Handball

Huhnhold über die Saison und seine vier Jahre als Trainer der HSG-Frauen

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Seit 2016 war Heinz Huhnhold Trainer der Handballerinnen aus Ascheberg und Drensteinfurt. In der abgelaufenen und abgebrochenen Saison kam der 52-Jährige aus Hamm mit seiner Mannschaft nicht über Tabellenplatz acht in der Kreisliga hinaus. Im Sommer übernimmt er die erste Mannschaft der HSG-Männer. Huhnholds Nachfolger als Coach der Frauen steht seit März fest: Der Sendenhorster Jochen Bülte kehrt zur HSG zurück.

Drensteinfurt – Als Tabellenachter der Kreisliga Münster 1 haben die Handballerinnen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt die Saison beendet. Im WA-Interview zieht Heinz Huhnhold Bilanz und blickt auf seine vier Jahre als Trainer der Frauen zurück. Im Sommer übernimmt er die erste Mannschaft der Männer.

Mit dem Derby gegen die SG Sendenhorst hätten die Handballerinnen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt am Sonntag die Saison 2019/20 beendet – wenn die Coronavirus-Pandemie der Spielzeit nicht ein vorzeitiges Ende gesetzt hätte. Seit Mitte März wurde pausiert, das von Heinz Huhnhold trainierte Team der Spielgemeinschaft konnte nur 15 von 22 Partien absolvieren. Gewertet wurde die Saison trotzdem, bei der Berechnung der Abschlusstabelle die Quotientenregelung angewandt. Platz acht – zwölf Mannschaften gehörten zur Kreisliga Münster 1 – steht am Ende zu Buche. Im WA-Interview zieht Huhnhold Bilanz und blickt auf seine vier Jahre als Trainer der Frauen zurück. Im Sommer wird der 52-Jährige aus Hamm die erste Mannschaft der HSG-Männer übernehmen.

15 Spiele, nur fünf Siege, dafür neun Niederlagen: Wie fällt die Saisonbilanz aus?

Ich hatte mir mehr ausgerechnet. Auch wenn wir die Saison regulär beendet hätten – Tabellenplatz sechs hätten wir bei neun Punkten Rückstand auf Sendenhorst nicht mehr erreicht. Das ist die Enttäuschung. Wir haben nicht das geschafft, was wir uns vorgenommen hatten. Aber wir haben auch gute Spiele gezeigt, unter anderem einen Sechs-Tore-Rückstand aufgeholt. Leider haben wir oft in der Schlussphase die Raffinesse vermissen lassen und dadurch eine Führung oder ein Unentschieden nicht über die Runden gebracht. Richtig schlecht war das Spiel gegen Warendorf (13:30/höchste Saisonniederlage/Anmerkung der Redaktion).

Wie ärgerlich ist das abrupte Ende für dich?

Wir müssen alle damit leben, dass wir die Saison nicht vollends zu Ende gespielt haben. Ansonsten bleibe ich ja im Verein, werde die Mädels noch des Öfteren sehen, deren Spiele angucken, wenn sie vor uns im Einsatz sind, und ihnen die Daumen drücken.

Welche Spielerinnen haben in der abgelaufenen Saison positiv überrascht?

Da gibt es einige. Janine Schmidt zum Beispiel hat den nächsten Schritt gemacht. Sie ist Stammspielerin gewesen, hat jedes Mal, wenn sie da war, angefangen, hat sich wurftechnisch und taktisch verbessert. Sophia Bultmann hat zwar schon höher gespielt, musste sich aber in die Mannschaft einfügen und hat ihre Klasse gezeigt. Julia Israel hat mich auch positiv überrascht. Die Vorbereitung hatte sie schon sehr gut mitgemacht. Und im Training und während der Spiele hat sie einen wahnsinnigen Schritt nach vorne gemacht, was die Ausdauer angeht. Ihr Wurfrepertoire hat sich ebenfalls verbessert. Auch Marieke Breuer und Janine Große Westermann haben sich weiterentwickelt. Sie sind auf der Rückraummitte-Position zwei unterschiedliche Charaktere. Marieke ist eher die Ballverteilerin, Janine überzeugt durch ihr Eins-gegen-eins-Verhalten, bindet gleich zwei Spielerinnen. Es hat Spaß gemacht. Insgesamt kann ich sagen, dass die ganze Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht hat – auch wenn es von der Tabelle nicht so aussieht. Die anderen Teams, die schon vorher besser waren als wir, können wir ja nicht einholen, wenn sie auch einen Schritt nach vorne machen.

Vier Spielzeiten hast du die Frauen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt trainiert. Was bleibt hängen aus dieser Zeit?

Dass nicht alles Gold ist, was glänzt (lacht). Nein. Es heißt immer: Frauenmannschaften sind schwer zu trainieren. Ich würde sagen: jein. Man muss sich ganz einfach arrangieren. Logisch, es gibt auch mal Sachen, die der Trainer sehen beziehungsweise nicht sehen will, die nicht so gut ankommen. Da gilt es, ein gutes Mittelmaß zu finden. Manchmal habe ich es gefunden, manchmal nicht. Alles in allem hat es mir Spaß gemacht. Was hängen bleibt, ist, dass ich junge Spielerinnen an die Senioren herangeführt habe – und das eigentlich recht gut. Weh tat natürlich der Abstieg aus der Bezirksliga (in der Saison 2017/18).

Was traust du den Frauen in den nächsten Jahren zu?

Jochen (Bülte), der neue Trainer, kennt die Mannschaft ja. Ich denke, dass sie oben mitspielen kann – vorausgesetzt, die Mannschaft bleibt so zusammen.

Wie leicht respektive schwer fällt dir der vereinsinterne Wechsel zu den Männern?

Da er vereinsintern ist, habe ich eigentlich kein weinendes und kein lachendes Auge. Der Verein bleibt gleich, die Führung bleibt gleich, ich kenne die Verantwortlichen, sie kennen mich.

Das letzte Spiel war am 8. März, das nächste in der Liga ist nicht vor September. Wie überbrückt ihr die Zeit?

Bislang hatte ich nur zu Oliver Sevenich, Kapitän Thorsten Zartner und Finn Risthaus, der Ansprechpartner für die Jüngeren ist, über WhatsApp oder per Telefon Kontakt. Ich glaube, dass die Mannschaft sich durch Laufeinheiten fit hält. Sobald die Kontaktsperre aufgehoben wird, versuche ich mit der Mannschaft zu kommunizieren und mich und mein Konzept vorzustellen. Ich kenne das Team ja, habe oft genug zugeschaut. Ich muss gucken, dass ich dann gruppenweise Training anbiete, damit die Jungs wieder ein bisschen in den Rhythmus reinkommen. Es gibt Lösungsvorschläge vom Deutschen Handballbund, aber wir müssen erst mal abwarten, bis die Politik entschieden hat.

Volker Hollenberg war neun Jahre Trainer der Männer. Wie groß sind die Fußstapfen, in die du trittst?

Ich weiß nicht, welche Schuhgröße er hat, ich habe 45 (lacht). Es ist für die Mannschaft sicherlich schwerer, sich auf einen neuen Trainer einzulassen, wenn sie neun Jahre unter einem Coach trainiert hat. Ich will auch nicht, dass sie groß was ändert. Sie hat ja erfolgreich gespielt. Hätte sie einen Sieg mehr geholt in der abgelaufenen Saison, hätte sie eine Wildcard für die Bezirksliga bekommen. Für mich ist es wichtig, dass die Jungs das, was ich möchte, in ihr Spiel einarbeiten, dass sie unberechenbarer werden. Natürlich sind die Fußstapfen groß, aber wenn wir an einem Strang ziehen und eine Einheit bilden, werden wir die Fußstapfen gut ausfüllen können.

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