Frauenfußball

Was Fortunas Trainer Daniel Stratmann vor dem Saisonstart sagt

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Das Trainer-Duo der Bezirksliga-Fußballerinnen von Fortuna Walstedde: Daniel Stratmann (links) und Markus Hajok.

In vier Tagen starten die Bezirksliga-Fußballerinnen von Fortuna Walstedde in die Saison. Die meisten Gegner in der Staffel 4, in der viele Teams aus dem Ruhrgebiet spielen, kennt Trainer Daniel Stratmann nicht. „Wir wollen in der Hinrunde den Überraschungseffekt nutzen“, sagt er im WA-Interview.

Die Vorbereitung endet, die Meisterschaft beginnt. Bei der DJK SF Nette in Dortmund absolvieren die Fußballerinnen von Fortuna Walstedde am Sonntag (17 Uhr) ihr erstes Bezirksliga-Spiel der Saison. Vor dem Auftakt sprach Matthias Kleineidam mit Coach Daniel Stratmann – der 38-Jährige ist B-Lizenz-Inhaber und geht in sein zweites Jahr bei der Fortuna – über die Vorbereitung, das Trainer-Duo, die junge Mareike Venjakob, die neue Staffel und die ersten Gegner.

Seit Anfang Juli seid ihr im Training, zwischendurch gab es eine dreiwöchige Pause. Welches Fazit ziehst du nach der Vorbereitung?

Daniel Stratmann: Ein sehr positives – auch wegen der Trainingsbeteiligung. Klar, wir hatten wegen urlaubsbedingter Ausfälle mal nur acht oder neun Mädels bei den Einheiten, aber sie ziehen mit. Diesmal kann ich nicht meckern (lacht). Auch das neue Spielsystem wird schon sehr gut umgesetzt: ein 4-4-2 in der defensiven Formation und offensiv ein 4-3-3. Das machen die Mädels mit Bravour, das ist echt klasse.

9:0, 4:1 und 7:1: In den drei Testspielen gab es deutliche Siege. Waren die Gegner zu schwach oder wart ihr zu stark? 

Stratmann: Wir haben super Fußball gespielt, muss ich sagen, und waren in allen Belangen überlegen. Der Kamener SC ist eine neu gegründete Mannschaft. Da war das Ergebnis (9:0/Anmerkung der Redaktion) in Ordnung. Gegen Adler Buldern (4:1) hatte ich mir mehr Gegenwehr erhofft. Da muss ich aber ein Kompliment an die Mannschaft richten. Sie hat wie in den anderen beiden Spielen richtig stark gespielt. Wir hoffen, diese positiven Eindrücke mit in die Meisterschaft nehmen zu können.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Markus Hajok, der sich seit dieser Saison als zweiter Coach der Frauenmannschaft engagiert? 

Stratmann: Wir teilen uns die Arbeit als Trainerteam. Markus und ich verstehen uns blind und sind meistens einer Meinung. Die Mädels akzeptieren ihn auch. Weil wir jetzt zu zweit sind, können wir die Gruppen splitten, viel intensiver trainieren und vieles ansprechen. Das macht alles viel einfacher, und der positive Effekt ist schon zu sehen.

Mareike Venjakob ist gerade mal 17 Jahre alt, von den B-Juniorinnen der Warendorfer SU zu Fortuna Walstedde zurückgekehrt und in allen drei Testspielen als Torschützin in Erscheinung getreten. Welchen Eindruck hast du von ihr?

Stratmann: Sie hat definitiv viel Potenzial. Ihr gutes Stellungsspiel und ihre Qualität hat sie schon unter Beweis gestellt. Aber ich glaube, sie ist noch nicht richtig angekommen. Ich habe das Gefühl, sie spielt noch mit angezogener Handbremse. Wenn ein paar Wochen ins Land gegangen sind, wird sie richtig da sein. Akzeptiert ist sie von der Mannschaft komplett. Und das wird auch dazu beitragen, dass sie im Laufe der Saison noch stärker wird.

Walstedde spielt jetzt in der Bezirksliga 4. Nur der Hammer Sport-Club ist euch bekannt, alle anderen Gegner sind neu. Wie schätzt du die Liga ein? 

Stratmann: Es wird eine gemischte Liga. Du hast vier Landesliga-Absteiger und vier Aufsteiger aus der Kreisliga (siehe Infokasten unten). Die restlichen sechs Teams haben schon in der vergangenen Saison in der Bezirksliga gespielt. Es ist schwierig, eine Einschätzung abzugeben. Du musst natürlich die vier Absteiger ins Auge nehmen, die werden wahrscheinlich oben mitspielen. Einen Favoriten kann ich nicht nennen, dafür sind mir die Gegner einfach zu unbekannt. Wir wollen in der Hinrunde auf jeden Fall den Überraschungseffekt nutzen.

In der vergangenen Saison habt ihr den Klassenerhalt nur geschafft, weil Vizemeister Hammer SpVg zwangsabsteigen musste. Was stimmt dich optimistisch, dass es diesmal besser läuft? 

Stratmann: Die Euphorie im Moment und die eingespielte Defensive. Damit meine ich vor allem die Torwartposition. Wir haben mit Janina Gerkamp eine talentierte Torhüterin, die viel gelernt hat in der abgelaufenen Saison und in der Vorbereitung. Außerdem haben wir haben ja noch nicht alle Spielerinnen an Bord. Wenn ich überlege, wer gegen den TuS Wickede/Ruhr (7:1) noch gefehlt hat. Wir sehen es von Trainingseinheit zu Trainingseinheit und in den Spielen: Alle sind bereit, sich zu quälen. Das ist das Positive bislang.

Am kommenden Sonntag geht es zur DJK SF Nette nach Dortmund, der TV Brechten und der Wambeler SV heißen die nächsten Gegner. Wie bewertest du das Auftaktprogramm? 

Stratmann: Das ist schwierig zu sagen. Die kennen uns nicht, wir kennen die nicht. Ich bin gespannt. Vielleicht haben wir mit unserer schnellen Offensive einen Vorteil und können die Gegner überraschen.

Anders gefragt: Mit wie vielen Punkten wärst du nach drei Spieltagen zufrieden?

Stratmann: Optimal wären natürlich neun Punkte. Aber wenn wir vier oder fünf holen, wäre das schon gut. Alles andere wäre ein Bonus. Wir müssen erst mal kleine Brötchen backen und dürfen nicht so eine Saison absolvieren wie die letzte.

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Die Gegner 

Diese 14 Mannschaften spielen in der Bezirksliga-Staffel 4 Westfalen: Wambeler SV (Absteiger Landesliga 2), SV Waldesrand Linden (Absteiger Landesliga 2), SC Union BO-Bergen (Absteiger Landesliga 2), BSV Heeren (zusätzlicher Absteiger Landesliga 3), DJK SF Nette, BV Westfalia Wickede, TuS Eichlinghofen, SV Fortuna Herne, RW Ahlen (Aufsteiger Kreis Beckum/Gütersloh), Hammerthaler SV (Aufsteiger Kreis Bochum), TV Brechten (Aufsteiger Kreis Dortmund), VfB Börnig (Aufsteiger Herne/Gelsenkirchen), Fortuna Walstedde, Hammer SC

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