Fußball

Die dritte Mannschaft des SVD könnte viel weiter oben stehen

Jonas Weber (links) und Dario Popil hätten im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TuS Hiltrup III mit dem SV Drensteinfurt III punkten können.
+
Jonas Weber (links) und Dario Popil hätten im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TuS Hiltrup III mit dem SV Drensteinfurt III punkten können.

Die dritte Mannschaft der SVD-Fußballabteilung ist eine Ausnahmetruppe – nicht qualitativ, sondern was die Anzahl an Spielen angeht. Als einzige der heimischen Seniorenmannschaften hat sie vor der Anfang November gestarteten Zwangspause alle acht Spiele absolviert. 

Drensteinfurt – Mit der Platzierung – Tabellenneunter der Kreisliga C4 Münster – ist Malte Wessel aber nicht zufrieden, wie der junge Trainer im Interview mit dem WA verrät.

Drei Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen – wie fällt die Zwischenbilanz aus?
Das ist für mich relativ durchwachsen. Wir hatten uns auf jeden Fall mehr erhofft, sind aber zum Teil selbst schuld, dass wir nicht dort stehen, wo wir ursprünglich hinwollten.
Nach der 1:7-Klatsche bei der SG Selm II zum Saisonauftakt wart ihr fünf Spiele ungeschlagen. Wie ärgerlich ist es, dass die beiden letzten Partien vor der Zwangspause gegen den TuS Hiltrup III (1:2) und in Ascheberg (0:3) verloren gingen? Mit einem Sieg mehr wärt ihr Tabellendritter.
Es ist natürlich sehr ärgerlich. Nicht nur, dass wir die beiden letzten Spiele verloren haben, sondern auch die Art und Weise, wie wir diese Spiele verloren haben, ist mehr als bedauerlich. Wir hatten das Spiel leider nicht immer selbst in der Hand. Da spielen auch andere Faktoren mit rein. Gegen Ascheberg wurden wir vom Schiedsrichter benachteiligt, gegen Hiltrup hätten wir am Ende definitiv einen Punkt verdient gehabt, weil wir die Chancen hatten. Wenn man frei vorm Tor steht und den Ball aus zwei Metern nicht reinmacht, dann darf man sich auch nicht wundern.
Wie erstaunt bist du, dass ihr bis zur Unterbrechung im November nicht direkt von einer Corona-bedingten Spielabsage betroffen wart?
Für uns hat die Pandemie zum Glück bis jetzt keine weitreichenden Folgen mit sich gebracht. Natürlich bin ich erstaunt, dass wir nicht betroffen waren. Es liegt vielleicht auch daran, dass wir uns immer an die Vorschriften gehalten haben. Wir haben als Trainerteam an die Jungs appelliert, keine privaten Feiern stattfinden zu lassen. Und wir haben uns an die Vorgaben, die der SVD gemacht hat, strikt gehalten und diese intern sogar noch verschärft.
Was heißt das?
Wir haben die Kabinen in den letzten Wochen vor dem Lockdown nicht mehr aufgeschlossen, sind direkt umgezogen zum Platz gekommen, und nach dem Training hat jeder das Gelände wieder verlassen. In geschlossenen Räumen haben wir uns beim SVD also nicht mehr aufgehalten.
Die drei Spieltage im Dezember sind angesichts der hohen Fallzahlen auch abgesetzt und werden erst nach der Winterpause nachgeholt. Hat der FLVW die richtige Entscheidung getroffen?
Ja, denn die Gesundheit aller steht im Vordergrund. Nach einem Monat ohne Training hätte ohnehin die Vorbereitungszeit gefehlt. Das hätte auch deswegen nicht funktioniert.
Bislang sind es fünf Nachholspiele und insgesamt noch 18 Spiele, die ihr im Normalfall vor euch habt. Das sollte zu schaffen sein bis Ende Juni – auch wenn es noch nicht im Januar oder Februar weitergeht?
Das sollte der Gedanke sein, dass man die Saison einfach noch weiter nach hinten rauszieht. Dann sollten wir die 18 ausstehenden Spiele absolvieren können.
Oder wäre es sinnvoller, vielleicht nur die Hälfte aller Spiele auszutragen und zu werten?
Das fände ich auf jeden Fall schade. Man sollte die Saison weiter austragen. In unserer Liga hat man gesehen, dass es so gut wie keine akuten Fälle gab. Wenn weiterhin jeder so diszipliniert ist, sollte es möglich sein. Vielleicht ändert sich die Situation ja allgemein in drei, vier Monaten.
Was ist für euch nach oben noch möglich?
Die ersten beiden (SV Herbern III und TuS Hiltrup III/Anmerkung der Redaktion) sind zu gut, allerdings ist der dritte oder der vierte Platz definitiv drin. Hätten wir gegen Capelle II (3:3) nicht unentschieden gespielt, was absolut lächerlich war, dann würden wir weiter oben stehen. Wir haben uns das zum größten Teil schon selbst zuzuschreiben, dass wir aktuell nur Neunter sind. Wir wollen uns auf jeden Fall verbessern im Vergleich zur letzten Saison (Platz sechs) und halten das auch nach wie vor für möglich.
Wie es diese Saison sportlich weitergeht, ist ungewiss. Hast du dir denn schon Gedanken über die nächste Spielzeit gemacht? Es wäre deine vierte als Trainer der Dritten.
Ja, ich werde es auf jeden Fall weitermachen. Komme, was wolle! Es macht mir einfach Spaß. Ich habe eine geile Truppe und ein geiles Trainerteam. Es hat mit Mirko und Kevin zusammen als Unterstützung bestens funktioniert. Egal was nach meinem Masterstudium ansteht – ich werde definitiv Trainer bleiben.
Drensteinfurts junger Trainer: Malte Wessel.

Zur Person: Malte Wessel

Malte Wessel ist 25 Jahre jung und studiert Bauingenieurwesen (Master) an der FH Münster. Im Spätsommer wäre er fertig, wenn alles normal läuft. „Ich überlege, weiterzumachen, also zu promovieren“, sagt Wessel. Beim SVD ist er im dritten Jahr Trainer der dritten Mannschaft. Mirko Vogel unterstützt ihn, Spieler Kevin Frohne aufgrund eines Kreuzbandrisses auch. „Er wird jetzt wieder fit und sollte bald wieder einsatzfähig sein“, sagt Wessel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare