100 Tage Abteilungsvorsitzender

Olaf Lenz: „Dauerhaft werde ich keine zwei Ämter bekleiden“

Der Vorstand der Fußballabteilung: (v.l.) Michael Reckmann (Koordinator Jugend), Tim Peters (Jugendvertreter), Karsten Peters (Kassierer), Franziska Homann (Koordinatorin Frauen), Olaf Lenz (Vorsitzender), Clemens Kuhn (Geschäftsführer) und Daniel Budde (Koordinator Männer).
+
Der Vorstand der Fußballabteilung: (v.l.) Michael Reckmann (Koordinator Jugend), Tim Peters (Jugendvertreter), Karsten Peters (Kassierer), Franziska Homann (Koordinatorin Frauen), Olaf Lenz (Vorsitzender), Clemens Kuhn (Geschäftsführer) und Daniel Budde (Koordinator Männer).

Seit 100 Tagen ist Olaf Lenz Vorsitzender der Fußballabteilung von Fortuna Walstedde. Im WA-Interview spricht der 51-Jährige, der sich auch als 2. Vorsitzender des Gesamtvereins engagiert, über wichtige Projekte und das Zuschauerverbot. Zudem verrät er, ob er sich bei der Jahreshauptversammlung als 1. Vorsitzender zur Wahl stellt.

Walstedde – Seit Ende August hat die Fußballabteilung von Fortuna Walstedde einen eigenen Vorstand. Vorsitzender ist Olaf Lenz – an diesem Sonntag (6. Dezember) seit exakt 100 Tagen. Im Interview mit dem WA spricht der 51-Jährige, der als Lehrer in Beckum am Berufskolleg arbeitet und sich auch als 2. Vorsitzender des Gesamtvereins engagiert, über wichtige Projekte, das Zuschauerverbot auf dem Sportplatz und die anstehende innovative Jahreshauptversammlung der Fortunen.

Seit 100 Tagen Vorsitzender der Fußballabteilung von Fortuna Walstedde.
Wie waren die ersten 100 Tage als Abteilungsvorsitzender?
Sie waren natürlich geprägt von der Corona-Pandemie. Sportanlage auf, Sportanlage zu, Zuschauer raus, ganz viel Hygienekonzept und zuletzt die Absage des Spielbetriebs bis zum Jahresende durch den FLVW (Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen/Anmerkung der Redaktion). Ein Großteil der Arbeit besteht auch darin, die Abteilung neu zu strukturieren und Kompetenzen zu verteilen.
Fällt das erste Resümee positiv aus?
Ja, das Abteilungsteam ist wirklich toll. Gerade mit Daniel Budde (Koordinator für den Männerfußball) ist echt ein Macher dabei. Darüber freue ich mich total.
Welche Projekte konnten trotz der Pandemie umgesetzt werden?
Zum einen sind die Kabinen renoviert worden. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Aber es drängt uns ja nichts, weil wir sowieso nicht trainieren dürfen. Dann hat der Rasenplatz die langersehnte Beregnungsanlage bekommen (mithilfe des Förderprogramms „Moderne Sportstätte 2022“). Bei der Umsetzung der Projekte haben die Mannschaften der Fußballabteilung großartigen Support geleistet, weil die Spieler ganz viele Stunden ihrer Freizeit geopfert haben.
Welche Aufgaben sind in der nächsten Zeit zu bewältigen?
Der Sportleraustausch mit Frankreich und Italien ist erst mal geplatzt, weil das zuständige Führungsteam in Ingré aufgelöst worden ist. Das Treffen hatten wir für 2021 geplant, ist aber erst mal auf Eis gelegt und wird im nächsten Jahr nicht zu realisieren sein. An der sportlichen Freundschaft über die Fußballvereine arbeiten wir aber weiter. Dann gilt es natürlich – auch wenn es den Gesamtverein betrifft –, die Aktivitäten für die Sportwoche aufzunehmen, was die Turniere anbetrifft. Damit starten wir im Januar. Erst mal wollen wir die Jahreshauptversammlung durchhaben. Wir sind auch dabei, ein Förderkonzept für die Jugend zu erstellen. Dazu werden wir, der Abteilungsvorstand Fußball, Ende Januar, wenn es die Lage zulässt, in Klausur gehen, jeden Stein einmal umdrehen und nach Optimierungspotenzial suchen. Es geht um Nachwuchsförderung und Nachwuchssichtung.
Weil die Abstandsregel auf dem Sportplatz nicht eingehalten worden war, hatte der Vorstand Ende September beschlossen, die Fußballspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Wie ist das Zuschauerverbot im Oktober bei den Mitgliedern angekommen?
Ein Feedback gab es in dem Sinne nicht. Es gab auf jeden Fall null Kritik an der Entscheidung. Letztendlich haben wir in breiter Masse Verständnis bekommen. Alle Vereine um uns herum hatten am Anfang gesagt: Die Walstedder sind mutig. Hinterher habe ich von vielen Vereinsvertretern gehört, dass Fortuna Vorreiter in dieser Sache und es kein Schnellschuss gewesen sei.
Am 13. Dezember (11 Uhr) gibt es eine Premiere: Die Jahreshauptversammlung von Fortuna Walstedde, die im Frühjahr ausgefallen war, wird digital abgehalten. Der Grund: Wichtige Entscheidungen sind zu treffen. Gibt es schon Rückmeldungen von den Mitgliedern zur neuartigen Versammlung?
Auch da habe ich durchweg positive Rückmeldungen bekommen. Alle, die sich gemeldet haben, haben gesagt, wir seien mutig und innovativ, was die Sportvereine in Drensteinfurt betrifft. Wir hätten die Versammlung ja auch auf April verschieben können. Einer hat gesagt, er wisse nicht, ob es die richtige Wahl sei. Der Austausch untereinander würde fehlen. Aber das konnte ich entkräften. Jeder kann sein Mikrofon einschalten und zugeschaltet werden. Wir sind mit den Vorbereitungen, was die Technik betrifft, fast fertig. Am Freitag gab es eine Generalprobe. Jetzt hoffen wir, dass uns die Technik keinen Strich durch die Rechnung macht. Anfang der Woche werden wir denen, die sich angemeldet haben, einen Link zuschicken, und dann kriegen sie in einer weiteren E-Mail die Zugangsdaten. Ich bin total gespannt und freue mich auf die Versammlung. Ich arbeite zurzeit ja auch im Job so – mal Präsenzunterricht, mal Online-Unterricht auf Distanz.
Im September ist Clemens Kuhn als 1. Vorsitzender des Gesamtvereins zurückgetreten. Das Amt ist vakant. Seit März 2019 bist du 2. Vorsitzender. Stellst du dich als 1. Vorsitzender zur Wahl?
Ja, so ist das. Und sollte ich gewählt werden, stelle ich das Amt als Vorsitzender der Abteilung spätestens nach der ersten Periode zur Verfügung, wenn jemand gefunden ist, der es übernimmt. Dann würde es keine Interessenkonflikte zwischen dem geschäftsführenden und dem Fußballvorstand geben. Dauerhaft werde ich auf keinen Fall zwei Ämter bekleiden.

--- Clemens Kuhn als 1. Vorsitzender zurückgetreten ---

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare