Muskeln stählen vorerst vorbei: Fitnessstudios sind geschlossen

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Im Fitnesscenter Drensteinfurt – Leiter des Studios ist Radomir Grosicki – kann vorerst nur noch am 16. März trainiert werden.

Drensteinfurt – Das Coronavirus hat gewaltige Auswirkungen auf den Sport – auch auf lokaler Ebene. Ab Dienstag, 17. März, ist der Betrieb von Fitnessstudios ebenso untersagt wie Zusammenkünfte in Sportvereinen. Der WA hat sich in der Wellness Oase und im Fitnesscenter umgehört.

Das Coronavirus hat gewaltige Auswirkungen auf den Sport – auch auf lokaler Ebene. Die vier größten Sportvereine der Stadt (DJK Drensteinfurt, Fortuna Walstedde, SV Drensteinfurt und SV Rinkerode) haben den Sportbetrieb komplett eingestellt. Welche Alternativen gibt es, um sich fit zu halten? Falls Fitnessgeräte vorhanden sind, kann man in den eigenen vier Wänden Sport treiben. Oder man stärkt sein Immunsystem durch Joggen an der frischen Luft. Eine weitere Möglichkeit ist der Besuch eines Fitnessstudios. In Drensteinfurt gibt es zwei, beide sind noch geöffnet – allerdings nur noch heute. In einer Kabinettssitzung hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen am Sonntag weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. Ab Dienstag ist der Betrieb von Fitnessstudios und Schwimmbädern ebenso untersagt wie Zusammenkünfte in Sportvereinen.

„Solange es möglich ist, versuchen wir, vor allem unsere Patienten mit Schmerzen in der Praxis für Physiotherapie zu versorgen“, hatte Vera Igelbrink, Inhaberin der Wellness Oase, kurz vor dem Beschluss der Landesregierung auf Anfrage des WA gesagt. In ihrem Gesundheits- und Fitnessstudio an der Raiffeisenstraße, das an diesem Montag noch zu den gewohnten Zeiten geöffnet ist und in dem bis zu 20 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist zuletzt noch mehr Wert auf Hygieneregeln gelegt worden. „Ich verstehe, dass sich alle Sorgen um eine mögliche Übertragung und Infektion machen. Wir haben natürlich Vorsichtsmaßnahmen getroffen und eine zusätzliche Reinigungsfirma beauftragt“, sagte Igelbrink. Und es gilt: „Immer vor und nach dem Sport mindestens 30 Sekunden gründlich die Hände waschen, sich mit seinem eigenen Handtuch abtrocknen und nicht ins Gesicht fassen.“

Das Gesundheits- und Fitnessstudio Wellness Oase an der Raiffeisenstraße in Drensteinfurt

Die Kurse in der Wellness Oase liefen in den vergangenen Tagen mit weniger Mitgliedern als üblich, sodass die Teilnehmer mehr Platz hatten. „Jeder muss für sich entscheiden, ob er kommt oder nicht. Wer zu Risikogruppen zählt, sollte sehr achtsam mit sich umgehen“, betonte Igelbrink. Im Hinblick auf die vielen Ungewissheiten, die die rasante Ausbreitung des Virus mit sich bringt, ist ihr Folgendes besonders wichtig: „Wir richten uns nach den gesetzlichen Vorgaben und reagieren sofort, falls sich die Lage ändert.“ Gestern Abend änderte sich die Situation. „Wenn wir dazu aufgefordert werden, müssen wir selbstverständlich schließen“, sagte Igelbrink. Nicht vom Beschluss der Landesregierung betroffen sei Physiotherapie.

„Für alle schwierigen Situation“

Auch im Fitnesscenter Drensteinfurt, ebenfalls ansässig an der Raiffeisenstraße, war das Thema Corona am Samstag längst angekommen. „Es herrscht eine gewisse Unsicherheit“, sagte Studioleiter Radomir Grosicki und sprach von einer „für uns alle schwierigen Situation“. Bislang gab es keine Einschränkungen. Die Öffnungszeiten waren unverändert, die Kursangebote nicht reduziert. „Der Betrieb läuft ganz normal. Bewegung und Fitness stärken das Immunsystem ja“, sagte Grosicki. Es habe allerdings Überlegungen gegeben, Kurse zu unterbrechen.

Rückläufig war die Resonanz zuletzt. „Man merkt schon, dass weniger Mitglieder kommen. Gerade bei den Älteren sind die Besucherzahlen zurückgegangen“, berichtete Grosicki, einer von zwölf Mitarbeitern im Fitnesscenter. Auch dort wurde vorgesorgt. „Wir legen grundsätzlich Wert auf Hygiene, aber sensibilisieren die Mitglieder aktuell natürlich.“ In allen Räumen gebe es Desinfektionsmittel und -tücher. Auf der Trainingsfläche, wo die großen Geräte stehen, sei die Distanz zwischen den Besuchern ja ohnehin gegeben. Grosicki appellierte trotzdem an die Eigenverantwortung eines jeden.

Existenzsorgen

Am Samstagvormittag sei das Fitnesscenter sehr gut besucht gewesen. „Wir sind in der Hauptsaison. Es ist eine Jahreszeit, in der viele Mitglieder da sind“, sagte Radomir Grosicki. Die meisten davon kommen aus Stewwert. Aber auch Kunden aus Ascheberg, Rinkerode, Walstedde, Albersloh und Sendenhorst würden die Angebote nutzen. „Wir haben einen Radius von zehn Kilometern“, sagte der Studioleiter zum Einzugsgebiet.

Keinen Hehl machte er daraus, dass ihm wegen der Corona-Krise auch bange ist – vor allem, wenn das Fitnesscenter ab Dienstag zunächst bis zum 19. April geschlossen ist. „Natürlich sind Existenzsorgen da“, sagte Grosicki.

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