Fußball

Für die Seniorentrainer ist an Einheiten vor Ostern nicht zu denken

Auch die Seniorenfußballer sehnen einem Neustart herbei.
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Auch die Seniorenfußballer sehnen einem Neustart herbei.

Während der Nachwuchs im Alter bis einschließlich 14 Jahren in Gruppen, aber mit Abstand und nur an der frischen Luft wieder trainieren darf, müssen sich die älteren Fußballer weiter gedulden. Das sagen die Trainer der heimischen Seniorenmannschaften dazu.

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde – Ab dem 22. März könnte Kontaktsport unter freiem Himmel bei einer stabilen oder sinkenden Inzidenz unter 50 in NRW für sie wieder erlaubt sein. Das ist angesichts der aktuellen Zahlen allerdings eher unwahrscheinlich. Denn die bei den Bund-Länder-Beratungen beschlossenen Öffnungsschritte orientieren sich grundsätzlich an der landesweiten Inzidenz. Liegt die in zwei Wochen bei 50 bis 100, wäre Training nur mit tagesaktuellem negativem Selbst-/Schnelltest möglich. Von daher ist es wahrscheinlicher, dass die ersten Einheiten erst ab dem 5. April – und damit nach Ostern – stattfinden werden, wenn Kontaktsport draußen ohne große Einschränkungen wieder erlaubt sein könnte. WA.de hat vier Seniorentrainer um ihre Einschätzung gebeten.

Sven Kuschel, der Coach des A-Kreisligisten SV Rinkerode, macht sich keinen Druck. „Wir warten erst mal ab. Irgendjemand wird uns schon irgendwann hoffentlich frühzeitig sagen: Jetzt dürft ihr wieder trainieren.“ In den vergangenen Wochen habe er immer wieder mit einem Wiedereinstieg geliebäugelt. „Und dann ging es doch nicht los. Deshalb denke ich, entspannt bleiben und sich vorbereiten auf den Tag X.“ Kuschel hält die vom FLVW kommunizierte zweiwöchige Vorbereitung auf den Re-Start der Meisterschaften aufgrund der dann fünfmonatigen Pause für „mehr als schwachsinnig“. Das Verletzungsrisiko sei viel zu hoch.

Kuschel kritisiert Tests vor dem Training

Zur Thematik mit dem Testen sagt Kuschel: „Ich halte die Strategie für die falsche. Worst Case: Der Arbeitgeber fordert einen Test, das Fitnessstudio auch, und dann kommt noch der Fußballverein, der zwei- bis dreimal pro Woche einen Test fordert. Wie oft willst du dich denn testen lassen, um die normalen Bereiche des Lebens genießen zu können?“, fragt Kuschel.

Eine Prognose, ob es am 5. April wieder losgehen kann, will der SVR-Coach nicht abgeben. „Das bleibt abzuwarten. Ich würde mich freuen, wenn wir bald unbeschwert ohne Risiken wieder Fußball spielen könnten. Aber ich glaube, dass es noch ein bisschen dauern wird.“ Kuschel kann zwar verstehen, dass der FLVW die Saison mit einer Wertung zu Ende bringen möchte, „aber das sollte meines Erachtens nach nicht um jedes Preis geschehen“.

Logermann hat „ein bisschen Hoffnung“

Für Oliver Logermann, Trainer des Landesligisten SV Drensteinfurt, ist „ganz viel Konjunktiv dabei“. Zumindest gebe es „ein bisschen Hoffnung, dass es doch in geraumer Zeit wieder auf den Platz geht und wir trainieren können – in welcher Form auch immer.“ Selbst-/Schnelltests vor den Einheiten zu machen, sei zu viel Aufwand. „Da müssten wir uns noch mal in der Mannschaft und mit dem Verein abstimmen, aber ich denke, das würden wir nicht machen.“ Was den Spielbetrieb angeht, ist Logermann „sehr skeptisch“, dass die Saison fortgesetzt wird. „Das ist sehr unwahrscheinlich.“ Alles andere sei nur Spekulation aktuell.

Auch Michael Tenbrink ist äußerst skeptisch. Eine richtige, unbekümmerte Vorfreude gibt es beim Trainer des A-Kreisligisten Fortuna Walstedde trotz der eventuellen Lockerungen im Lockdown nicht, „weil es einfach noch zu viele Zweifel gibt“. Geschehnisse auch im privaten Umfeld mit Corona-Erkrankungen seien noch zu präsent, um sich einen Wiedereinstieg vorstellen, geschweige denn sich darauf freuen zu können.

Tenbrink ist skeptisch

Tenbrink vermisst einen „klaren Faden“ seitens der Politik. Seine Meinung: Die Öffnungsschritte im Bereich Sport seien zwar angedacht, aber er glaubt nicht, dass sie so umgesetzt werden. „Das ist mehr so ein Zugehen auf die Bevölkerung, die auf ein Signal gewartet hat.“

Weil er eine Kontaktsportart ist, ist für Holger Kürpick an Fußball weiterhin „kaum zu denken“. Der Coach der Frauen der SG Walstedde/Heessen vertritt eine klare Meinung: „Kontaktfreies Training haben wir damals nicht gemacht und ist diesmal auch nicht vorgesehen. Klar: Jeder sehnt sich nach Fußball. Aber erst, wenn Kontaktsport erlaubt ist, finde ich es sinnvoll, wieder zu trainieren.“ Kürpick hat sich darauf eingestellt, dass für ihn und sein Team vor Ostern nichts möglich sein werde.

Kürpick hat Meisterschaft abgehakt

Die Meisterschaft hat er bereits abgehakt. „Diese Saison wird es keine Spiele mehr geben“, ist sich Kürpick sicher. Seine Mannschaft hat erst vier von 15 Spielen der Hinserie absolviert. „Wir können froh sein, wenn die Zahlen rückläufig sind und wir auf den Platz können. Dann sehen wir weiter.“

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