Fußball

Mit Torjäger Schlüter und Rückhalt Breer

Die Rückkehr ins Kreisliga-Oberhaus schafften die Fußballer von Fortuna Walstedde 1994/1995: (hinten von links) Christian Oberwald, Ingo Hankmann, Martin Jaschka, Olaf Lenz und Berthold Bories, (mittlere Reihe) Betreuer Theo Fröhner, Oliver Thiel, Rüdiger Bumann, Thomas Schlüter, Hermann Tiggemann und Christian Surmann sowie (unten) Spielertrainer Clemens Kuhn, Michael Schürmann, Klemens Breer, Stefan Cremer und Frank Rother.
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Die Rückkehr ins Kreisliga-Oberhaus schafften die Fußballer von Fortuna Walstedde 1994/1995: (hinten von links) Christian Oberwald, Ingo Hankmann, Martin Jaschka, Olaf Lenz und Berthold Bories, (mittlere Reihe) Betreuer Theo Fröhner, Oliver Thiel, Rüdiger Bumann, Thomas Schlüter, Hermann Tiggemann und Christian Surmann sowie (unten) Spielertrainer Clemens Kuhn, Michael Schürmann, Klemens Breer, Stefan Cremer und Frank Rother.

Seit 2006 sind die Fußballer von Fortuna Walstedde ununterbrochen in der Beletage des Fußballkreises Beckum. In den 90er Jahren war das anders. Damals gehörte die erste Mannschaft mehrere Spielzeiten der Kreisliga B an. Vor 26 Jahren gab es Grund zum Feiern. Drei Jahre nach dem Abstieg schafften die Fortunen 1995 mit dem ehrgeizigen Spielertrainer Clemens Kuhn die Rückkehr ins Oberhaus.

Drensteinfurt - Zwei, die vor einem guten Vierteljahrhundert in der Aufstiegsmannschaft spielten und sich bruchstückweise erinnern können, sind heute im Vorstand aktiv: der 1. Vorsitzende Olaf Lenz und der 1. Geschäftsführer Herrmann Tiggemann. Lenz absolvierte 1995 seine erste Saison in der ersten Mannschaft, agierte als Libero und war beim Aufstieg 25 Jahre alt. „Als ich aus der A-Jugend kam, hatte ich mir im Training das Kreuzband gerissen und konnte lange Zeit nicht spielen. Danach habe ich alle Mannschaften durchgespielt. Damals hatten wir vier Seniorenmannschaften. Ich habe in der vierten, dritten, zweiten und noch acht Jahre in der ersten Mannschaft gespielt“, blickt er zurück.

Defensive hatten die Aufgabe, hinten zu bleiben

Tiggemann trug 22 Jahre lang das Trikot der Ersten – ausschließlich als Vorstopper. Angesprochen auf den Aufstieg in die A-Kreisliga, gibt er zu: „Es war nicht unbedingt mein größter Erfolg.“ Viel lieber denkt er an das Jahr 1984 zurück, als Walstedde mit Karl-Heinz Wehnhardt als Coach und Werner Topp als Kapitän die Meisterschaft in der Kreisliga A feierte und sich für die Bezirksliga qualifizierte. In den 80er- und 90er Jahren sei auch taktisch vieles anders gewesen, sagt Tiggemann. „Viererkette und so was gab es damals nicht. Die Defensiven hatten die Aufgabe, hinten zu bleiben. Heutzutage hast du Offensivverteidiger, die ständig vorne rumlaufen.“

Zum Aufstiegsteam der Saison 1994/1995 gehörten auch Matthias Rüsch und Thomas Schlüter. Letzterer ging als Stürmer erfolgreich auf Torejagd. „Der Lange hat immer alles in Grund und Boden geschossen. Er hat jedes Jahr 30, 40 Tore gemacht“, berichtet Lenz und fügt lachend hinzu: „Er hat keinen Ball quergelegt. Wenn du ihn angespielt hattest, konntest du stehen bleiben oder zurückgehen.“ Auch für Tiggemann war Schlüter ein enorm wichtiger Spieler. „Thomas war sehr stark. Der machte einfach die Buden. Er nahm sich den Ball bei Elfmetern und schoss ihn flach unten rein.“ Schlüter, heute Leiter der städtischen Bauhofs, war damals auch bester Torschütze in der Beckumer B-Liga.

Breer war Rückhalt der Mannschaft

Laut Tiggemann gingen auch Stürmer Christian Oberwald und Kuhn, der im Mittelfeld agierte, voran. Im Tor stand Klemens Breer. „Clemens war ein Rückhalt der Mannschaft und ein absoluter Leistungsträger“, sagt Tiggemann. Andreas Knipping half zwischen den Pfosten aus, weil Breer in einem Vorbereitungsspiel in Rinkerode mit Lenz zusammengeprallt und verletzt war. Außerdem kamen Ingo Hankmann, Martin Jaschka, Berthold Bories, Oliver Thiel, Rüdiger Bumann, Christian Surmann, Michael Schürmann, Stefan Cremer und Frank Rother zum Einsatz. Als Mannschaftsbetreuer engagierten sich Theo Fröhner und Martin Averhage.

Wie die Saison genau verlief, daran können sich Lenz und Tiggemann nicht mehr so gut erinnern. „Wir waren bis zum Winter vorne. Danach haben wir nur einen Punkt aus drei Spielen geholt und sind am Ende, glaube ich, nicht als Erster, sondern als Zweiter aufgestiegen“, sagt Lenz, der nicht nur 1. Vorsitzender von Fortuna, sondern seit einem Jahr auch Vorsitzender der Fußballabteilung ist. Dafür weiß er noch haargenau, wo und wie ausgiebig gefeiert wurde. „Nach dem letzten Saisonspiel war unsere Vereinskneipe geschlossen, daher sind wir zu Höhne weitergezogen.“ In der Walstedder Gaststätte stießen Spieler und Coach „mit 30, 40 Zuschauern, die am Platz waren“, auf den Aufstieg an.

Clemens Kuhn war nur ein Jahr Spielertrainer der Fortunen, dann wechselte er zum SV Herbern. Zur Saison 1995/96 übernahm Berthold Bories. Er war zwei Jahre lang Coach. In der ersten Saison hielten die Walstedder die Klasse, 1997 stiegen sie jedoch in die Kreisliga B ab. Holger Vetter gelang es nach vier Trainerjahren, die Mannschaft dort 2001 zur Meisterschaft zu führen.

Seitdem spielen Fortunas Fußballer – mit Ausnahme der Spielzeiten 2004/05 und 2005/06 – kontinuierlich in der Kreisliga A. Die beste Resultate nach der Jahrtausendwende sind zwei zweite Plätze 2016/17 und 2018/19 unter Coach Eddy Chart.

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