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Darum ist Fortuna Walsteddes Coach Kürpick „schon sehr beeindruckt“

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Von: Matthias Kleineidam

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Selten hatte er einen Grund, seine Mannschaft zu kritisieren: Holger Kürpick, seit 2019 wieder Trainer von Fortuna Walstedde. Er lobt Keeperin Sandra Nowak (3.v.l.). Foto: Kleineidam
Selten hatte er einen Grund, seine Mannschaft zu kritisieren: Holger Kürpick, seit 2019 wieder Trainer von Fortuna Walstedde. Er lobt Keeperin Sandra Nowak (3.v.l.). © Kleineidam

In der Kreisliga Beckum/Gütersloh überwintern die Fußballerinnen von Fortuna Walstedde an der Tabellenspitze. Im Interview mit WA.de spricht Trainer Holger Kürpick über die starke Hinrunde, das Saisonziel seiner Neuner-Mannschaft und seinen Vertrag. „Ich bin schon sehr beeindruckt“, sagt er.

Walstedde – In der zweiten Saison nach dem freiwilligen Rückzug aus der Bezirksliga und in der ersten nach dem schnellen Ende der Spielgemeinschaft mit dem SVE Heessen blühen die Fußballerinnen von Fortuna Walstedde auf. In der Frauen-Kreisliga Beckum/Gütersloh überwintern sie mit einem Punkt Vorsprung auf RW Vellern an der Tabellenspitze. Kein Spiel der Fortuna endete remis, dafür ist Vellern, das noch eine Partie mehr zu absolvieren hat, ungeschlagen. Im Interview mit dem WA spricht Trainer Holger Kürpick über die starke Hinrunde, das Saisonziel seiner Neuner-Mannschaft und seinen Vertrag.

13 Siege und zwei Niederlagen – wie bewertest Du die Zwischenbilanz?

Es ist schon eine beachtliche Bilanz und daher natürlich sehr positiv.

100 Tore nach 15 Spielen und nur 15 Gegentreffer sind auch nicht schlecht, oder?

100 Tore nach 15 Spielen sind schon der Hammer, denn 6,67 Tore im Schnitt muss man erst mal erzielen. Wenn man dann noch bedenkt, dass etliche 100-prozentige Chancen nicht in Tore umgemünzt wurden, ist das noch mal was Besonderes. 15 Gegentore sind gut. Man muss bedenken, dass uns Janina (Gerkamp/Anmerkung der Redaktion) verletzungsbedingt fehlte und deshalb bereits sechs verschiedene Spielerinnen im Tor standen. Sie haben alle ihre Sache sehr gut gemacht – vor allem Sandra (Nowak) wird von Spiel zu Spiel immer besser.

Zehn Ligasiege am Stück, mit den Pokalspielen sogar zwölf Pflichtspielerfolge nacheinander: Hattest Du mit einer Mannschaft schon mal so eine Serie hingelegt?

Nein, so eine Serie gab es in meiner Trainerlaufbahn noch nie. Diese Serie ist schon unheimlich und was ganz Besonderes, da doch immer ein anderes Team auf dem Platz stand und wir als Mannschaft trotzdem jedes Mal eine Topleistung gebracht haben und am Ende, als Sieger vom Platz gingen.

Wie beeindruckt bist Du selbst von deinem Team? Hattest Du erwartet, dass es so gut läuft?

Ich bin vom Team schon sehr beeindruckt, hätte diese Leistung und vor allem diese Punktzahl nie erwartet. Nachdem wir entschieden hatten, dass wir als Neuner-Team in die Saison gehen werden, war für uns erst mal wichtig, dass wir sonntags immer genug Personal zur Verfügung haben. Deshalb hatten wir auch kein Saisonziel, sondern wollten zu jedem Spiel genug Spielerinnen zur Verfügung haben und in jedem Spiel Spaß vermitteln. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen.

Welches Spiel war euer bestes?

Wir hatten einige gute Spiele, aber ich würde sagen, das Spiel gegen Sürenheide war das beste. Wir waren gut gestartet und lagen plötzlich 0:1 hinten. Nach unserem Ausgleich mussten wir vor der Pause noch das 1:2 hinnehmen. Die Mannschaft hat nie aufgegeben und immer weiter nach vorne gespielt. Somit wurde sie in der zweiten Halbzeit auch belohnt. Wir haben noch mit 6:2 gewonnen.

Ob ihr Herbstmeister werdet oder Vellern, hängt davon ab, wie das Nachholspiel Vellerns am 8. Februar bei der SG Bokel ausgeht. Wie siehst Du eure Chancen, dass es klappt?

Ob wir Herbstmeister werden oder Vellern, ist mir relativ egal. Ich genieße das Hier und Jetzt. 39 Punkte sind sehr gut, aber die zwei Niederlagen waren sehr ärgerlich. Daher werden wir uns im Januar gut auf die Rückrunde vorbereiten und versuchen, erneut so gute Spiele zu absolvieren.

Vellern spielt nach der Winterpause nacheinander beim Tabellendritten FC Sürenheide, bei der viertplatzierten SG Bokel und gegen euch. Da könnte eine Vorentscheidung fallen.

Da wird keine Vorentscheidung fallen. Wenn man sich sämtliche Kreisligen anschaut, muss man feststellen, dass unsere Liga die spannendste ist. Hier spielen noch sechs Mannschaften um den Titel mit, in welcher anderen Liga kann man das behaupten?

Wer in der Winterpause die Tabelle anführt, möchte sicherlich auch am Saisonende ganz oben stehen.

Wer die Tabelle anführt, ist in der Regel in jedem Spiel in der Favoritenrolle und das gejagte Team. Da ist jeder Gegner besonders motiviert, daher muss man immer an seine Grenzen gehen. Wenn wir das hinbekommen, werden wir sehen, welcher Tabellenplatz herausspringt.

Gibt es Verstärkungen für die Rückrunde oder Spielerinnen, die nicht mehr zur Verfügung stehen?

Verstärkungen wird es nicht geben. Im Gegenteil: Der Kader wird noch dünner besetzt sein. Janina Gerkamp und Lisa Jürling werden uns auch in der Rückrunde verletzungsbedingt fehlen. Klara Kalverkamp wird wieder nach München (Studium) gehen. Johanna Vienhues wird zu den Sportfreunden BW Paderborn wechseln. Sie studiert ja in Paderborn und kann in der Woche nicht trainieren. Da ein Zweitspielrecht nicht klappt, wird sie den Verein verlassen. Außerdem ist aus Vanessa Kalus Vanessa Sachweh geworden.

Wie sieht es mit Deinem Vertrag aus? Wirst Du die Frauen auch 2022/23 trainieren? Oder stehen die Gespräche noch an?

Mein Vertrag geht noch bis zum 30. Juni 2022. Die Gespräche für die Saison 2022/23 stehen noch aus, die Chancen stehen zurzeit bei 50:50, dass ich weiterhin der Trainer bin.

--- Krönender Abschluss mit 100. Saisontor: Fortuna baut Vorsprung aus ---

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