufbahn als Voltigierer entgegen. Die Weltmeisterschaften sollen vom 28. Juli bis 1. August im französischen Le Mans ausgetragen werden. „Bei der Europameisterschaft zu starten, wäre cool“, hatte der damals 16-Jährige nach dem Sieg bei den Westfälischen Meisterschaften 2019 gesagt. 2020 waren die Titelkämpfe wegen der Pandemie ausgefallen. Jetzt darf er sogar zur WM.

„Es ist umso schöner, dass es geklappt hat. Es war mein Ziel, das ich mir immer vorgenommen habe, einmal auf einem Championat zu starten. Dass es jetzt die Weltmeisterschaft wird, ist natürlich noch cooler“, sagt Philip Goroncy vor dem für den jungen Sportler bislang „größten Event“.

Fotos vom Wettkampf gibt es in der Mittwochsausgabe des Westfälischen Anzeigers (WA Drensteinfurt 19. Mai 2021).

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