Fußball

„Langfristiges Projekt“: SVR-Trainer Kuschel über Integration und Ziele

Sven Kuschel (links) ist 38 Jahre alt, im Besitz der B-Lizenz und seit dieser Saison Trainer des SV Rinkerode.
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Sven Kuschel (links) ist 38 Jahre alt, im Besitz der B-Lizenz und seit dieser Saison Trainer des SV Rinkerode.

Tabellensiebter sind die Fußballer des SV Rinkerode. „Wenn wir die Saison regulär durchziehen, ist es unser Ziel, Fünfter oder Sechster zu werden“, sagt Sven Kuschel. Im Interview äußert sich der Trainer auch zur Fortsetzung der Spielzeit und dazu, wie die Integration der Zugänge geklappt hat.

Rinkerode – Im Gegensatz zum Landesligisten SV Drensteinfurt und Fortuna Walstedde hatten die Kreisliga-A-Fußballer des SV Rinkerode bis zum Beginn der Saison-Unterbrechung alle geplanten Meisterschaftsspiele ausgetragen. Trotzdem haben sie ein paar Punkte zu wenig geholt. Neun Zähler sind es, „zwölf Punkte wären das, was wir schon gerne auf dem Konto gehabt hätten“, sagt Sven Kuschel. Der 38-Jährige bildet seit dem Sommer mit Jörg Raabe-Staljan ein Trainerduo beim SVR. Im Interview mit WA.de äußert sich der B-Lizenz-Inhaber, der als Regionalleiter bei einer Versicherung beschäftigt ist, zur sportlichen Situation und zur unklaren Fortsetzung der Spielzeit und spricht darüber, wie die Integration der vielen Zugänge geklappt hat.

Wie waren die ersten vier Monate als Trainer der ersten Seniorenmannschaft – die Ergebnisse mal nicht berücksichtigt?
Auf jeden Fall durchweg positiv. Wir haben einen sehr jungen Kader, eine sehr gute Trainingsbeteiligung und konnten an vielen Sachen arbeiten. Auch die Stimmung in der Mannschaft ist gut.
Wie klappt die Zusammenarbeit mit Jörg Raabe-Staljan als Trainerduo?
Wie früher auch, perfekt. Wir stimmen uns regelmäßig ab, sind fast immer einer Meinung. Und wenn nicht, ist das auch gut für den Prozess, dass man einen Austausch hat. Aber letztendlich kommen wir immer auf einen Nenner, von daher passt das.
Zum Sportlichen: Nach sieben Spielen hat der SVR neun Punkte und ist Tabellensiebter. Wie fällt die Zwischenbilanz aus?
Das ist ehrlicherweise das, was mich ein bisschen nervt, wenn man sich die Ergebnisse anschaut. Wir waren in keinem Spiel deutlich unterlegen. Ich würde es eher verkraften, wenn wir mal ein Spiel dabei gehabt hätten, in dem wir 0:3, 0:4 verloren hätten. Dann hätte ich es akzeptiert, dass wir die schlechtere Mannschaft gewesen wären. Wir waren in den Spielen, die wir verloren haben, oft die Mannschaft, die versucht hat, das Spiel zu machen, und die guten Fußball gezeigt hat. Aufgrund des jungen Kaders waren wir aber auch manchmal ein bisschen zu naiv. Zuletzt gegen Herbern II (0:1-Niederlage/Anmerkung der Redaktion) konnten wir zwar mithalten, aber der Gegner war so gut verstärkt, dass wir nicht auf Sieg spielen konnten.
Wenn es umgekehrt wäre – vier Siege, drei Niederlagen –, wärt ihr dann im Soll?
Dann wären wir im Soll, auf jeden Fall. Zwölf Punkte wären das, was wir schon gerne auf dem Konto gehabt hätten. Aber letztendlich ist ein Prozess mit so einer jungen Mannschaft und einem neuen Trainerteam. Dafür funktioniert es schon ganz gut.
Für den Dezember stehen zwei Spiele auf dem Plan: gegen die Warendorfer SU und bei der SG Selm. Gehst du davon aus, dass auch die ausfallen werden?
Ja. Für mich wäre alles andere ein Durchziehen der Saison. Die überkreislich spielenden Mannschaften fahren in andere Regionen und die zweiten Mannschaften profitieren dadurch, dass es kreisübergreifend eher Spielausfälle gibt als im Kreis. Und damit ist für mich eine Wettbewerbsverzerrung gegeben. Deswegen macht es meines Erachtens nach keinen Sinn, die beiden Spiele noch auszutragen. Dafür könnte man im neuen Jahr etwas früher anfangen oder macht zwei, drei englische Wochen. Dann würde es zumindest bei uns in der Staffel funktionieren.
Es sind nur zwei Nachholspiele und insgesamt 15 Partien, die der SVR bis Juni zu absolvieren hat. Das sollte zu schaffen sein, oder?
Genau, das wäre zu schaffen. Wichtig ist nur, dass es in Einklang gebracht werden müsste mit den anderen Ligen. Ansonsten wäre es für mich, dadurch dass wir zweite Mannschaften als Gegner haben, deren erste zwei, drei Ligen höher spielen, Wettbewerbsverzerrung.
Dass der Fußballkreis Münster die A-Kreisligisten auf drei kleine Staffeln aufgeteilt hatte, war also eine kluge Entscheidung?
Es war die richtige und eine kluge Entscheidung, die allerdings wenig Spielraum lässt für den Prozess einer Mannschaft, die sich neu formiert hat. Das ist der Nachteil dabei. Bei nur zwölf Mannschaften hast du kaum eine Möglichkeit, eine Negativserie wegzustecken, ohne direkt in Panik zu verfallen. Das Gute: Du kannst in Rinkerode ruhig arbeiten, und jeder steht dahinter. Und wir stehen mit unseren neun Punkten trotzdem noch besser da als der eine oder andere, der sich mehr versprochen hatte und für den es eng werden könnte.
Was wäre denn, wenn nur die Hinserie ausgetragen und gewertet würde? Dann hätte Rinkerode nur noch vier Aufgaben zu bewältigen. Das wäre ein bisschen wenig bis Juni, oder?
Ja, auf jeden Fall. Und dann haben wir noch die Kracher dabei: Warendorf (Spitzenreiter) und Wacker Mecklenbeck (Tabellenzweiter). Da kannst du erhobenen Hauptes verlieren, sage ich jetzt mal. Selm (Tabellensechster, aber erst fünf Spiele absolviert) ist stark, Hiltrup II (Vierter) auch, und du weißt nie, was von oben runterkommt. Von daher wäre es für uns eine Mammutaufgabe, keine Frage.
Ihr hattet viele Neuzugänge zu integrieren. Wie ist das gelungen?
Das funktioniert in Rinkerode ja immer ganz gut. Wir haben relativ viele junge Leute, sie fühlen sich alle wohl. Bei dem einen oder andere muss man gucken, wie es weitergeht, wenn das Studium richtig losgeht.
Was ist für den SVR nach oben noch möglich?
Wenn wir die Saison regulär durchziehen, ist es unser Ziel, Fünfter oder Sechster zu werden. Das wäre ein ganz gutes Ergebnis – und ist für mich auch machbar. Denn gegen die Gegner, gegen die wir verloren haben, werden wir in der Rückserie besser aussehen. Aasee II (1:3) würde ich ausklammern, weil sie echt stark waren. Das Spiel haben wir zu Recht verloren. Die Niederlage gegen Davensberg (1:2 in der Nachspielzeit) war megaunglücklich, weil wir vorher mehrere Hundertprozentige hatten. Das Spiel darfst du nicht verlieren. Und Ottmarsbocholt (1:2) war nicht die spielerisch bessere, sondern vielleicht die taktisch cleverere und giftigere Mannschaft.
Wie es diese Saison sportlich weitergeht, ist ungewiss. Habt ihr euch denn schon Gedanken über die nächste Spielzeit gemacht?
Die Zusammenarbeit war erst mal für ein Jahr vereinbart. Jörg und ich wollen uns im November zusammensetzen, ein erstes Fazit ziehen und dann mit dem Verein sprechen. Grundsätzlich ist es ein langfristiges Projekt. Deswegen haben wir die jungen Spieler ja integriert.

--- Die Kreisliga A2 Münster ---

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