Fußball

SVD-Torjäger Diogo Castro: „Sind heiß“ aufs Spitzenspiel

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Hat in 16 Bezirksliga-Spielen 17 Tore für den SV Drensteinfurt erzielt: Diogo Castro.

Drensteinfurt – Mehr Spitzenspiel geht nicht: Die Bezirksliga-Fußballer des SV Drensteinfurt treten am Sonntag als Zweiter beim Ersten SG Bockum-Hövel an. „Wenn wir die drei Punkte kriegen, ist es möglich, den ersten Platz in der Tabelle zu erreichen“, sagt Torjäger Diogo Castro im WA-Interview.

Diogo Castro ist extrem mannschaftsdienlich. Der 29-Jährige, der seit dieser Saison für den Fußball-Bezirksligisten SV Drensteinfurt aufläuft, ist kein Spieler, der seine Aufgabe nur darin sieht, Tore zu schießen, sondern einer, der auch mit nach hinten arbeitet. „Das ist bei mir von Beginn an drin gewesen. Ich kann einfach kaum ruhig stehen und muss immer was tun oder helfen. Deswegen liebe ich Mannschaftssport“, sagt der Portugiese. Bei 16 Ligaspielen des SVD war er dabei, 15-mal hat er durchgespielt. Nur eine Partie hat Castro krankheitsbedingt verpasst. Seine Ausbeute: 17 Tore. Vor dem Spitzenspiel am Sonntag (16. Februar, 15 Uhr) beim Tabellenführer SG Bockum-Hövel stellt sich der Torjäger des Tabellenzweiten den Fragen des WA.

Die Vorbereitung verlief alles andere als optimal. Nur zwei Testspiele habt ihr bislang bestritten, beide gingen verloren, zudem fehlten wichtige Spieler. Wie fällt das Fazit aus?

Wenn man direkt nach der Winterpause ein Spitzenspiel hat, hofft man natürlich, dass die Vorbereitung dementsprechend gut läuft. Aber es kommt ja immer anders und war die vergangenen Jahre ähnlich. Die Testspiele können wir ehrlich gesagt gar nicht werten. Es waren gute Trainingseinheiten. Gegen Borussia Münster (1:5-Niederlage/Anmerkung der Redaktion) hatten wir viele Verletzte, krankheitsbedingt mussten auch einige absagen, sodass wir nur elf Mann waren. Wir konnten demzufolge gar nicht wechseln, Borussia hat einmal komplett durchgewechselt. Dann wird es schwierig und dann verliert man so ein Spiel natürlich. Gegen Wiescherhöfen war es ähnlich (1:3), wenn nicht sogar noch schlimmer. Aufgrund von zwei verletzten Spielern haben wir 30 Minuten in Unterzahl gespielt. Zum Glück hatten wir Unterstützung aus der zweiten Mannschaft. Dafür, dass wir am Ende nur noch zu zehnt waren, haben wir es sehr gut gemacht. Sagen wir es mal so: Die Vorbereitung ist auf jeden Fall ausbaufähig (lacht). Das Gute ist, dass in dieser Woche deutlich mehr Leute beim Training sind. Dann macht es deutlich mehr Spaß. Am Dienstag waren endlich mal wieder 16 Mann auf dem Platz.

Trotz des Kaltstarts: Wie heiß ist das Team aufs Gipfeltreffen?

Wenn ihr oben angreifen wollt, dürft ihr auf keinen Fall verlieren. Dass wir heiß sind, hat man im Training am Dienstag extrem gemerkt. Ich war überrascht. Im Vergleich zu den Wochen davor war ordentliches Tempo drin, wir waren deutlich aggressiver. Es war zu spüren, dass die Jungs Bock auf das Spiel haben. Ich bin gespannt. Bei solchen Spielen gibt es ja auch immer eine geile Atmosphäre.

Bockum-Hövel hat erst ein Spiel verloren und vier Punkte Vorsprung. Was ist noch möglich für den SVD?

Wenn wir die drei Punkte kriegen, sehe ich es schon als möglich an, den ersten Platz in der Tabelle zu erreichen. Wenn wir verlieren sollten, dann wird es sehr, sehr schwierig, überhaupt noch mal ranzukommen. Bockum-Hövel ist sehr konstant bis jetzt. Deswegen ist es ein sehr entscheidendes Spiel am Wochenende, definitiv.

Personell sind die Voraussetzungen auf jeden Fall besser als im Hinspiel (0:2).

Genau. Wir sind auf jeden Fall besser aufgestellt. Ich glaube, es haben 19 Mann zugesagt für Sonntag. Im Hinspiel haben, wenn ich mich nicht täusche, zwölf oder 13 Leute gefehlt. Das war sehr ärgerlich zu Beginn der Saison. Selbst Loge (Trainer Oliver Logermann) musste mit antreten aufgrund der personellen Misere. Zum Glück sieht es für das Topspiel diesmal anders aus.

Der Tabellenzweite qualifiziert sich eventuell wieder für eine Aufstiegsrunde. Wie reizvoll wäre eine K.-o.-Runde mit den anderen Bezirksliga-Vizemeistern für euch überhaupt?

Es ist für jeden Spieler immer eine kleine Qual, ein, zwei Wochen dranzuhängen. Schön ist es für keinen. Aber am Ende, wenn man es über den Weg schaffen sollte, ist man schon sehr glücklich darüber. Ich hoffe, dass wir auch am Ende der Saison noch einen breiten Kader haben und nicht – wie im letzten Jahr beim SVD – die Kräfte nachlassen bei einigen Spielern, weil sie immer voll belasten müssen und kaum Erholungsphasen haben. Über die Relegation aufzusteigen, ist zwar nicht die schönste Art und Weise, aber wenn man aufsteigen kann, sollte man diese Phase auch mitnehmen.

Mit 17 Saisontoren bist du Zweiter der Torschützenliste. Nur Lars Werthschulte vom TuS SG Oestinghausen kann deine Ausbeute mit 20 Treffern toppen. Wie wichtig ist dir die Wertung?

Ich würde lügen, wenn ich sage, ich schaue mir die Liste nicht an. Klar blicke ich darauf. Wenn nur ein Spieler über einem steht, reizt es einen schon, noch mal mehr zu tun. Aber das ist für mich zweitrangig. In erster Linie ist es mir wichtig, dass wir die Punkte holen. Gegen Bockum-Hövel denke ich nicht darüber nach, ob ich treffe oder nicht. Klar würde es der Mannschaft helfen, wenn ich treffe, und ich würde mich natürlich auch freuen, wenn ich der Mannschaft helfen kann. Aber es ist mir völlig egal, wer die Tore schießt, Hauptsache wir holen die drei Punkte. Das steht bei mir klar im Vordergrund.

Trainer Oliver Logermann hat seinen Vertrag in der Winterpause verlängert. Bleibst du auch über die Saison hinaus?

Darüber gesprochen haben wir auf jeden Fall schon. Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, noch eine Saison dranzuhängen. Ich fühle mich super wohl bei den Stewwertern, und deswegen werde ich auf jeden Fall eine weitere Saison dabeibleiben. Ich komme mit Loge super klar und bin froh, ihn als Trainer zu haben.

Castros Laufbahn
Von 2002 bis 2019 trug Diogo Castro durchgehend das Trikot des TuS Hiltrup, vorher war er für die Jugend des SC Preußen Münster im Einsatz. „Ich habe schon viele Positionen gespielt – auf der Sechs, über außen und die letzten drei Jahre bei Hiltrup vorne drin“, sagt der Münsteraner, der als Bereichsleiter bei einer Modekette arbeitet. Castro ist „froh, dass ich ein paar von meinen Erfahrungen an die junge Truppe weitergeben kann“. mak

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