Handball

„Gewehr bei Fuß“: HSG steigt auf, wenn Ibbenbüren nicht will

Ob die Handballer der HSG Ascheberg/Drensteinfurt jubeln dürfen, steht fest, wenn die Ibbenbürener SpVg 08 sich entschieden hat.	Foto: Siemund
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Ob die Handballer der HSG Ascheberg/Drensteinfurt jubeln dürfen, steht fest, wenn die Ibbenbürener SpVg 08 sich entschieden hat.

Die Ibbenbürener SpVg 08 oder die HSG Ascheberg/Drensteinfurt – eine der beiden Mannschaften wird in die Bezirksliga aufsteigen. Nimmt Ibbenbüren das Angebot des Handballkreises Münsterland (HKM) an, hat die HSG das Nachsehen. Andernfalls kehrt die Spielgemeinschaft nach vier Jahren in die Bezirksliga zurück.

Drensteinfurt – Die möglichen Aufsteiger zur Landes-, Bezirks- und Kreisliga (bei den Männern und Frauen) sowie zur 1. Kreisklasse (bei den Männern) hat der HKM benannt. Der hatte nach dem Abbruch der regulären Saison eigentlich eine Aufstiegsrunde geplant, um die Teams zu ermitteln, die 2021/22 eine Liga höher als aktuell spielen dürfen. Aufgrund der vorgegebenen Meldefrist des Handballverbandes Westfalen (15. Juni) wurde die Austragung aus zeitlichen Gründen abgesagt. „Der avisierte Spieltag am 4. Juli ist aufgrund des Saisonendes nicht mehr möglich“, teilt der HKM mit. Den Termin hatten die Verantwortlichen um den 1. Vorsitzenden Daniel Hooge und den Vorsitzenden der Technischen Kommission (TK), Christian Maaß, gewählt, um den Vereinen, die gemeldet hatten, nach der langen Zwangspause mit einer Vorbereitungszeit von fünf Wochen entgegenzukommen. Doch Spieltage über den 30. Juni (offizielles Saisonende) hinaus seien nicht mehr möglich.

Von daher wird es nun zwei Aufsteiger aus den jeweiligen Bezirksligen der Frauen und Männer in die Landesliga geben und aus allen weiteren Spielklassen jeweils einen Aufsteiger. Das hat der HKM entschieden. Dieser Entschluss beruht auf Paragraf 52 (1) der Spielordnung (SpO): „Kann der Sieger, Auf- oder Absteiger einer Klasse oder Staffel aus spieltechnischen oder sonstigen Gründen nicht termingerecht zur Teilnahme an den Meisterschaftsspielen, Aufstiegsspielen oder Abstiegsspielen für die nächste Spielsaison ermittelt werden, wird er von der zuständigen Spielleitenden Stelle nach sportlichen Gesichtspunkten bestimmt.“ Zudem wurde folgender Punkt berücksichtigt: „Der Kreisvorstand behält sich vor, abweichende Auf- und Abstiegsregelungen auf Antrag der Technischen Kommission neu zu erlassen, wenn es aus zurzeit nicht absehbaren Gründen notwendig werden sollte.“

Nur Saison 2019/20 zählt

Zur Ermittlung der Aufsteiger hat der HKM anders als der Verband und andere Handballkreise ausschließlich die Saison 2019/20 zugrunde gelegt, „da wir der Meinung sind, dass die laufende Saison 20/21 mit maximal drei Spieltagen keine sinnvolle Grundlage ist. Zugleich haben wir auf die Bewertung der Saison 18/19 verzichtet, da wir hier noch in unterschiedlichen Kreisen (Euregio Münsterland und Münster) gespielt haben“, erklärt TK-Vorsitzender Maaß.

Ausschlaggebend ist die Quotientenregelung, die schon vor dieser Spielzeit zu vermehrten Aufsteigern geführt hatte. „Uns ist bewusst, dass auch hier schon einige Vereine die Wildcard abgelehnt haben. Diese werden wir dennoch als potenzielle Aufsteiger benennen – unabhängig von der vorherigen Abfrage zur Aufstiegsrunde“, so Maaß weiter.

Remis hätte schon gereicht

In der Kreisliga Münster kommt die Ibbenbürener SpVg 08 auf einen Quotienten von 1,294. Das Team aus dem Kreis Steinfurt hatte in der abgebrochenen Saison 2019/20 in der Staffel 1 in 17 Spielen 22:12 Punkte geholt. In der Staffel 2 war die HSG Ascheberg/Drensteinfurt in 16 Partien auf 20:12 Punkte gekommen. Das bedeutet einen Quotienten von 1,25. Hätte die HSG Anfang März 2020 ihr letztes Saisonspiel bei Havixbeck II nicht mit 26:27 verloren, sondern ein Remis geholt, stünde die erste Mannschaft der Spielgemeinschaft als Aufsteiger fest.

So hat Ibbenbüren nun bis Samstag, 5. Juni, 23.59 Uhr, Zeit, den Aufstieg anzunehmen. Geschieht dies nicht oder lehnt der Verein ab, wird die HSG nach Ablauf dieser Frist kontaktiert. „Wenn Ibbenbüren sagt, wir bleiben in der Kreisliga, dann kommen wir. Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Trainer Heinz Huhnhold und hofft nach dem Abstieg 2016/2017 unter Coach Volker Hollenberg auf die Rückkehr in die Bezirksliga. Er selbst wird bis zum Wochenende abwarten und keinen Kontakt zur SpVg aufnehmen. „Ich lasse das.“ Wenn dann müssten das Abteilungsleiter Carsten Gburek oder Karl-Heinz Welzel machen, sagt Huhnhold.

Vorgehen „ein bisschen fragwürdig“

Das Kuriose: Die Ibbenbürener hätten schon in der Vorsaison aufsteigen können und hatten damals auf eine Wildcard verzichtet. Und diesmal meldeten sie nicht für die Aufstiegsrunde, dürfen nun aber trotzdem aufsteigen. „Sie haben deswegen nicht gemeldet, weil sie viele Schüler und Studenten haben und sie Angst hatten, dass sie sich anstecken“, sagt Huhnhold und findet das Vorgehen der SpVg zumindest „ein bisschen fragwürdig“. Plötzlich ist Ibbenbüren wieder drin in der Verlosung – und hat alles in der eigenen Hand.

Bei der benachbarten SG Sendenhorst haben die Bezirksliga-Handballer neben Eintracht Coesfeld die Möglichkeit, in die Landesliga zurückzukehren. Außerdem wurden die Frauen als möglicher Nachrücker in die Bezirksliga benannt. „Sollte wider Erwarten kein Verein das Aufstiegsangebot annehmen, wird es keine weitere Nominierung für den Aufstieg geben“, teilt der HKM mit.

Benennung der Aufsteiger zur Landes-, Bezirks- und Kreisliga

Männer

- zwei Aufsteiger zur Landesliga: DJK Eintracht Coesfeld, SG Sendenhorst; mögliche Nachrücker: 1. DJK Eintracht Hiltrup, 2. HSG Hohne/Lengerich

- ein Aufsteiger zur Bezirksliga: Ibbenbürener SpVg 08; möglicher Nachrücker: HSG Ascheberg/Drensteinfurt

- ein Aufsteiger zur Kreisliga: TV Friesen Telgte III; möglicher Nachrücker: BSV Roxel II

- ein Aufsteiger zur 1. Kreisklasse: 1. HC Ibbenbüren IV; möglicher Nachrücker: TV Kattenvenne III

Frauen

- zwei Aufsteiger zur Landesliga: TSV Ladbergen, SV DJK Grün-Weiß Nottuln; mögliche Nachrücker: 1. DJK Eintracht Coesfeld II, 2. SV Vorwärts Gronau

- ein Aufsteiger zur Bezirksliga: BSV Roxel II; möglicher Nachrücker: SG Sendenhorst

- ein Aufsteiger zur Kreisliga: 1. HC Ibbenbüren III; möglicher Nachrücker: FC Vorwärts Wettringen V

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