Fußball

Verhaltenscoach wird neuer Trainer: Tenbrink folgt Chart bei Fortuna

Stellten den neuen Trainer Michael Tenbrink (Mitte) am Dienstagabend vor: (von links) Robin Vinnenberg, Olaf Lenz, Daniel Budde und Clemens Kuhn. Foto: Kleineidam
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Stellten den neuen Trainer Michael Tenbrink (Mitte) am Dienstagabend vor: (von links) Robin Vinnenberg, Olaf Lenz, Daniel Budde und Clemens Kuhn.

Walstedde – Neuer Trainer des Fußball-A-Kreisligisten Fortuna Walstedde wird in der Saison 2020/2021 Michael Tenbrink. Die Verantwortlichen des Vereins stellten den Ahlener am Dienstagabend als Nachfolger von Eddy Chart vor, dessen Vertrag nach fünf Jahren ausläuft und nicht verlängert wird. 

Er war Polizist, ist aktuell als „Feuerwehrmann“ im Einsatz und arbeitet als Verhaltenscoach. An beruflichen und sportlichen Erfahrungen mangelt es Michael Tenbrink auf keinen Fall. Ab dem Sommer steht der 50-Jährige bei den Fußballern von Fortuna Walstedde an der Seitenlinie und wird für das Training verantwortlich sein.

„Er hat schon eine Aura. Das hat uns richtig gut gefallen“, sagt Daniel Budde, der sich als Koordinator Seniorenfußball um die Belange der ersten Mannschaft kümmert, über den Ahlener. Budde, Geschäftsführer Hermann Tiggemann und der 2. Vorsitzende Olaf Lenz führten Gespräche mit mehreren Kandidaten. „Wir möchten neue Strukturen schaffen und neue Impulse setzen und haben uns extra auch in anderen Kreisen umgehört.“

Tenbrink hatte von der Trainersuche gelesen und ging von selbst auf den Verein zu. Er treffe immer schnelle Entscheidungen, sagt er. Seine Einstellung: „Wenn du was erreichen möchtest, musst du den Arsch hochkriegen.“

„Gewisses Gesamtkonzept“

Dass sich die Verantwortlichen für Tenbrink entschieden haben, hat folgenden Grund: „Für uns geht es um ein gewisses Gesamtkonzept. Wir haben eine junge Truppe, die wir weiterbringen wollen – nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich. Wir glauben, dass Michael absolut das Zeug dazu hat“, sagt Budde: „Für ihn ist der Übergang vom Jugend- in den Seniorenbereich wichtig.“

Ehemaliger Oberligaspieler

Tenbrink, der drei Jahre für Teutonia Lippstadt (heute SV Lippstadt 08) in der Oberliga und fünf, sechs Jahre für die Ahlener SV (heute Ahlener SG) gespielt hat, hat sich bislang in erster Linie im Nachwuchsbereich engagiert – bei RW Ahlen, der Hammer SpVg und den Sportfreunden Lotte. 2007/2008 war RWA seine erste Trainerstation, bei der HSV trainierte er die Westfalenliga-U17 und in Lotte die U19. Zudem war er ein Jahr für die zweite Seniorenmannschaft der SG Sendenhorst (Kreisliga B) zuständig.

Coach einer U15

Aktuell ist er Coach der Sendenhorster C-Junioren, die in der Leistungsliga spielen. Ende Januar absolvierte er mit seiner Mannschaft in Walstedde ein Testspiel gegen die U15 der Fortunen (1:1). Bei der SG „ist er als Feuerwehrmann eingesprungen. Er wollte sich eigentlich eine Auszeit nehmen“, sagt Budde über den Vater von fünf Kindern.

Auch beruflich liegt Tenbrink der Nachwuchs am Herzen. „Ich kümmere mich um Kinder und Jugendliche an Schulen“, sagt der selbstständige Verhaltenstrainer. Seit eineinhalb Jahren arbeitet er in diesem Bereich.

25 Jahre Polizist

Sein Trainerteam in Walstedde stellt sich der ehemalige Polizist – nach 25 Jahren stieg er aus – selber zusammen. Spruchreif ist noch nichts. Um die Kaderplanung für die nächste Saison kümmert sich Tenbrink gemeinsam mit Budde. „Wir wollen gute Spieler aus dem Jugendbereich, die hochkommen, gezielt ansprechen“, sagt Budde. Dem pflichtet der 1. Vorsitzende Clemens Kuhn bei: „Unser Anspruch ist es, Spieler aus der eigenen Jugend zu integrieren.“

Gladbach-Anhänger

In der Rückrunde wird sich Tenbrink natürlich die eine oder andere Partie der Fortunen anschauen, um Eindrücke von seinen künftigen Spielern zu gewinnen, um zu sehen, wo die Stärken, wo die Schwächen sind. Sein Leitsatz: „Alle verteidigen, alle greifen mit an“, sagt der Gladbach-Anhänger, der sich selbst als offener Mensch beschreibt und Erfolg über Begeisterung anstrebt. Und: „Ich liebe intelligenten Fußball.“ Wichtig sei es, so Tenbrink, schnell die Schwachstellen beim Gegner zu erkennen und sie auszunutzen.

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