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Ismael Blum übergibt Alte-Herren-Trikots an junge Senegalesen

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Von: Matthias Kleineidam

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Der Jugendmannschaft des „Parcelles Unité 20“ übergab Ismael Blum (links) in Dakar einen Trikotsatz des SV Rinkerode. Foto: Blum
Der Jugendmannschaft des „Parcelles Unité 20“ übergab Ismael Blum (links) in Dakar einen Trikotsatz des SV Rinkerode. © Blum

Ismael Blum tut sich was Gutes – und anderen auch. Der 28-Jährige, der seit 2016 als Fußball-Schiedsrichter für den SV Rinkerode im Einsatz ist, macht zurzeit Urlaub in Westafrika. 

Rinkerode – Zum einen will er den Senegal kennenlernen, zum anderen ist er als sogenannter Groundhopper unterwegs. Aus seiner Heimat hat er einen Trikotsatz mitgenommen und in der Hauptstadt Dakar Teenagern übergeben.

„Als ich mit der Bitte an den Verein herantrat, für meinen dreiwöchigen Senegal-Aufenthalt einen ausrangierten SVR-Trikotsatz mitnehmen zu dürfen, zögerte unser 1. Vorsitzender Udo Nees nicht und stellte mir umgehend einen der Alten Herren zur Verfügung“, sagt Blum. Am Sonntag erfolgte in Dakar die feierliche Übergabe an die Jugendmannschaft des „Parcelles Unité 20“.

Innerhalb von wenigen Minuten war die Straße voll und alle freuten sich mit.

Ismael Blum

Die Jungs im Teenageralter, die sich jeden Sonntag treffen und gegen Teams aus anderen Vierteln spielen, streiften sich sofort ihre „neuen“ Trikots über und traten auf dem sandigen Untergrund gegen den Ball. Blum freut sich über die gelungene Aktion: „Die Jungs machten Fotos und waren sichtlich stolz auf ihr neues Mannschaftsdress. Innerhalb von wenigen Minuten war die Straße voll und alle freuten sich mit. Das ist Afrika!“

Vor einer Woche war er im Senegal angekommen. „Mit einem Tag Verspätung, weil der Flug von Frankfurt nach Lissabon Verspätung hatte und ich den Anschluss verpasst habe“, berichtet der SVR-Unparteiische. Er wohnt bei einer befreundeten Familie seiner Eltern. „Er ist Senegalese, sie Deutsche, sie haben jahrelang in Münster gelebt und sind vor etwa 20 Jahren in den Senegal gegangen“, sagt Blum. „Der Mann hat hier vor Ort den Kontakt zu den Jungs hergestellt, die im Viertel Fußballspiele austragen.“

Die ausrangierten Trikots in Gelb und Schwarz werden ab sofort im Senegal getragen.
Die ausrangierten Trikots in Gelb und Schwarz werden ab sofort im Senegal getragen. © Blum

Im westafrikanischen Staat an der Atlantikküste ist Blum primär, um Urlaub zu machen und das Land kennenzulernen. „Meine Eltern waren schon zur Hochzeitsreise hier und sind Senegal-Fans. Deshalb musste ich auch mal hierher. Durch den Besuch bei Freunden meiner Eltern bin ich an Einheimische angeschlossen.“

In verschiedenen Stadien

Groundhopping steht auch auf dem Plan von Ismael Blum. Das ist eine Leidenschaft von Fußballfans, bei der es darum geht, Spiele in möglichst vielen verschiedenen Stadien zu besuchen. „Ich habe am Wochenende schon zwei Spiele der Ligue 1 des Senegal besucht. Seit Mittwoch bin ich auf den Kapverden, Gambia ist nächste Woche Donnerstag geplant“, sagt Blum. „Dreh- und Angelpunkt ist auf jeden Fall Dakar.“

Zur Person

Ismael Blum ist 28 Jahre alt. „Montags bis freitags bin ich in Meinerzhagen, am Wochenende in Rinkerode. Meine Eltern wohnen dort und auch sonst ist mein Lebensmittelpunkt in Rinkerode und Münster, sodass ich nur zur Arbeit im Sauerland bin“, sagt der Psychologe. Sein Abitur hat er am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Hiltrup gemacht. Danach absolvierte er ein Bachelorstudium Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum und ein Masterstudium an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Schiedsrichter ist er schon seit 2009, seit 2016 beim SVR.

Die ersten Tage im Land des amtierenden Afrika-Cup-Gewinners waren beeindruckend für ihn. „Ich kam nachts am Flughafen an, wovor ein riesiger Pulk an Menschen stand.“ Mit dem Bus ging es nach Dakar, wo mitten in der Nacht noch etliche Leute auf den Straßen waren. „Das Leben findet draußen statt“, erklärt der Psychologe und spricht von „viel Trubel“. Die Fortbewegung findet per Taxi statt, die Temperaturen (etwa 25 bis 30 Grad) seien angenehm. „Im Viertel, wo ich bei der Familie wohne, herrscht ein netter Umgang auf der Straße. Bonjour, Bonsoir – jeder grüßt sich“, sagt Blum und freut sich über die Gastfreundschaft. Unter der Woche widmet er sich dem Tourismus. „Dafür hatte ich am Wochenende noch keine Zeit.“ Unter anderem steuerte er die Insel Gorée vor der Küste Senegals an – dort tat er sich was Gutes.

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