„Möglichst viel Abwechslung“

DJK-Übungsleiterin Lena Schemmelmann bietet intensiven Online-Kurs an

Anfangs war es „etwas ungewohnt“ für Lena Schemmelmann von der DJK Drensteinfurt, Übungen vor der Kamera vorzumachen.
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Anfangs war es „etwas ungewohnt“ für Lena Schemmelmann von der DJK Drensteinfurt, Übungen vor der Kamera vorzumachen.

Weil die Hallen geschlossen sind, hält die DJK Olympia Drensteinfurt ihre Mitglieder und andere Interessierte seit mittlerweile fünf Monaten mit Online-Kursen fit. Wöchentlich stehen weiterhin sieben verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. WA.de unterhielt sich mit Übungsleiterin Lena Schemmelmann über ihr Angebot.

Welchen Kurs bietest du an und mit welchen Inhalten füllst du – kurz zusammengefasst – die Stunde?
Functional Training. Dabei handelt es sich um verschiedene Arten von Intervall-/Zirkeltraining, meist HIIT (High Intensity Interval Training). Die Belastungsphasen sind immer zeitlich orientiert – 40 bis 50 Sekunden meistens –, gefolgt von einer kurzen Pause von fünf bis zehn Sekunden. Und das dann für eine bestimmte Anzahl an Wiederholungen. Meist sind das etwas komplexere Übungen, die nicht einen Muskel isoliert trainieren wie beispielsweise im Fitnessstudio, wenn man am Gerät trainiert, sondern direkt mehrere Muskelgruppen, oder der „Gegenspieler“ wird direkt mittrainiert. In mein Programm versuche ich möglichst viel Abwechslung reinzubringen und auch mal Gleichgewichts- oder Tiefenmuskulaturübungen einzubauen. Und gerade jetzt während des Homeoffice Übungen, die zum Beispiel den Rücken mobilisieren oder gegen die typische Schreibtischhaltung arbeiten.
Wie ist die Resonanz auf deinen Kurs?
Sehr positiv. Besonders gut gefällt den meisten Teilnehmern glaube ich, dass sie eine gewisse Interaktion haben. Auch wenn die Kameras der Teilnehmer meist ausgeschaltet sind, empfinden die meisten das angenehmer, als mit einem Youtube-Video oder Ähnlichem zu trainieren. Vielleicht ist es aber auch einfach die feste Zeit, die es einem leichter macht teilzunehmen. Die Ausrede „Dann mach ich das eben morgen“ funktioniert bei einem Videochat eben nicht.
Haben sich die Teilnehmerzahlen im Laufe der Zeit verändert?
Zu Beginn des Jahres waren es für ein paar Einheiten etwas mehr Teilnehmer, aber mittlerweile haben wir uns bei etwa zehn Teilnehmern eingependelt – wie zu Beginn der Reihe. Grundsätzlich sind es aber viele bekannte Gesichter, von denen sich immer mal wieder welche dazuschalten.
Schalten sich auch Nichtmitglieder dazu?
Ja, wir haben einige Teilnehmer, die nicht in der DJK Mitglied sind. Einige kommen auch nicht aus Drensteinfurt. Gerade nach Weihnachten waren immer mal wieder Leute dabei, die beim Weihnachtsbesuch bei den Eltern oder so von dem Angebot erfahren haben und daraufhin mal vorbeigeschaut haben.
Welche Rückmeldungen gibt es von den Teilnehmern?
Sie freuen sich über die Stunden und haben viel Spaß dabei. Der eine oder andere Muskelkater am nächsten Tag ist dann aber auch dabei.
Wie war es anfangs für dich, vor der Kamera zu sein, die Übungen vorzumachen, Abweisungen und Hilfestellungen zu geben?
Die ersten Minuten waren etwas ungewohnt, weil man nur sich selber sieht. Da muss man dann auch etwas ausprobieren, wie man Übungen so vormacht, dass die Teilnehmer alles erkennen und die Übung verständlich ist. Das hat sich aber alles sehr schnell eingependelt.
Fehlt dir der direkte Blickkontakt zu den Kursteilnehmern?
Ja, auf jeden Fall. Besonders schwierig ist es, dass ich nicht eingreifen kann beziehungsweise sehe, wenn jemand etwas falsch macht. Ich kann so immer nur erklären, worauf zu achten ist, aber mehr Hilfestellung ist leider nicht drin. Oft sind solche Hilfen ja nur Korrekturen der Körperhaltung, die man selber beim Durchführen der Übung gar nicht merkt. Das fällt aktuell komplett weg, und ich muss darauf vertrauen, dass die Teilnehmer das beherzigen, was ich sage, und immer wieder darauf hinweisen, was man gegebenenfalls falsch machen kann. Außerdem fehlt natürlich die direkte Rückmeldung, ob Übungen doch anstrengender sind als gedacht oder vielleicht auch zu einfach. Da muss ich mich jetzt auf die Erfahrungen aus meinen üblichen Stunden verlassen. Wobei hier die Herausforderung noch etwas höher ist, da es sich um deutlich inhomogenere Zusammensetzungen –Männer, Frauen, Alter – handelt. Deshalb versuche ich, Alternativen zu geben oder Varianten, die die Übungen vereinfachen oder auch erschweren. Da findet dann jeder die richtige Schwierigkeitsstufe für sich.
Wirst du, wenn es wieder erlaubt ist und das Wetter mitspielt, den Kurs an der frischen Luft anbieten, oder bleibt es, solange die Hallen geschlossen sind, beim Online-Kurs?
Der eine oder andere nutzt es jetzt schon mal aus, wenn das Wetter gut ist und nimmt seinen Laptop mit auf die Terrasse oder in den Garten, um Sport zu machen. Wenn das Wetter irgendwann dauerhaft mitspielt, kann ich mir aber auch vorstellen, von der Videokonferenz auf Sport an der frischen Luft umzustellen. Michael Voges und ich wollten am Wochenende eigentlich auf eine Fortbildung für solche Outdoor-Kurse, um uns noch ein paar Ideen zu holen. Die fällt jetzt leider aus. Wir müssen uns dann noch mal was überlegen, wenn es so weit ist.
Könnt ihr euch von der DJK vorstellen, auch Online-Kurse anzubieten, wenn sich alles wieder normalisiert hat? Oder geht es dann definitiv zurück in die Sporthallen?
Ich denke, die Sporthalle ist doch die bessere Wahl, wenn es wieder möglich ist. Klar, die Videostunden sind sicherlich die beste Variante, um den Lockdown zu überbrücken, aber für mich auch eben nur eine Überbrückung. Neben den schon genannten Problemen mit der Korrektur bietet die Sporthalle natürlich noch viel mehr Möglichkeiten als es das Wohnzimmer tut. Und ich glaube auch, dass das gemeinschaftliche Sporteln noch viel mehr Spaß macht, als alleine vor dem PC Übungen zu machen, und dabei ein paar mehr Kräfte mobilisiert werden können.

Zur Person

Name: Lena Schemmelmann

Alter: 28 Jahre

Wohnort: Drensteinfurt

Studium: Master Biotechnologie in Münster

DJK-Übungsleiterin seit: 2014

sonstige Funktionen im Verein: beim Familiensport aktiv

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