Laura Joel Leismann nimmt am Youngster-Slalom-Cup teil

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Laura Joel Leismann mit dem Corsa A, den Frank Leismann und Wilko de West derzeit aufbauen.

Mersch - Motorsport ist längst keine reine Männerdomäne mehr. Eine, die gerne am Steuer sitzt und mit dem Gaspedal unterm Fuß den Kampf gegen die Zeit aufnimmt, ist Laura Joel Leismann. Die 17-Jährige aus Mersch ist eins von wenigen Mädchen, die am ADAC-Youngster-Slalom-Cup teilnehmen. Und sie hat ehrgeizige Ziele.

Schuld sind ihr Vater Frank Leismann, der früher selbst Automobil-Slalom gefahren ist, und dessen Freund Wilko de West, der immer noch aktiv ist. „Ich bin öfters mit zu den Rennen gefahren – das erste Mal vor fünf Jahren“, blickt Laura zurück. Und „ich habe viel Motorsport im Fernsehen, vor allem die DTM, geguckt.“ Mit der Zeit kam der Wunsch auf, den Platz bei den Zuschauern mit dem Fahrersitz zu tauschen. „Ich habe ein bisschen drauf gedrängt“, gibt Laura zu. 2013 fing sie an zu trainieren. De West nahm sie mit zum Gelände des AMC Hamm. Nach zwei Monaten Training fuhr die Drensteinfurterin direkt ihre erste Saison.

Acht Rennen werden beim Youngster-Slalom-Cup pro Saison, die von März bis September läuft, ausgetragen. Drei Wertungsklassen gibt es: die Einsteiger (ab 16 Jahren), die Junioren (mehrmalige Teilnahme, bis 18 Jahre) und die Young Driver (bis 23 Jahre). In allen Klassen wird mit einem 75 PS starken Mazda 2 gefahren, den der ADAC stellt. Dadurch sind die Chancen für alle gleich.

Laura landete 2013 bei den Einsteigern auf Platz 21 der Gesamtwertung – bei 31 Teilnehmern. Im vergangenen Jahr schaffte sie es bei den Junioren auf Rang 14. Beide Male wurde sie zweitbeste „Dame“. Auch in der kommenden Saison – der erste Lauf findet am 15. März in Harsewinkel statt – wird sie bei den Junioren starten, allerdings unter der Flagge des MSC Bork. Ihr Ziel: „In die Top Ten kommen.“

Ein Mal pro Woche trainiert Laura auf dem Vereinsgelände des MSC. Vater Frank fährt die 17-Jährige nach Selm, wo ihr ein Golf III (75 PS) zur Verfügung steht – mit einem Schalensitz, ohne Käfig. Zurzeit bauen Frank Leismann und Wilko de West einen Corsa A, Baujahr 1992, für Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLP) am Berg auf. Bei diesem Wettbewerb, bei dem ein Auto oder Motorrad gleichmäßig, das heißt innerhalb von Sollzeiten, bewegt wird, möchte Laura 2016 starten. Ein weiteres Ziel ist die Teilnahme an der Deutschen Slalom-Meisterschaft.

Was sie am Auto-Slalom fasziniert? „Dieser Reiz, gegen dich selbst und gegen die Zeit zu kämpfen“, sagt Laura, die in Drensteinfurt zur Realschule ging und nun das Hansa-Berufskolleg Münster besucht. Zurzeit absolviert sie ein Jahrespraktikum bei einem Autohaus in Münster. Dort startet sie im August auch ihre Ausbildung zur Automobilkauffrau.

Weil Motorsport „ein teures Hobby“ und nicht leicht zu finanzieren sei, freut sich Laura über die Hilfe ihrer Eltern. „Sie unterstützen mich.“ Dabei war Mutter Sandra am Anfang „nicht so begeistert. Der Papa hat von Beginn an dahintergestanden. Ich hatte erst ein bisschen Angst und war bei den Rennen aufgeregter als Laura.“ Beim Autocross wären ihre Bedenken größer, gibt Sandra Leismann mittlerweile zu.

Neben dem finanziellen ist auch der zeitliche Aufwand hoch. „Während der Saison sind wir am kompletten Wochenende unterwegs“, sagt Laura Joel Leismann. Einer, der darunter „leidet“, ist ihr Freund. „Der muss immer mitkommen.“

Slalom-Läufe

Die Strecke beim Youngster-Slalom-Cup ist ungefähr einen Kilometer lang und mit Pylonen abgesteckt. Nach einer Trainingsrunde sind zwei Wertungsläufe auf der befestigten, ebenen Fahrbahn zu absolvieren. Die Zeiten werden addiert. Ein Torfehler wird mit 15 Sekunden bestraft, für verschobene oder umgeworfene Pylonen gibt es jeweils drei Sekunden. Präzision und ein sauberer Fahrstil sind somit wichtiger als die Geschwindigkeit, die bis zu 100 km/h beträgt.

www.youngster-slalom-cup.info

Weitere Starter

Neben Laura Leismann starteten zwei weitere Drensteinfurter beim Youngster-Slalom-Cup 2014. In der Klasse Junioren landete Moritz Schniedermann aus Rinkerode auf Platz drei. Bei den Young Drivern landete die Stewwerterin Sarah Gläser auf Rang 20. - Matthias Kleineidam

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