Aufstiegsrunde mit HSG?

Ziel des Handballkreises Münsterland: Kleine regionale Gruppen ab April

Gestoppt vom Virus: Janine Große Westermann und die Frauen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt.
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Gestoppt vom Virus: Janine Große Westermann und die Frauen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt.

Die Saison wird für die HSG Ascheberg/Drensteinfurt nicht so enden, wie es bislang geplant war. Der Handballkreis Münsterland hat eine Alternative erarbeitet. Es wird Aufstiegsrunden, kleine regionale Gruppen für die anderen Mannschaften und erneut keine sportlichen Absteiger geben.

Drensteinfurt – Offen ist, wann die Saison fortgesetzt wird. Klar ist dagegen, dass es weitergehen soll. Und sicher ist nun auch, dass die Spielzeit nicht mit einer Einfachrunde beendet wird. Diese Entscheidung, die der Handballverband Westfalen (HVW) kommuniziert hat, gilt zwar in erster Linie auf Verbandsebene, doch dass der Handballkreis Münsterland anders verfahren wird, ist unwahrscheinlich. Auf Kreisebene wird es daher auch Aufstiegsrunden, kleine regionale Gruppen für die anderen Mannschaften und erneut keine sportlichen Absteiger geben. Heinz Huhnhold, Trainer des Kreisligisten HSG Ascheberg/Drensteinfurt, tendiert dazu, an der Aufstiegsrunde teilzunehmen. Frauen-Coach Jochen Bülte ist dagegen noch unschlüssig. Die Entscheidung wird gemeinsam mit den Mannschaften und den anderen Verantwortlichen der Spielgemeinschaft getroffen.

Der Handballkreis Münsterland hatte in der vergangenen Woche seinen „Corona-Kurzfahrplan“ auf seiner Homepage veröffentlicht. Im Konzept „Spielbetrieb im Erwachsenenbereich“, erstellt vom 1. Vorsitzenden Daniel Hooge, steht: „Wenn ein flächendeckender Spielbetrieb mit mindestens 90 Prozent der Mannschaften ab dem 1. März möglich ist, wird in einer Einfachrunde in den aktuellen Staffeln die Saison zu Ende gespielt. Spiele der Vereine, die nicht antreten können oder wollen, werden entsprechend gewertet. Die Nachholspiele werden ausgetragen.“ Dieses Gedankenspiel ist seit dem Entschluss des HVW obsolet.

Vor April keine Pflichtspiele

Damit greift auf Kreisebene die Alternative. Voraussetzung dafür ist, dass ein flächendeckender Spielbetrieb im März nicht realistisch ist. Andreas Tiemann, Vize-Präsident Spieltechnik im HVW, betont: „Selbst für den optimalen Fall, dass die Inzidenzwerte bis Mitte Februar so weit runtergehen, dass die Behörden ein Mannschaftstraining in der Halle erlauben würden, verbleibt nicht ausreichend Zeit, um sich auf eine Fortsetzung der Saison bis zu den Sommerferien vorzubereiten.“ Eine Verlängerung der Spielzeit bis in den Herbst ergibt aus Verbandssicht keinen Sinn. „Dies würde zu Lasten der Saison 2021/22 gehen“, so Tiemann. Die Vereine hätten nun die gewünschte frühzeitige Planungssicherheit.

Für die Mannschaften, die in den Ligen des Handballkreises Münsterland starten (Bezirksligen, Kreisligen, Kreisklassen), bedeutet das: Es gibt erneut keine sportlichen Absteiger. „Nur Vereine, die nicht erneut melden, steigen aus den Ligen 2020/2021 ab“, heißt es in dem Konzept. Alle Mannschaften, die aufsteigen wollen, müssen dafür gemeldet werden. Sie werden einer Aufstiegsrunde zugeteilt. Allen anderen Teams, die ebenfalls spielen wollen, macht der Kreis das Angebot, in kleinen regionalen Gruppen den „Pokalsieger Westfalen“ auszuspielen. Ausgetragen werden sollen diese Begegnungen im April und Mai – in Abhängigkeit der gemeldeten Teams und natürlich der Corona-Lage. Der letzte Spieltag ist voraussichtlich am Pfingstwochenende (22./23. Mai).

Der Spielmodus werde kurzfristig entwickelt. Nach Möglichkeit soll eine Einfachrunde, gegebenenfalls eine Runde mit Hin- und Rückspielen, ausgetragen werden. „Sofern das nicht möglich ist, wird im Play-off-Modus gespielt“, steht im Konzept. „Alle teilnehmenden Vereine haben ein vorgegebenes Testkonzept (Schnelltest vor dem Spiel) vorbehaltlos zu erfüllen, sofern dieses gefordert wird bzw. sinnvoll ist.“

Da kannst du gleich ein Krankenhaus mieten für die ganzen Spieler, die ausfallen.

Heinz Huhnhold

HSG-Trainer Huhnhold kann die Entscheidung des westfälischen Verbandes vollkommen nachvollziehen. Selbst wenn es möglich wäre, die Saison im März fortzusetzen, „hättest du nur zwei, drei Wochen Vorbereitung“, sagt der Hammer. Das Verletzungsrisiko wäre viel zu groß. „Wir sind keine Profimannschaft, die jeden Tag trainiert, sondern nur ein- oder zweimal pro Woche. Das geht nicht. Da kannst du gleich ein Krankenhaus mieten für die ganzen Spieler, die ausfallen.“

Für Huhnhold ist eine Aufstiegsrunde reizvoll. „Dann weiß man, wo man steht. Man duelliert sich mit den stärkeren Mannschaften aus den anderen Staffeln“, sagt der Coach. Er hat seine Spieler schon mal nach ihrer Meinung gefragt und wartet auf weitere Rückmeldungen. Huhnhold ist der Meinung, dass die Mannschaften in der Kreisliga die einfache Runde hätten zu Ende spielen können. Die HSG hat in der Staffel 3 nur sieben Gegner. Weil das Team schon zwei Partien absolviert hat, wären es nur noch fünf Partien gewesen. Zeitdruck gibt es aber auch bei der Alternative nicht. „Wenn wir im April und Mai spielen, hätten wir genug Zeit.“ Die Aufstiegsrunde könne ja auch als Turnier ausgerichtet werden.

Kein Spiel seit fast elf Monaten

Noch keine Tendenz gibt es bei der Frauenmannschaft der HSG, die in dieser Saison Corona-bedingt noch nicht ein Spiel ausgetragen hat und zuletzt vor fast elf Monaten im Einsatz war. „Darüber diskutiert haben wir noch nicht“, sagt Jochen Bülte. Er als Trainer müsse sich mit dem Team und dem Vorstand besprechen. „Dadurch, dass ich fünf Jahre in dem Kreis nicht unterwegs war, kenne ich die Kreisliga nicht. Und ich kenne sie noch nicht, weil wir immer noch kein Spiel gemacht haben. Von daher vermag ich nicht zu sagen, ob es sinnvoll wäre, eine Aufstiegsrunde zu spielen“, sagt Bülte. Eventuell wäre es besser, sich als Mannschaft erst mal zu finden und in einer Ligapokal-Gruppe zu starten.

Dass ein Spielbetrieb stattfinden soll, um die Zeit zu überbrücken, findet Bülte gut. Er ist der Pandemie überdrüssig. „So langsam wird es echt Zeit“, dass etwas Normalität zurückkehrt. „Ich glaube aber noch nicht dran“, sagt der Sendenhorster. Denn von einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 „sind wir noch ganz weit weg“.

Saison 2021/2022

Der 1. Spieltag der Saison 2021/2022 soll am letzten Wochenende im August sein. Ferienende ist am 17. August. Es werden möglichst kleine Staffeln mit maximal zehn oder zwölf Mannschaften gebildet. Zudem erfolge ein deutlich vermehrter Abstieg mit dem Ziel, die Sollstärken innerhalb von zwei, drei Jahren wiederherzustellen, heißt es in dem Konzept des Handballkreises Münsterland. Eventuell müssen vor den Spielen Schnelltests durchgeführt werden. „Vereine, die dieses nicht umsetzen können oder wollen, können nicht teilnehmen.“

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