Fußball

Fortunas Trainer Tenbrink: Massagebank besser besucht als Trainingsplatz

Viel Gesprächsbedarf gibt es aktuell bei den Fußballern von Fortuna Walstedde und Trainer Michael Tenbrink (stehend im Kreis).
+
Viel Gesprächsbedarf gibt es aktuell bei den Fußballern von Fortuna Walstedde und Trainer Michael Tenbrink (stehend im Kreis). Foto: Kleineidam

Michael Tenbrink ist zurzeit nicht zu beneiden. Nach der langen Pandemie-bedingten Pause hatte der Trainer des Fußball-A-Kreisligisten Fortuna Walstedde gehofft, mit seinem Team endlich wieder eine vernünftige Vorbereitung absolvieren zu können. Zunächst sah es gut aus. Doch „seitdem wir aus dem Trainingslager zurück sind – das war Ende Juli –, ist der Wurm drin“, sagt Tenbrink.

Walstedde – Das letzte Spiel war beim Turnier in Drensteinfurt vor 21 Tagen (3:6 gegen Ascheberg). Im Anschluss fielen die Tests gegen den TuS Uentrop und den SV Davaria Davensberg wegen personeller Probleme aus. Und auch die Begegnung mit der zweiten Mannschaft des 1. FC Gievenbeck, die für Mittwoch geplant war, konnte nicht ausgetragen werden.

„Die Absage kam am Samstagabend zunächst von Gievenbeck“, berichtet Tenbrink. Doch mittlerweile hat sich auch die Situation in Walstedde wieder verschlechtert. „Wie es der Teufel will: Am Sonntagmorgen hatte ich noch zwölf Feldspieler beim Training, am Montag neun, bevor sich Fabian Döring, Luca Kottmann und Dustin Fuhr Leisten- und Oberschenkelzerrungen geholt haben. Und aufgehört habe ich das Training mit fünf Spielern“, sagt Tenbrink.

Auftaktgegner ein „richtig dickes Brett“

Bei der einen oder anderen Mannschaft hat der Coach aus Ahlen auch von Verletzungsproblemen gehört, aber es gibt auch Gegenbeispiele: Am Wochenende war Tenbrink in Wadersloh, hat sich den ersten Gegner der Fortunen in der Kreisliga A Beckum (Auftakt am 29. August) angeguckt. „Da waren 19 Jungs beim Spiel, der Spielstärke nach alle aus der ersten Mannschaft“, so Tenbrink. Obwohl der TuS-Trainer in der zweiten Halbzeit durchwechselte, „haben sie mir teilweise noch besser gefallen als die erste Elf“. Tenbrink war nach dem 3:1-Erfolg gegen den Gütersloher A-Kreisligisten VfL Rheda beeindruckt. „Uns erwartet in eineinhalb Wochen ein richtig dickes Brett in Wadersloh. Das ist für mich mit Abstand die beste Mannschaft der A-Liga.“ Von der Mentalität, die der TuS an den Tag lege, seien die Fortunen aktuell Lichtjahre entfernt.

Und deshalb hatte Fortunas Trainer Daniel Budde und Robin Vinnenberg gebeten, am Mittwoch zum Training zu kommen. „Damit wir uns mit den Verantwortlichen und Trainern mal zusammensetzen und ein Fazit der Vorbereitung ziehen. Was war gut, was war weniger gut? Woran liegt es, dass von 20 Spielern, die mit im Trainingslager waren, vier Wochen später nur noch fünf, sechs fit sind, wenn man die Belastung hochfährt.“ Tenbrink rätselt „seit zwei, drei Wochen herum, wie es sein kann, dass die Massagebank besser besucht ist als der Trainingsplatz“.

Bloß nicht wieder schlecht starten

Er sieht „gefährliche Zeichen“ auf die Walstedder Fußballer zukommen. Eine Woche nach dem Start in Wadersloh wird Germania Lette zu Gast sein. „Die sind spielerisch zwar schwächer als Wadersloh, spielen aber auch körperbetont – und das mögen wir momentan überhaupt nicht“, sagt Tenbrink. „Dann kann es nach so einer Vorbereitung sein, dass wir genauso so starten wie letztes Jahr. Darauf habe ich keinen Bock.“ 2020 hatten die Fortunen mit zwei Niederlagen losgelegt.

Sechs Spiele haben sie in der Vorbereitung auf die neue Saison bestritten. Tenbrink hofft, dass nach den Rückschlägen zuletzt noch ein siebtes hinzukommt. Am Sonntag (22. August, 11 Uhr) soll zu Hause gegen den B-Kreisligisten SG Sendenhorst II getestet werden. Zwar gibt es Lichtblicke – Kai und Kevin Northoff haben wieder mittrainiert –, aber auch immer wieder neue Ausfälle wie Fabrizio Nieddu (Rückenprobleme). „Wenn es sich bestätigt, dass weitere Spieler aussetzen müssen, werde ich keine Elf zusammenbekommen. Dann muss ich auch das Spiel absagen.“

Resignation keine Option

Doch Resignation ist keine Option für Michael Tenbrink. Mit drei Jungs, die im Trainingslager vor dreieinhalb Wochen noch Probleme hatten, hat er Anfang der Woche sogar die Tempoläufe nachgeholt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare