Frauenpower bei „Klack ‘09“: Ruth Lenz engagiert sich in doppelter Funktion

Vorbildlich setzt sich die Drensteinfurterin (rechts) auch für Menschen mit Behinderung ein.
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Vorbildlich setzt sich die Drensteinfurterin (rechts) auch für Menschen mit Behinderung ein.

Drensteinfurt – Ruth Lenz engagiert sich beim SV Drensteinfurt in doppelter Funktion. Seit zwei Jahren ist sie Frauenbeauftragte der Bouleabteilung „Klack ‘09“, seit Januar engagiert sich die 60-Jährige zudem als Seniorenbeauftragte. Vom Landessportbund erhält Lenz eine Urkunde und eine Einladung.

Seit Januar engagiert sich Ruth Lenz als Seniorenbeauftragte für die Bouleabteilung „Klack ‘09“ des SV Drensteinfurt. Sie ist Nachfolgerin von Friedel Walter, der seitdem als Obmann fungiert. Die Urkunde, die der Landessportbund (LSB) für sie ausstellte, hat aber in erster Linie etwas mit dem anderen Amt zu tun, das sie ausübt. Bereits seit zwei Jahren ist Lenz Frauenbeauftragte bei den Boulefreunden.

„Ehrenamtliche zu finden, wird immer schwieriger. Darum ist es wichtig, auch mal Danke zu sagen, und schön, wenn man solche kleine Anerkennungen aussprechen darf“, sagt Thomas Volkmar, stellvertretender Obmann und Geschäftsführer der Abteilung. Er und seine Vorstandskollegen hatten Lenz, die viel Freizeit für den SVD opfert, bei der Aktion des LSB für die Rubrik „12 Monate voller Frauenpower – Ehrenamtlerin des Monats“ (siehe Infokasten unten) vorgeschlagen. 257 Bewerbungen gingen beim LSB ein.

„Starkes Durchsetzungsvermögen“

Lenz ist seit 2018 nicht nur die erste Frauenbeauftragte im Abteilungsvorstand von „Klack ‘09“, sondern sei auch die erste im Gesamtverein, so Volkmar. Sie setze sich in der Abteilung, die 115 Mitglieder und einen Frauenanteil von 42 Prozent hat, speziell für die Belange der weiblichen Mitglieder ein. „Das ist bei einem nur mit Männern besetzten Vorstand oft nicht ganz einfach“, sagt Volkmar und lobt Lenz‘ „starkes Durchsetzungsvermögen“. Ihre Stärke sei das Zuhören, wovon gerade die älteren Damen profitierten. Lilo Kösters, das älteste Mitglied, das Lenz im „Boulodrom“ betreut, ist immerhin 96 Jahre. „Mit Senioren kann ich ganz gut“, sagt die Drensteinfurterin.

Beispielhaft setze sich Ruth Lenz auch für Menschen mit Behinderung ein. Seit 2014 gibt es die Gruppe „mittendrin“, die sich einmal im Monat freitags trifft (wegen Covid-19 aktuell natürlich nicht). „Sie ist federführend, wenn es darum geht, Sonderevents wie ,Grill & Boule‘, ,Boule & Dance‘ oder die Weihnachtsfeier zu organisieren“, sagt Volkmar.

Ruth Lenz

Bei den Treffen mit Menschen mit Behinderung begann Lenz vor fünf Jahren ihr ehrenamtliches Engagement bei „Klack ‘09“. „Es hat sofort Spaß gemacht. Ein paar Monate später bin ich eingetreten“, sagt die 60-Jährige, die offen zugibt, nicht die beste Boulespielerin zu sein.

Auch bei Arbeitseinsätzen, wenn die Anlage im Sportzentrum Erlfeld auf Vordermann gebracht wird, ist Lenz dabei und animiert andere Frauen zum Mitmachen. „Sie ist immer da, wenn sie gebraucht wird“, betont Volkmar.

Die 1000 Euro, die die zwölf „Ehrenamtlerinnen des Monats“ in diesem Jahr jeweils bekommen – das Geld wäre beim SVD der Arbeit mit Menschen mit Behinderung zugutegekommen –, erhielt Lenz zwar nicht, dafür aber eine Teilnahmeurkunde und eine Einladung zur „Ladies Night“ des LSB am 5. Dezember. „Ich war total überrascht, als ich davon gehört habe“, sagt Lenz. Und natürlich freut sie sich auch über die Anerkennung ihrer Arbeit. Mit der Urkunde, unterschrieben von der Vizepräsidentin Mona Küppers und der Sprecherin der Frauen, Dr. Eva Selic, bedankt sich der LSB für das „herausragende Engagement im Sportehrenamt“. Durch ihren Einsatz sei Lenz ein Vorbild für viele andere Mädchen und Frauen im Sport, heißt es. Bei der „Ladies Night“, zu der auch weitere Vertreter von „Klack ‘09“ eingeladen sind, will der LSB das „Jahr der Mädchen und Frauen im Sport“ gebührend ausklingen lassen.

Zuvor möchte der Vorstand der SVD-Bouleabteilung Ruth Lenz in einer besonderen Feierstunde ehren und ihr die Urkunde übergeben. Ein genauer Termin steht wegen der aktuellen Ausnahmesituation noch nicht fest. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.

Das Projekt

Die „Ehrenamtlerin des Monats“ ist ein Projekt im Rahmen der Initiative Ehrenamt des Landessportbundes (LSB) Nordrhein-Westfalen. Jeden Monat, von Januar bis Dezember 2020, stellt der LSB die „herausragenden Leistungen“ von Mädchen und Frauen im Sportehrenamt ins Rampenlicht. Für das starke Engagement gibt es 1000 Euro für die Vereinskasse.

www.sportehrenamt.nrw

https://www.sportehrenamt.nrw/sei-dabei/die-aktionen/

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