1. wa.de
  2. Sport
  3. Drensteinfurt

Groundhopping in Westafrika: Fußball-Enthusiast Ismael Blum besucht 13 Spiele

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Matthias Kleineidam

Kommentare

Im Stade Amadou Barry vor den Fans von Casa Sports
Im Stade Amadou Barry vor den Fans von Casa Sports © Blum

Mehr als 3000 Fußballspiele hat Ismael Blum nach eigenen Angaben in seinem Leben besucht – und dabei fast 1600 Stadien respektive Sportplätze kennengelernt. Im März kamen 13 besondere Partien dazu. Der 28-Jährige unternahm eine fast dreiwöchige Groundhopping-Reise nach Westafrika.

Rinkerode – Im Senegal übergab Blum, der seit 2016 Schiedsrichter des SV Rinkerode ist, zunächst in der Hauptstadt Dakar Teenagern einen ausrangierten SVR-Trikotsatz. Danach widmete er sich im Urlaub seinem außergewöhnlichen Hobby. In der vergangenen Woche ist er zurückgekehrt – mit „vielen Erlebnissen und Erinnerungen im Gepäck“, wie er sagt. Der Psychologe, der in Meinerzhagen arbeitet und dessen Eltern in Rinkerode wohnen, hat seine Stadionbesuche in Westafrika für den WA zusammengefasst.

Erstes Spiel (Länderpunkt Senegal) am 12. März: AS Dakar Sacré-Coeur gegen ASC Linguère (0:0) im Stade Alassane Djigo. „Mit dem Taxi bin ich in den Vorort Pikine gefahren, habe dort ein schlechtes Spiel gesehen. Circa 300 Zuschauer waren dabei, darunter ein paar Jugendliche mit Trommeln. In der Halbzeitpause wurde von einigen Besuchern ein Gebetsteppich rausgeholt. Drei andere deutsche Groundhopper habe ich auch im Stadion gesichtet.“

Zweites Spiel am 13. März: Guédiawaye FC gegen Casa Sports de Ziguinchor (0:2) im Stade Amadou Barry. „Auch zu der Partie fuhr ich mit dem Taxi. Circa 4000 Zuschauer sorgten für eine gute Stimmung. Auf der Haupttribüne waren Jugendliche mit Trommeln, auf der Gegengerade gab es zwei Fanlager und Gesänge. Nach dem Abpfiff konnte ich den Kunstrasen betreten und die Feierlichkeiten der Gäste ansehen.“

Vor 4000 Zuschauern: Guédiawaye FC gegen Casa Sports im Stade Amadou Barry.
Vor 4000 Zuschauern: Guédiawaye FC gegen Casa Sports im Stade Amadou Barry. © Blum

Drittes Spiel am 14. März: CNEPS Excellence gegen ASC Les Jaraaf de Dakar (1:0) im Stade Maniang Soumaré. „Nach der Fahrt mit dem Sammeltaxi von Dakar in die Stadt Thiès war ich einer von etwa 1000 Zuschauern. Ich habe im Stadion nach einer Toilette gefragt und wurde von Vereinsverantwortlichen eingeladen, das Spiel direkt am Spielfeldrand auf der Pressebank zu verfolgen. Es war ein schlechtes Spiel und ein unverdienter Heimsieg. Auf der Rückfahrt mit dem Sammeltaxi habe ich Mohamed kennengelernt, einen Fußball-Enthusiasten aus Dakar, mit dem ich die Telefonnummern ausgetauscht habe.“

Viertes Spiel (Länderpunkt Kap Verde) am 17. März: Benfica da Praia gegen Sporting Clube da Praia (1:2) im Estádio da Várzea. „Auf den Kapverden spielen die einzelnen Inseln regionale Meisterschaften und die Gesamtmeisterschaft aus. Die Insel Santiago ist in Nord und Süd geteilt, in der Südliga kam es zum Klassiker zwischen Benfica und Sporting. Circa 500 Zuschauer waren im Stadion mitten in der Hauptstadt Praia.“

Auf der kapverdischen Insel Santiago: Estádio da Varzea.
Auf der kapverdischen Insel Santiago: Estádio da Varzea. © Blum

Fünftes Spiel am nächsten Tag in demselben Stadion, da sonst keine Begegnung stattfand: Boavista FC da Praia gegen Vitória FC (1:0).

Sechstes und siebtes Spiel am 19. März: „Vormittags habe ich ein Spiel der 2. Liga von Santiago Sul in einem Ground in Praia gesehen (GDRC Delta gegen GDRC Vila Nova 3:3), dann Fahrt mit dem Aluguer (Sammeltaxi) nach Calheta zum Spiel CD Flor Jovem da Calheta gegen SC Beira-Mar do Tarrafal (1:1) im Estádio Municipal de São Miguel in der Liga Santiago Norte. Vorher wurde noch ein Stadion in einer Nachbarstadt angesteuert, wo der dortige Verein spielen sollte, aber es gab nirgendwo Infos, ob das wirklich in dem Stadion stattfindet. Also bin ich auf gut Glück dorthin gefahren. Leider kein neuer Ground, da das Spiel auch in Calheta stattfand.“

Stadion in Calheta: Estádio Municipal de São Miguel.
Stadion in Calheta: Estádio Municipal de São Miguel. © Blum

Achtes und neuntes Spiel am 20. März: zwei Jugendspiele, eins vormittags in Praia, eins nachmittags in Tarrafal. „Das Stadion in Tarrafal liegt direkt neben einem ehemaligen Konzentrationslager. Das Spiel war das Finale der Regionalmeisterschaft von Santiago Norte, der Sieger wurde im Elfmeterschießen ermittelt. Die Rückfahrt erfolgte im Aluguer von Tarrafal nach Praia. Das Fahrzeug hatte neun Sitze, die zwischenzeitliche Besetzung: 22 Personen.“

Zehntes Spiel am 23. März: Guédiawaye FC gegen AS Pikine (0:0), Revisit im Stade Amadou Barry. „Das Lokalderby sollte eigentlich im neuen Nationalstadion stattfinden, wurde wegen einer Wasserkonferenz aber kurzfristig nicht mehr dort ausgetragen. Circa 8000 Zuschauer, gute Stimmung, schlechtes Spiel. Ich habe es gemeinsam mit Mohamed geguckt, der mich auf dem Rückweg auf seinem Roller mitnahm. Nach dem Spiel gab es Ausschreitungen auf der Tribüne zwischen beiden Fanlagern, die Polizei hat mit Knüppeln eingegriffen.“

Nationalstadion Gambias: das Independence Stadium in Bakau.
Nationalstadion Gambias: das Independence Stadium in Bakau. © Blum

Elftes Spiel (Länderpunkt Gambia) am 25. März: Gambia Armed Forces FC gegen Gamtel FC (0:1) im Independence Stadium. „Die Hinfahrt von Dakar im Bus dauerte zehn Stunden, wir kamen mit vier Stunden Verspätung an, weil der Motor kaputt war. Das Team der gambischen Streitkräfte traf auf die Werksmannschaft des Telekommunikationsunternehmens. Das schlechte Spiel in einem guten Stadion (Nationalstadion) sahen etwa 200 Zuschauer. Kein Support. Vor dem Spiel habe ich einen Krokodil-Pool besucht.“

Zwölftes Spiel am 26. März: Hawks FC gegen Samger FC (2:0) auf einem Kunstrasenplatz im Nirgendwo. „Das Gewinnerteam war in der prallen Sonne überlegen. Ein Einheimischer namens Jerry kam mit mir ins Gespräch. Er habe ein Probetraining beim VfB Oldenburg absolviert, konnte Deutsch. Es war eine nette Unterhaltung. Vor dem Spiel habe ich den Monkey Park besucht, abends folgte der Flug zurück nach Dakar.“

Sportplatz in Gambia: The late Ousman Saho Field.
Sportplatz in Gambia: The late Ousman Saho Field. © Blum

13. Spiel am 27. März: AS Douanes gegen Guédiawaye FC (1:0). „Die Partie habe ich gemeinsam mit Mohamed besucht. Für Douanes ist der ,Peter Crouch Senegals‘, ein großer Spieler, aufgelaufen. Support der Gäste, es war ein schlechtes Spiel zum Abschluss.“

Auch interessant

Kommentare