Hildegard Jaisfeld legt seit 1981 ununterbrochen das Sportabzeichen ab

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Gut drauf und in Form: Hildegard Jaisfeld mit ihrer ersten Sportabzeichen-Urkunde von 1968 (rechts) und der 40., die sie Ende Januar überreicht bekommen hat.

Drensteinfurt – Hildegard Jaisfeld ist für ihre 80 Jahre eine sportliche Ausnahmeerscheinung. Die gebürtige Drensteinfurterin legt seit 1981 ununterbrochen das Sportabzeichen ab. Zudem läuft sie jeden Tag sechs Kilometer und schwimmt – wenn das Erlbad geöffnet ist – oft auch noch eine halbe Stunde.

Sie schwimmt, sie läuft und fährt Fahrrad. Wenn das Erlbad geöffnet ist, macht sie sogar alles an einem Tag. Außerdem legt sie Jahr für Jahr – und das mittlerweile seit 1981 – das Sportabzeichen ab und nimmt zwei Mal pro Woche an Kursen der DJK Olympia Drensteinfurt teil. Kurzum: Hildegard Jaisfeld ist für ihre 80 Jahre eine sportliche Ausnahmeerscheinung.

„Ich muss immer raus, sonst werde ich nervös“, sagt die gebürtige Stewwerterin. Täglich läuft sie sechs Kilometer, größtenteils durch die Bauerschaft Rieth. „Eine Stunde Sport am Tag muss sein. Man gönnt sich ja sonst nichts“, sagt Jaisfeld mit einem Lachen. Apropos gönnen: „Zum 80. Geburtstag habe ich mir ein Paar neue Laufschuhe gegönnt. Ich habe immer vier Paar zu Hause und wechsele sie jeden Tag.“

Ihre überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit stellt Jaisfeld jedes Jahr bei der Abnahme des Sportabzeichens unter Beweis. 1968 legte sie die Prüfung erstmals ab und freute sich über das Abzeichen in Silber. Die Disziplinen, die sie damals erfolgreich absolvierte, waren 200 Meter Schwimmen, Weitsprung, Kugelstoßen sowie 75 und 1500 Meter Laufen.

Lieblingsdisziplin ist Schwimmen

Besonders schwer fiel ihr anfangs das Kugelstoßen. „Das hatte ich nicht drauf, dabei habe ich mich immer ein bisschen gequält“, erinnert sich Jaisfeld. Nachdem sie aber auf der Wiese am Haus geübt hatte, ging es ihr leichter von der Hand. Ihre Lieblingsdisziplin ist seit jeher das Schwimmen.

In den Jahren, in denen sie schwanger war und sich um ihre beiden Kinder kümmerte, setzte die gelernte Friseurin, die nach dem Besuch der Volksschule Drensteinfurt eigentlich gerne Kindergärtnerin werden wollte, mit dem Sportabzeichen aus. Doch seit 1981 – also seit 39 Jahren – ist sie ununterbrochen dabei. Ihr zweites Abzeichen schaffte sie gleich in Gold. Unter anderem ließ sie sich seitdem vom ehemaligen DJK-Vorsitzenden Peter-Alex Brinker, Horst Beier, Norbert Saphörster, Hubert Schwering und Manfred Kraft die Disziplinen abnehmen. 2019, als sie zum 40. Mal erfolgreich war, wählte sie aus der Disziplingruppe Schnelligkeit die 25-Meter-Kurzstrecke Schwimmen, im Bereich Kraft den Standweitsprung, in der Leistungskategorie Ausdauer den 200-Meter-Lauf und in der Gruppe Koordination das Seilspringen.

Teilnahme an DJK-Kursen

„Über 20 Mal sind wir auf Norderney gewesen und haben jedes Jahr während des Urlaubs das Sportabzeichen abgelegt“, sagt Jaisfeld. Ihr verstorbener Ehemann Heinz, der 25 Marathonläufe und sogar einen Langstreckenlauf über 100 Kilometer (unter zehn Stunden) bewältigte, hat 41 Sportabzeichen-Urkunden gesammelt. „Bei der Übergabe Ende Januar habe ich gedacht, es ist mein letztes Mal. Doch nach der Verleihung habe ich die Urkunden von Heinz gesehen und gedacht, das 41. Abzeichen schaffe ich auch noch“, sagt Hildegard Jaisfeld.

Um beweglich zu bleiben, nutzt die 80-Jährige, die vier Enkel (alles Jungs) hat, zwei Mal in der Woche Angebote der DJK für Frauen. Mittwochs von 18 bis 19 Uhr nimmt sie am Kurs „Bewegung hält fit und macht Spaß“ in der Halle der Kardinal-von-Galen-Schule teil, Übungsleiterin Gerti Kollenda bietet ein gelenkschonendes, leichtes Fitnesstraining mit Wirbelsäulengymnastik an. Donnerstags von 9 bis 10 Uhr steht in der Gymnastikhalle „Fit ab 60“ unter der Leitung von Alexandra Oberhoff auf dem Programm. Wegen der steigenden Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus finden die Kurse zurzeit natürlich nicht statt.

Im Vorjahr 83 Mal im Erlbad

Angefangen hatte Jaisfeld bei der DJK mit dem Mutter-Kind-Turnen. Außerdem nutzte sie damals das Gymnastik-Angebot unter dem Dach des BV Drensteinfurt (heute SVD). „Wir waren eine Gruppe von sechs, sieben Frauen“, sagt Jaisfeld. Ein weiteres sportliches Hobby war Skilanglauf. „Wir waren viele Jahre, bestimmt über 20 Mal, in Reit im Winkl.“

Wenn die durch das Coronavirus bedingte Ausnahmesituation beendet und das Freibad wieder geöffnet ist, wird Hildegard Jaisfeld auch ihren eigenen kleinen „Wettbewerb“ wieder starten. „Ich mache immer einen Triathlönchen“, sagt sie und erklärt: „Erst eine Laufrunde, dann mit dem Fahrrad zum Erlbad und dort eine halbe Stunde Schwimmen.“ Im vergangenen Jahr war die Stewwerterin sage und schreibe 83 Mal schwimmen.

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