Fußball

Das sagt der Sportliche Leiter Uwe Heinsch zum Fehlstart der SVD-Teams

Fehlt dem SV Drensteinfurt seit Mitte Juli: Markus Fröchte (in Rot) verletzte sich im Test gegen Preußen.	Foto: Kleineidam
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Fehlt dem SV Drensteinfurt seit Mitte Juli: Markus Fröchte (in Rot) verletzte sich im Test gegen Preußen.

Es ist offensichtlich: Sowohl bei der ersten als auch der zweiten Mannschaft der SVD-Fußballer gibt es Probleme – sportlich und personell. Der Bezirksligist kommt auf drei, der B-Kreisligist gerade mal auf zwei Punkte. „In der Summe ist das nicht zufriedenstellend“, sagt der Sportliche Leiter Uwe Heinsch.

Drensteinfurt – Nach dem freiwilligen Rückzug aus der Landesliga, dem Trainerwechsel und dem großen Umbruch im Team sitzt der Frust tief bei den Drensteinfurtern. Die Ausbeute ist mager. In fünf Spielen ging der SVD viermal leer aus. Nur der VfL Wolbeck und Westfalen Liesborn – diese beiden sind die einzigen sieglosen Teams der Staffel 7 – stehen schlechter da. „Alles ist erklärbar, alles hat Gründe“, sagt Heinsch, betont aber auch: „Uns als Verantwortliche – dazu zählt auch der Trainerstab – ist immer klar gewesen: Das Ziel ist ganz eindeutig der Klassenerhalt. Da muss man sich nichts vormachen.“

Lichtblicke

Gar nicht einverstanden war Heinsch mit dem Auftritt in Lohauserholz (0:4), als die Mannschaft „gar keine Gegenwehr“ gezeigt habe. Lichtblicke seien dagegen die „richtig gute erste Halbzeit“ (0:0) gegen den Spitzenreiter SVW Soest (1:3) und das Heimspiel gegen Sünninghausen gewesen, als nach der Pause der schnelle Ausgleich fiel und der SVD am Ende 4:1 gewann. „In Sönnern passiert genau das Gegenteil“, sagt Heinsch. Nach nicht einmal einer Minute kassierten die Stewwerter das 0:1.

Der Sportliche Leiter Uwe Heinsch (rechts)

Gründe für die Talfahrt in der Tabelle gibt es mehrere. Zum einen kämpfte der Bezirksligist zu Saisonbeginn mit personellen Problemen. Markus Fröchte zum Beispiel, der sich im Testspiel gegen Preußen Münster die Speiche gebrochen hatte, fehlt schon lange. Der Sportliche Leiter gibt zu: „Das hatten wir uns auch nicht so vorgestellt, muss man ganz klar sagen.“ Im Vorfeld habe es einen ausreichend großen Spielerkader gegeben. „Die Zahl ist aus diversen Gründen aber peu à peu geschrumpft.“

Das hatten wir uns auch nicht so vorgestellt.

Uwe Heinsch

Ein weiteres Problem: „Die Trainer wissen manchmal am Donnerstag noch nicht, wer tatsächlich am Sonntag da ist. Das geht uns genauso wie vielen anderen Mannschaften auch, aber das ist keine Entschuldigung“, sagt Uwe Heinsch und bemängelt: „Dass teilweise nur zwei Spieler auf der Bank sitzen, Daniel (Stratmann/Anmerkung der Redaktion) als Trainer in der ersten und dann auch noch Bernd (Drepper) als stellvertretender Sportlicher Leiter in der zweiten Mannschaft aushelfen müssen, ist alles nicht sehr glücklich.“

Zu den personellen Problemen kommen die in der Offensive. Bis zum Strafraum sieht es teilweise ganz ansehnlich aus, doch dann fehlen die Ideen. Das schlägt sich in der Statistik nieder. Erst fünf Tore haben die Drensteinfurter erzielt, gleich vier davon beim einzigen Erfolg gegen Sünninghausen. Kein Konkurrent hat seltener getroffen. „Das ist eine der größten Baustellen. Wir sind im Offensivbereich einfach zu schwach besetzt. Auch das war so aufgrund des ursprünglichen Kaders nicht zu erwarten“, sagt Heinsch.

Verstärkungen im Winter?

Dass Angreifer Falk Bußmann in Kürze wieder zur Verfügung steht und das Defizit behebt, „ist eine Hoffnung“ laut dem Sportlichen Leiter. „Wir müssen gucken, wie wir das Thema genau angehen, um dort stärker zu werden und die Defensive zu entlasten.“ Auf Verstärkungen in der Winterpause angesprochen, sagt Heinsch: „Es wäre fahrlässig, wenn man sich als Verantwortliche eine solche Frage nicht stellt.“ Allerdings sei das ein schwieriges Thema. „In der zweiten Wechselperiode gibt es ganz andere Voraussetzungen“, unterstreicht Uwe Heinsch. „Wir müssen gucken, was möglich wäre. Leicht wird es mit Sicherheit nicht, einen interessanten Stürmer zu finden, der uns weiterhelfen könnte“, wenn der SVD im Winter immer noch im Tabellenkeller steht.

Weil erst fünf von 32 Spielen absolviert sind, machen sich die Verantwortlichen keinen großen Druck. „Wir resignieren keinesfalls“, sagt Heinsch. Er ist der Meinung, dass die junge Mannschaft Zeit braucht. Schließlich seien mehrere „Drensteinfurter Jungs“ dabei, die in den vergangenen Saisons meist auf der Bank gesessen haben und nun zur ersten Elf gehören. „Denen musst du einfach die Chance geben – und die Zeit vor allem. Das ist ja auch das, was wir wollen.“ Hinzu kommen die beiden neuen Trainer. „Das muss man auch berücksichtigen. Das dauert halt alles ein bisschen“, sagt Heinsch.

Wir resignieren keinesfalls.

Uwe Heinsch

Zusammenfassend sagt der Sportliche Leiter: „Es ist, wie es ist. Aber es muss einfach besser werden. Die Leute müssen wieder Prioritäten setzen und sich nicht wegen jeder Kleinigkeit entschuldigen für sonntags.“ Optimistisch stimmt Heinsch, dass langsam wieder mehr Spieler beim Training seien. Am Sonntag stehe im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Freckenhorst ein 15-Mann-Kader zur Verfügung. „Das sollte eigentlich selbstverständlich sein“, sagt Heinsch.

Für ihn ist „Freckenhorst wie Soest. Da musst du dagegenhalten, musst Körpersprache zeigen.“ Eine weitere Niederlage sei noch kein Beinbruch. „So ein Spiel kannst du verlieren“, sagt Heinsch. „Aber danach kommen die Spiele auf Augenhöhe, in denen du punkten musst, wenn du das Ziel Klassenerhalt erreichen willst.“ Nach Freckenhorst heißen die Gegner Liesborn, Cappel und Wolbeck – alles direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. „Das sind die Big Points, die du holen musst“, sagt Uwe Heinsch.

Auftaktprogramm des Reserve hart

Offensiv harmlos, hinten anfällig – das trifft auch auf die zweite Mannschaft zu. Sie ist in der Kreisliga B3 nach sechs Spielen noch ohne Sieg und Drittletzter, hat ebenfalls erst fünf Tore erzielt und schon 19 kassiert. „Wir können nicht zufrieden sein“, sagt Heinsch. Allerdings sei das Auftaktprogramm hart gewesen: „Vergessen darf man nicht, dass drei erste Mannschaften als Gegner dabei waren, die sicherlich zu den Favoriten auf den Aufstieg in die Kreisliga A gehören.“ Insgesamt finden sich gleich fünf der ersten sechs Gegner in der ersten Tabellenhälfte wieder. Auch bei der Reserve sei die Trainingsbeteiligung zu hinterfragen. „Ich bin optimistisch, dass Peter es hinbekommt“, sagt Heinsch und vertraut dem neuen Coach Lohrmann in dieser Hinsicht voll und ganz. Was den Sportlichen Leiter freut, ist die Bereitschaft der dritten Mannschaft, in der zweiten auszuhelfen, wenn Not am Mann ist.

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