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Nicht nur Bruch im Spiel: Lädierter Trainer fordert Beständigkeit und Punkte

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Von: Matthias Kleineidam

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Zurück im Kader – auch zurück in der Startelf von Fortuna Walstedde? Alessandro Nieddu (links) ist in Ennigerloh wieder dabei. Foto: Kleineidam
Zurück im Kader – auch zurück in der Startelf von Fortuna Walstedde? Alessandro Nieddu (links) ist in Ennigerloh wieder dabei. © Kleineidam

Oliver Koch hat es momentan nicht leicht. Zum einen plagt sich der Trainer von Fortunas Fußballern mit einer doppelten Fraktur herum, zum anderen bereiten ihm Unbeständigkeit und Einstellung seiner Jungs Sorgen. Balsam für die Seele wäre ein Sieg beim direkten Tabellennachbarn in Ennigerloh.

Kreisliga A Beckum: SuS Ennigerloh – Fortuna Walstedde (Sonntag, 15 Uhr). Probleme mit dem Knie hat Koch schon länger, im vergangenen Jahr wurde er zweimal operiert. Am Mittwoch war der Berufssoldat im Bundeswehr-Krankenhaus. Bei der Untersuchung wurden ein Haarriss in einer Gelenkpfanne und ein Bruch im Unterschenkel diagnostiziert. „Das wird eine längerfristige Geschichte“, sagt Koch, der momentan eine Plastikschiene trägt und auf Krücken herumlaufen muss.

Beim Abschlusstraining am Freitagabend war er aber dabei, auch am Sonntag wird er sein Team trotz der Einschränkungen coachen. Am Mittwoch übernahm Robin Vinnenberg die Einheit. „Das Feedback von ihm war: Es waren wesentlich mehr Leute da, und es war auch Feuer drin“, berichtet Koch. Genau das hatte er gefordert, nachdem die Walstedder gegen Vorwärts Ahlen eine 3:0-Führung verspielt und 3:5 verloren hatten. „Ich hoffe mal, dass es gefruchtet hat, was ich gesagt habe“, sagt Koch und appelliert an sein Team: „Es darf nur keine kurzfristige Besserung sein.“

Es darf nur keine kurzfristige Besserung sein.

Oliver Koch

Was sich gegen Vorwärts mal wieder gezeigt habe: „Nur eine Halbzeit gut spielen, das reicht halt nicht.“ Koch kann sich den Spielverlauf immer noch nicht erklären. „Ich persönlich mache es ja auch schon lange genug. Ich hatte so etwas auch noch nicht erlebt“, sagt er. „Wir haben das Spiel komplett im Griff gehabt. Dann gehen wir aus der Kabine raus und fangen an zu pöhlen. Ich verstehe so was nicht.“ Einen Erklärungsansatz hat der Coach aber: „Vielleicht liegt es ein bisschen am Durchschnittsalter. Wir sind eine relativ junge, unerfahrene Truppe.“

Nach dem Trainerwechsel von Michael Tenbrink zu Koch hatten die Fortunen die Spiele in Enniger und gegen Vellern gewonnen. Mittlerweile sind sie zurück auf dem harten Boden der Realität. Dem 2:4 bei der SpVg Beckum II folgte das 3:5 gegen Vorwärts. Am Sonntag fahren die Walstedder als Zehnter zum Tabellenelften. Ennigerloh, das nur zwei seiner acht Partien gewonnen hat, hat einen Punkt Rückstand. Am vergangenen Spieltag setzte sich der SuS mit 5:3 bei Roland Beckum durch, zu Hause wartet die Mannschaft von Trainer Martin Hanskötter allerdings noch auf einen Sieg.

Sieg sei Pflicht

„Ich habe mir in Vorbereitung zwei Spiele von denen angeguckt. Ich schätze sie spielerisch nicht so stark ein. Sie spielen sehr körperbetont“, sagt Koch zum Gegner und fügt unmissverständlich hinzu: „Wenn wir nicht da unten reinwollen, ist ein Sieg Pflicht. Wir können, wollen und müssen gewinnen.“

Personell sieht es besser aus als zuletzt. Luca Kottmann ist gelb-rot-gesperrt, Sebastian Gouw muss noch drei Spiele zusehen. Koch bezeichnet die Sperre für eine Notbremse zu hart. Dafür hat Robin Lange wieder voll mittrainiert, Fabian Döring ist aus dem Urlaub zurück und Alessandro Nieddu stößt ebenfalls zum Kader. „Es sieht gut aus mit den Rückkehrern“, sagt Koch. Neben Kai Northoff (Urlaub) fallen Max Tiggemann und Fabian Beckmann aus, sie sind weiterhin verletzt. „Das wird noch ein bisschen dauern“, sagt der Coach. Darian Jeske, der am vergangenen Wochenende aushalf, wird wieder in der zweiten Mannschaft spielen.

Bleibt nur noch offen, ob die Walstedder erneut ein spektakuläres Spiel abliefern werden. Das ist für die Zuschauer ganz gut. „Für mich als Trainer aber nicht“, sagt Oliver Koch. Er hat es momentan halt nicht leicht.

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