Fußball

Von 2005 bis 2011 stellte der SVD eine Frauenmannschaft 

Coach Volker Rüsing (rechts) und Co-Trainer Thorsten Hegemann (links) kümmerten sich in der letzten Saison 2010/11 um die Frauenmannschaft des SV Drensteinfurt. Im letzten Spiel am 27. März 2011 erzielte Rhiana Albrecht (heute Rüsing/stehend 4.v.l.) das letzte Tor. Foto: Kleineidam
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Coach Volker Rüsing (rechts) und Co-Trainer Thorsten Hegemann (links) kümmerten sich in der letzten Saison 2010/11 um die Frauenmannschaft des SV Drensteinfurt. Im letzten Spiel am 27. März 2011 erzielte Rhiana Albrecht (heute Rüsing/stehend 4.v.l.) das letzte Tor.

Es ist ein relativ kurzes Kapitel in der 111-jährigen Geschichte des Sportvereins Drensteinfurt (SVD). Zur Saison 2005/2006 wurde eine Frauenmannschaft gegründet. Fast sechs Jahre lang kämpfte die in der Kreisliga um Tore, Punkte und teilweise sogar um den Aufstieg. Im Frühjahr 2011 war Schluss. 

Drensteinfurt – Aus Mangel an Personal musste der SVD das Team vom Spielbetrieb abmelden und auflösen.

Der damalige Mädchen-Trainer Wolfgang Winkelnkemper hatte die Idee, für 2005/06 eine Frauenmannschaft anzumelden. „Fünf Spielerinnen waren zu alt, um weiter in der U17 zu spielen. Die wollte ich nicht verlieren“, sagte er beim Trainingsauftakt. Um ein Team melden zu können, musste der SVD einige Mädchen aus der U17 hochziehen. Hinzu kamen Spielerinnen aus Rinkerode. Einzige Akteurin über 18 Jahren war zu Beginn Torfrau Heike Schimansky, Kapitänin war Nina Frie. Außerdem gehörten Ramona Winkelnkemper, Anja Streffing, Jennifer Marquardt, Sarah Keuchel, Kristina Vogt, Jaqueline Koch, Mareike Vogel, Karina Reinecke, Hanna Stuckamp, Marina Hunkemöller und Stephanie Kubis zum Kader. „Ein Platz im Mittelfeld ist das Ziel“, sagte Frie vor dem Meisterschaftsauftakt. Das klappte allerdings nicht.

0:17 zum Auftakt, 0:31 im letzten Spiel

Ihr Debüt gaben die SVD-Frauen am 21. August 2015. Das Heimspiel gegen die DJK GW Amelsbüren endete mit 0:17. Im Schnitt etwa alle fünf Minuten musste die Torhüterin hinter sich greifen. Ein 0:21 in Wolbeck folgte eine Woche später. Am dritten Spieltag gelangen im Duell mit dem TuS Freckenhorst (2:2) die ersten Tore und der erste Punkt. Am letzten Spieltag am 28. Mai 2006 gab es eine 0:31-Klatsche bei Westfalia Kinderhaus. Die Premierensaison 2005/2006 beendeten die Drensteinfurterinnen mit zwei Siegen, einem Remis und 23 Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 13:234 als Tabellenvorletzter der Kreisliga.

Trainingsauftakt in der Premierensaison: 2005/06 stellte der SV Drensteinfurt erstmals ein Team für Frauen. Die meisten Spielerinnen waren Mädchen. Trainer war Wolfgang Winkelnkemper (insgesamt viereinhalb Jahre), Kapitänin Nina Frie (hockend, 2.v.r.).

In der folgenden Spielzeit lief es schon besser. Mit acht Siegen, einem Unentschieden, 15 Niederlagen und „nur“ 89 Gegentoren belegten die Stewwerterinnen im Endklassement ebenso Platz neun wie ein Jahr später. 2007/2008 waren die Bilanz (16/1/13) und das Torverhältnis (119:72) erstmals positiv.

In der Saison 2008/09 schnupperte der SVD sogar am Aufstieg. 21 von 30 Partien gewann das Team, nur fünf gingen verloren. Beste Torschützin war damals Rhiana Albrecht (heute Rüsing) mit 43 Treffern – gefolgt von Michelle Moeller (19) und Jenny Hagedorn (13). Als Tabellendritter der Kreisliga Tecklenburg mussten die Spielerinnen von Wolfgang Winkelnkemper lediglich der DJK RW Alverskirchen und dem VfL Wolbeck den Vortritt lassen. Beide schafften den Sprung in die Bezirksliga.

Rüsing löst Winkelnkemper ab

In der Winterpause der Saison 2009/10 löste Volker Rüsing Winkelnkemper als Coach ab. „Er hat den Frauenfußball beim SVD viereinhalb Jahre am Leben gehalten“, sagt Rüsing über Winkelnkemper, dem er zur Spielzeit 2011/12 nochmals im Amt folgte – allerdings bei den Fußballerinnen von Fortuna Walstedde. In seiner ersten Saison beim SVD schaffte es Rüsing, langjähriger Torjäger und künftiger Trainer der ersten Mannschaft Drensteinfurts, mit seinem Team auf Platz sechs. 14 Siegen standen acht Niederlagen gegenüber.

In der sechsten und letzten Saison mischten die Frauen aus Stewwert zwar wieder ganz oben in der Tabelle der Kreisliga mit. Doch Anfang April 2011 meldete der Verein das Team wegen berufs- und verletzungsbedingter Ausfälle vom Spielbetrieb ab. „Wir waren auf jeden Fall mal Tabellenerster und hatten dann arge Personalprobleme. Teilweise sind wir mit zehn Leuten losgefahren, das weiß ich noch“, erinnert sich Rüsing, der insgesamt etwa 14 Monate Coach der Frauen war und von Co-Trainer Thorsten Hegemann unterstützt wurde. Auch das Interesse am Fußball habe nachgelassen. „So musste das Ganze leider beendet werden.“

Die bis heute letzte Partie einer SVD-Frauenmannschaft fand am 27. März 2011 beim 1. FC Gievenbeck (1:1) statt. Für Drensteinfurt standen damals Pauline Asbrand, Rhiana Albrecht, Kira Gunsthövel, Hanna Strukamp, Julia Frie, Alina Funke, Kathrin Oles, Barbara Kissing, Mareike Vogel, Jennet Uysal und Katharina Schratz in der Startelf, Kristina Vogt wurde eingewechselt, Albrecht erzielte den Ausgleich. Michelle Moeller, in der Saison mit 16 Buden die Treffsicherste im Team, war nicht dabei.

Erneuter Anlauf 2019 misslingt

Anfang 2019 gab es Überlegungen, nach acht Jahren Pause wieder ein Frauenteam zu gründen. Ziel war es, zur Saison 2019/20 eine Mannschaft für den Spielbetrieb anzumelden. Allerdings scheiterte der Versuch.

Während der SV Drensteinfurt damit seit fast zehn Jahren keine Mannschaft für Frauen stellt, ist Volker Rüsing weiterhin als Trainer aktiv. Nach seiner Zeit bei Fortuna Walstedde (2011 bis 2017) coachte er bis zum Herbst 2019 die Zweitvertretung der SVD-Seniorenfußballer. In dieser (ungewöhnlichen) Saison ist er Trainer der Drensteinfurter A-Junioren.

Der ausführliche Bericht mit weiteren Fotos steht in der Wochenendausgabe des Westfälischen Anzeigers (WA Drensteinfurt 20. Februar 2021). Der Artikel ist Teil einer Serie des Westfälischen Anzeigers (Ausgabe Drensteinfurt) über den Mädchen- und Frauenfußball in der Stadt Drensteinfurt.

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