Drepper nach Deuten: Dringend nötiger Tapetenwechsel

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Dennis Drepper läuft in der Saison 2020/21 für Rot-Weiß Deuten auf.

Drensteinfurt – Dennis Drepper, der früher für den SV Drensteinfurt aufgelaufen ist, tritt kürzer. Der 24-Jährige spielte für den TuS Haltern und zuletzt für den TuS Ennepetal in der Oberliga und wechselt zum Landesligisten SV Rot-Weiß Deuten. Es könnte zum Duell mit dem SVD kommen.

Früher hat er erfolgreich für den SV Drensteinfurt gespielt. Über den TuS Haltern, mit dem er den Durchmarsch von der Landes- in die Oberliga schaffte, ging es zum TuS Ennepetal. Nach zwei Spielzeiten beim Verein am südlichen Rand des Ruhrgebiets wechselt der aus Stewwert stammende Dennis Drepper zur neuen Saison zum Landesligisten SV Rot-Weiß Deuten. Er möchte kürzertreten.

Dreieinhalb Jahre, von 2015 bis 2018, kickte Drepper in Haltern. In seiner letzten Saison wurde er mit dem TuS, der im vergangenen Jahr sogar den Sprung in die Regionalliga schaffte, Tabellenfünfter. Zwar kam er auf 29 Einsätze und sieben Tore, spielte insgesamt aber „nur“ rund 1200 Minuten. „Es war einfach eine große Konkurrenz in Haltern. Ich habe zwar immer gespielt, aber meistens nur die letzten 20, 30 Minuten oder die letzte Viertelstunde und nur ab und zu von Anfang an“, sagt der 24-Jährige. „Ich wollte immer spielen, das hat sich bis heute nicht geändert.“ Und weil die Verstärkungen beim TuS jedes Jahr größer wurden, sah Drepper keine Perspektive mehr und suchte sich einen neuen Verein.

In der Saison 2018/19 lief er für den TuS Ennepetal auf. Die Bilanz: 34 Spiele, 31 Einsätze in der Oberliga – die zweitmeisten hinter Torwart Marvin Weusthoff – und sieben Tore. 20 Mal spielte der Fan des Rekordmeisters Bayern München durch. Nach der Hinrunde war Ennepetal Dritter, am Ende nur Tabellen-13. „In der Rückrunde haben wir kaum Punkte geholt und ich habe keine Tore mehr geschossen. Wir hatten eine schlechte Vorbereitung im Winter, sind schlecht gestartet und gar nicht mehr aus dem Trott rausgekommen. Es wurde am Ende richtig knapp, wir wären beinahe runtergegangen.“

20 Spiele, 20 Einsätze

Etwas besser lief es in dieser Saison, die abgebrochen wurde. Die Ennepetaler holten aus 20 Partien 30 Punkte, Drepper kam jedes Mal zum Einsatz, spielte 14 Mal von der ersten bis zur letzten Minute und erzielte acht Tore für den Tabellenachten. „Es ist ein Auf und Ab gewesen. Wir haben Phasen gehabt, in denen es richtig gut lief und wir viele Spiele gewonnen haben, und welche, in denen wir verloren haben“, berichtet Drepper. Von langwierigen Verletzungen („nichts Dramatisches“) blieb er verschont. „Meinen Stammplatz hatte ich sicher. Ich habe fast jedes Spiel von Beginn, wenn ich nicht krank war oder nicht beruflich etwas dazwischenkam, und immer meine Tore gemacht.“

Doch bereits nach der Hinserie war so gut wie klar, dass es einen erneuten sportlichen Tapetenwechsel geben wird. „Der Gedanke war im Winter schon da, weil ich gemerkt habe, dass es alles zu viel ist“, sagt Drepper. Die langen Tage waren anstrengend. „Das Dreieck zu Hause, Arbeit, Fußball war vom Zeitaufwand zu groß im Verhältnis zum Spaß, den der Fußball gemacht hat.“ Drei, teilweise vier Mal pro Woche war er von 6.45 bis 23 Uhr unterwegs. „An den Trainingstagen war ich gar nicht mehr zu Hause außer zum Schlafen. Das war für mich der eine Schritt zu viel“, erklärt Drepper.

Im Projektmanagement tätig

Ein Wechsel zu einem anderen Oberligisten wäre zwar „noch mal schön“, aber weiter mit großem Aufwand verbunden gewesen. „Ich will weiter vernünftig Fußball spielen, auf gutem Niveau, ein bisschen mehr bei mir um die Ecke.“ Und daher entschied er sich für den SV Rot-Weiß Deuten. Aus Bottrop-Kirchhellen, wo er seit etwa vier Monaten mit seiner Freundin wohnt, ist es mit dem Auto eine Viertelstunde bis Dorsten. „Dann habe ich nach der Arbeit die Möglichkeit, vielleicht mal zu Hause was zu essen oder mich auszuruhen.“ Seit einem Jahr ist Dennis Drepper für eine Werbeagentur in Duisburg im Projektmanagement tätig. „Ich bin fleißig am pendeln.“ Gut 25 Minuten benötigt er pro Weg.

Der Kontakt zu RW Deuten kam durch zwei, drei gute Freunde, die dort schon spielen, zustande. „Es ist ein familiär geführter Verein, und ich habe schon Bezugspersonen, das war mir bei der Entscheidung sehr wichtig.“

„Fußball und der Wettkampf fehlen extrem“

Wie er die Zwangspause erlebt? „Fußball und der Wettkampf fehlen extrem. Es ist schon schwierig“, sagt Drepper. „Wir würden gerne mal wieder vor den Ball treten.“ Insbesondere fehle ihm die Kameradschaft. „Das ist das, was mit am schwersten fällt. Ich war zwischendurch vier Wochen im Home-Office. Die ganzen sozialen Kontakte sind ein bisschen eingebrochen.“

Zurzeit läuft er regelmäßig und versucht sich mit „den neuartigen Home-Workouts“ fit zu halten. „Es gibt da ja genug Sachen mittlerweile. Man trainiert manchmal Muskelgruppen, die man sonst nicht kennt.“ Alles in allem sei der Sport aber zweitrangig. „Wichtig ist, dass wir vorsichtig bleiben. Ich gehe davon aus, dass wir uns in dieser Saison auch auf dem Trainingsplatz nicht mehr sehen“, sagt Drepper und freut sich, endlich Gewissheit zu haben, dass die Saison der Amateurfußballer abgebrochen wird.

Allerdings hat der Abbruch RW Deuten womöglich den Aufstieg gekostet. Das Team steht nach dem Aufstieg in der Landesliga 4, in der auch der SV Herbern spielt, an zweiter Stelle. Der Rückstand auf Westfalia Kinderhaus beträgt einen Punkt. Allerdings haben die Münsteraner, die auch nach der Hinrunde Spitzenreiter waren, noch eine Partie weniger absolviert als Deuten. Daher hilft den Rot-Weißen auch die Quotientenregelung nicht.

Landesliga-Duell mit dem SVD?

Weil der SV Drensteinfurt als Tabellenführer der Bezirksliga 7 den Sprung in die Landesliga geschafft hat, kommt es in der nächsten Saison für Dennis Drepper wohl zum Duell mit seinem Heimatklub. „Das wäre ein cooles Spiel, ich würde mich sehr freuen“, sagt der 24-Jährige, der als Fünfjähriger erstmals im Stewwerter Sportverein gegen den Ball trat. Und sein Vater Manfred Drepper, seit 2014 1. Jugend-Obmann beim SVD, hätte eine extrem kurze Anfahrt zu einem Spiel seines Sohnes.

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