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Verständnis, aber auch offene Fragen bei den Trainern

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Von: Matthias Kleineidam

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Kann die Entscheidung des Verbandes nachvollziehen: Thorsten Heinze, Trainer des SV Drensteinfurt.
Kann die Entscheidung des Verbandes nachvollziehen: Thorsten Heinze, Trainer des SV Drensteinfurt. © Kleineidam

Ein Spiel nach dem anderen ist in den Fußball-Amateurligen in den vergangenen Wochen aufgrund von Covid-19-Infizierten ausgefallen. Damit ist jetzt Schluss. Spielabsagen aufgrund von Corona-Fällen soll es nicht mehr geben. Zwei heimische Trainer befürworten die Entscheidung des Verbandes.

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde – Bislang genügte der Nachweis über drei infizierte Spieler, um eine Partie von der Staffelleitung absetzen zu lassen. Dieser Fall trat zum Beispiel vor drei Wochen beim Bezirksligisten SV Drensteinfurt ein, dessen Heimspiel gegen Oestinghausen abgesetzt und inzwischen nachgeholt wurde. Dies ist seit dieser Woche nicht mehr so einfach möglich. „Aktive haben mit Gültigkeit der neuen Coronaschutzverordnung wieder uneingeschränkten Zugang zum Sporttreiben im Freien. Wir sehen deshalb keine weitere Notwendigkeit mehr, Spiele wegen Coronafällen abzusagen“, sagt Manfred Schnieders. Der FLVW-Vizepräsident Amateurfußball betont aber auch, dass es Ausnahmen gebe, zum Beispiel wenn ein Großteil der Mannschaft infiziert sei. Allerdings gibt es keine konkreten Aussagen, ab wie vielen Spielern der „Großteil“ betroffen ist.

Thorsten Heinze kann mit dem Entschluss des Verbandes leben. „Ich denke, irgendwann musst du ganz normal weitermachen – zumal die Corona-Maßnahmen zurückgenommen werden. Du kannst ja nicht alles schieben“, sagt der Trainer des SVD. Die vielen Nachholspiele unter der Woche auszutragen, werde natürlich immer schwieriger, je näher das Saisonende kommt. Es sind ja nur noch zehn Wochen bis zum regulären Ende der Spielzeit. Der direkte Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg aus Hultrop hat zum Beispiel erst 18 Partien absolviert und noch 14 vor der Brust. Die Drensteinfurter dagegen bestreiten nur noch zehn Spiele.

Reaktion des FLVW

Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) und der Verbands-Jugend-Ausschuss (VJA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) haben die Corona-Regeln für den Spielbetrieb angepasst. Seit Montag werden keine Spiele mehr aufgrund von infizierten Spielern abgesagt. Damit reagiert der Verband auf die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes NRW, die keine Einschränkungen mehr für den Sportbetrieb im Freien vorsieht.

Auch das Stichwort Wettbewerbsverzerrung kommt ins Spiel. Gerade auf der Zielgeraden könnten Mannschaften, die längst gerettet sind, die nötige Gegenwehr vermissen lassen und es vermeintlich leichteren Gegnern leicht machen. „Ich will es keinem unterstellen. Aber ich fahre lieber zum Beispiel von Oestinghausen nach Hultrop als von Oestinghausen nach Drensteinfurt“, sagt Heinze.

Große Bedenken hat der SVD-Coach aber nicht. „Es wird immer im Einzelfall geguckt. Ich denke, dass man immer einen guten Weg finden kann oder wird, wenn Corona-Fälle auftreten“, sagt er. Bislang war bei drei Infizierten eine Absage möglich. Heinze gibt zu: „Wir hatten zwar Ausfälle gegen Oestinghausen, einen Kader hätten wir aber irgendwie zusammengekriegt. Mannschaften in der Bezirksliga haben normalerweise einen 20- oder 25-Mann-Kader. Zur Not muss man aus der Zweiten aufstocken, das ist ja für alle gleich.“

Wir müssten aus der zweiten Mannschaft Spieler hochziehen.

Sven Kuschel

Auch beim SV Rinkerode gab es einen Corona-Ausbruch – allerdings in der Vorbereitung. Dafür wurde das Spiel in der Kreisliga A2 Münster gegen den VfL Wolbeck II abgesagt, weil sich beim Gegner mehrere Spieler infiziert hatten. „Ich hoffe, dass wir von weiteren Absagen verschont bleiben, sodass wir mit voller Mannschaftsstärke spielen können“, sagt SVR-Trainer Sven Kuschel. „Auf der einen Seite kann ich die Entscheidung des FLVW verstehen, weil der Terminplan ansonsten immer länger wird. Auf der anderen Seite weiß ich gar nicht, wie manche es machen wollen, wenn vier, fünf Spieler infiziert sind. So große Kader haben die Vereine teilweise gar nicht“, sagt Kuschel. „Wir müssten aus der zweiten Mannschaft Spieler hochziehen, und dann fällt da das Spiel aus.“ Das sei organisatorisch ein erhöhter Aufwand für die Vereine.

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