Ob mit Fördermitteln oder ohne

„Katastrophaler Grascheplatz“ in Drensteinfurt dürfte 2022 Geschichte sein

Geht ungern mit seiner Mannschaft auf den Grascheplatz: Jugendtrainer Arne Bergeest (rechts), hier mit seinen Söhnen Veit (2.v.l.) und Justus. Auch der kommissarische Geschäftsführer des SV Drensteinfurt, Ralf Borgmann, setzt sich für die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz ein.
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Geht ungern mit seiner Mannschaft auf den Grascheplatz: Jugendtrainer Arne Bergeest (rechts), hier mit seinen Söhnen Veit (2.v.l.) und Justus. Auch der kommissarische Geschäftsführer des SV Drensteinfurt, Ralf Borgmann, setzt sich für die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz ein.

Der sogenannte Grascheplatz im Sportzentrum Erlfeld ist ein Thema für sich. Uneben, rutschig, löchrig und dadurch für die Fußballer gefährlich – bei den Generalversammlungen wurde der äußerst schlechte Zustand immer wieder angesprochen. Nun sieht es so aus, als sollte die Stadt noch in diesem Jahr in die Planung einsteigen und der ungeliebte Untergrund 2022 der Vergangenheit angehören.

Drensteinfurt – Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Drensteinfurt unter anderem Förderanträge für weitere Kunstrasenplätze in Drensteinfurt und Rinkerode bei der Bezirksregierung Münster gestellt. In den Ausschusssitzungen war kontrovers darüber diskutiert worden. Seit Ende 2020 steht fest: Der SV Rinkerode profitiert vom „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ für 2020, die Nebenfläche des Sportzentrums „Im Breul“ wird in eine Multifunktionsspielfläche mit einem Kunstrasenbelag umgewandelt. Dafür stehen 338 000 Euro zur Verfügung, die Förderung beträgt sogar 100 Prozent.

Im Programmjahr 2021 nimmt die Stadt einen neuen Anlauf und hat eine Förderung in Höhe von 90 Prozent für einen zweiten Kunstrasenplatz in Drensteinfurt beantragt. Sollte das Projekt erneut nicht berücksichtigt werden und es somit keinen Zuschuss vom Bund und vom Land NRW geben, soll es komplett mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt gestemmt werden. Diesen Antrag hat die CDU gestellt. Aktuell ist die Umwandlung Thema in den Haushaltsplanberatungen der Lokalpolitiker. Am Montag hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt mit dem Haushaltsplanentwurf befasst, am Donnerstag der für Schule, Sport und Kultur. Der Bauausschuss hat den Plan mehrheitlich abgesegnet, der Sportausschuss den gleichen Beschluss gefasst. Am 8. März geht es im Haupt- und Finanzausschuss weiter, eine Woche später entscheidet der Rat über den Haushalt. Für die Umgestaltung sind 300 000 Euro in 2021 und weitere 600 000 in 2022 im Budget veranschlagt.

Leidiges Thema im Verein

Beim SV Drensteinfurt wären die Spieler, Trainer und Vorstandsmitglieder froh, wenn das leidige Thema bald Geschichte wäre. „Die meisten Trainer wollen mit ihren Mannschaften nicht mehr auf den Platz und sind am motzen“, sagt Jugendobmann Manfred Drepper. „Nur mit Mühe und Not“ habe er die Übungsleiter zuletzt überzeugen können, den Grascheplatz doch für die Einheiten zu nutzen. „So ein Platz ist heutzutage nicht mehr gefragt, die Verletzungsgefahr ist groß“, sagt Drepper.

Kleine Löcher sind auf dem Platz zu finden und sorgen für Verletzungsgefahr.

Die Jugendtrainer sind einhellig der Meinung, dass auf dem Grascheplatz nicht vernünftig gespielt werden kann.

Was Klaus Rosendahl, Pascal Bonnekoh, Christian Niemann, Arne Bergeest (alle aus der Jugendabteilung) und Dominik Heinsch, der Spielertrainer der zweiten Seniorenmannschaft, zum Grascheplatz zu sagen haben, steht in der Wochenendausgabe des Westfälischen Anzeigers (WA Drensteinfurt 27. Februar).

Kostengünstiges Experiment

Im Sportzentrum Erlfeld gab es bis 2012 einen Aschenplatz. Der wurde mit Rasen eingesät und von den Fußballern fortan als Grascheplatz bezeichnet (eine Kombination der Wörter Gras und Asche). Der Verein – 1. Vorsitzender des SV Drensteinfurt war zu dem Zeitpunkt Werner Schmidt – hatte das Experiment gemeinsam mit dem städtischen Bauhof in die Wege geleitet. Die Umwandlung war günstig. Die Kosten (Material in Höhe von rund 2000 Euro und Arbeitslohn) übernahm die Stadt Drensteinfurt. Doch schon damals gab es kritische Stimmen, nachdem der Grascheplatz Anfang Oktober 2012 freigegeben war. Viele befürchteten, der zusätzliche Rasenplatz werde bei schlechtem Wetter erst gar nicht bespielbar sein, eine Alternative zum Kunstrasenplatz würde dann fehlen. Die Bedenken sind bis heute nicht verschwunden. Im Gegenteil: Sie haben zugenommen.

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