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„Verkehrter Weg“: Trainer kritisiert Entscheidung des Vereins

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Von: Matthias Kleineidam

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Die schlechte Einstellung des einen oder anderen Spielers von Fortuna Walstedde hatte vor dem derzeitigen Coach Oliver Koch (links) auch sein Vorgänger Michael Tenbrink (rechts) kritisiert. Foto: Kleineidam
Die schlechte Einstellung des einen oder anderen Spielers von Fortuna Walstedde hatte vor dem derzeitigen Coach Oliver Koch (links) auch sein Vorgänger Michael Tenbrink (rechts) kritisiert. © Kleineidam

Es liegt einiges im Argen aktuell bei Fortuna Walstedde und dem SV Drensteinfurt. Für die erste Mannschaft der Fortunen müssen die Verantwortlichen erneut einen neuen Trainer finden, die zweite des SVD schenkte am Sonntag die Punkte her. Allerorten gibt es personelle Probleme.

Drensteinfurt/Walstedde – Oliver Koch, der den Posten des Cheftrainers erst vor Kurzem von Michael Tenbrink übernommen hatte, steht in Walstedde nur als Übergangslösung zur Verfügung. In Absprache mit der Vereinsführung habe er die Spieler Ende der vergangenen Woche in Kenntnis gesetzt, dass er seinen Vertrag über den 31. Dezember hinaus nicht verlängern wird. „Das werde ich nicht tun“, sagte er im Gespräch mit dem WA. „Ich habe es der Mannschaft am Freitag beim Abschlusstraining bekannt gegeben.“

Die Gründe für seinen Entschluss: Die Trainingsbeteiligung sei immer noch extrem schlecht, „sie hat sich null geändert, auch die Einstellung“, unterstreicht Koch. „Das ist mit der ausschlaggebende Punkt, warum ich gesagt habe, ich mache es nur bis zum 31. Dezember. Ich musste sogar zwei Einheiten komplett abgesagt, weil nur wenige Leute gekonnt hätten.“

Verein erklärt sich

Fünf Spiele haben die Fortunen bis zur Winterpause, die in der Kreisliga A Beckum bereits Ende November beginnt und erst am 6. März 2022 endet, noch zu absolvieren. „Wir ziehen die Hinrunde noch gemeinsam durch“, sagt der 2. Vorsitzende des Vereins, Gordon Gödde. Und „natürlich werden wir in den nächsten Tagen damit beginnen, für das kommende Jahr oder die nächsten Jahre, also längerfristig, einen Trainer zu suchen.“

Dass der Kader für das Auswärtsspiel in Ennigerloh (1:3-Niederlage) mit Altherren-Spielern aufgefüllt wurde, kam bei Koch ebenfalls nicht gut an. Er betonte: „Mit dieser Personalentscheidung bin ich als Trainer einer ersten Mannschaft natürlich nicht einverstanden. Die erste Mannschaft ist das Aushängeschild eines Vereins. Da ist es in meinen Augen der verkehrte Weg, die Alten Herren in die Kreisliga A reinzudrücken anstatt zu sagen: Ihr setzt euch in der Kreisliga C auf die Bank und die Spieler aus der zweiten Mannschaft, die voll im Saft stehen, unterstützen die erste.“

Es ist unglücklich, aber ja nicht nur bei uns im Verein so.

Gordon Gödde

Auch zu dem Thema äußert sich Gödde. „Es ist so, dass wir die Alte-Herren-Spieler aktivieren mussten, um beide Mannschaften so auszustatten, dass wenigstens drei Leute auf der Bank sitzen, um wechseln zu können“, sagt der 2. Vorsitzende. Die Situation sei aufgrund verletzter, erkrankter und gesperrter Spieler „unglücklich, aber es ist ja nicht nur bei uns im Verein so“. Die Verantwortlichen hoffen auf Besserung, sodass „wieder mehr Manpower zur Verfügung steht“.

Koch ist der Meinung, dass die Fortunen in der Tabelle ganz woanders stehen könnten, würde die Bereitschaft aller stimmen. „Wenn die Luft noch da ist, dann spielen wir echt einen guten Fußball“, sagt der Interimscoach. Die Einstellung des einen oder anderen Spielers hatten vor Koch auch schon Michael Tenbrink und Eddy Chart kritisiert. „Der einzige Vorwurf von mir war, dass die Jungs nicht ehrgeizig genug waren“, sagte Chart kürzlich vor dem Aufeinandertreffen der Walstedder mit seinem neuen Club Vorwärts Ahlen gegenüber dem WA.

Lohrmann hatte Unheil kommen sehen

Für schlechte Nachrichten sorgt aktuell auch die zweite Mannschaft des SV Drensteinfurt. Sie ist nach zehn Spieltagen in der Kreisliga B3 Münster – also genau einem Drittel der Saison – sieglos und holte in den vergangenen fünf Partien nicht einen Punkt. Noch schlimmer: Zum Spiel am Sonntag beim SC Capelle trat das Team von Trainer Peter Lohrmann erst gar nicht an, die Punkte gingen daher kampflos an die Gastgeber.

Alles andere als begeistert: Peter Lohrmann, Coach des SV Drensteinfurt II. Foto: Kleineidam
Alles andere als begeistert: Peter Lohrmann, Coach des SV Drensteinfurt II. © Kleineidam

Lohrmann hatte das Unheil kommen sehen. Schließlich fehlt es schon seit Wochen an Personal. „Was soll ich dazu sagen? Wenn man ehrlich ist, wäre es schon das dritte Mal gewesen, dass wir nicht antreten, wenn nicht Spieler in Mecklenbeck und bei Birati Münster ausgeholfen hätten“, sagt der Coach.

Es bringt ja nichts, wenn du wieder sechs, sieben Stück kriegst.

Peter Lohrmann

Etwas verwunderlich war der Nichtantritt trotzdem. Schließlich saßen beim Bezirksliga-Spiel der ersten Mannschaft in Wolbeck und beim Kreisliga-C-Spiel der Drittvertretung gegen BW Ottmarsbocholt II zumindest so viele Leute auf der Bank, dass der eine oder andere in der Zweiten hätte aushelfen können. Lohrmann standen zunächst lediglich elf, zwölf Leute zur Verfügung. „Am Ende hatten wir nur zehn“, weil sich kurzfristig noch Spieler abmeldeten. „Es bringt ja nichts, wenn du wieder sechs, sieben Stück kriegst“, begründet der Trainer den Nichtantritt.

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