Horstkötter mit dem R4-Team Westfalen zurückgekehrt

+
Von frostigen Temperaturen bis hin zu sengender Hitze – auch wettertechnisch war für das R4-Team Westfalen alles dabei. Der Rinkeroder Fabian Horstkötter ist im grünen T-Shirt neben dem orangenen Kastenwagen zu sehen.

SOEST/RINKERODE - Sechs Studierende der Fachhochschule Südwestfalen, darunter Fabian Horstkötter aus Rinkerode, hatten sich vor einem Monat aufgemacht, um an der legendären „4L Trophy“ von Biarritz nach Marrakesch teilzunehmen (der WA berichtete). In drei kultigen Renaults 4 ging es dabei von Soest über Paris, Madrid und Algeciras durch die marokkanische Sahara bis zur Stadt im Südwesten Marokkos.

Nach 18 Tagen sind alle sechs wohlbehalten und um viele Erlebnisse reicher an den Soester Campus zurückgekehrt. „Die Rallye war für mich absolut unvergesslich“, sagt Horstkötter.

Eigentlicher Tour-Start war für Lukas Siepmann und Björn Tumulla (Team Grün), Marcel Redeker und Fabian Horstkötter (Team Orange) sowie Nele Rost und Hardy Köckemann (Team Rot) am 19. Februar in Biarritz. Noch heute leuchten Siepmanns Augen, wenn er an das bunte Bild denkt, dass sich ihnen in der Stadt an der französischen Atlantikküste bot: „Jeder vierte Wagen war ein R4. Ein heilloses Verkehrschaos. Sobald einer anfing zu hupen, machten alle mit. Die Freude bei uns war riesig, weil wir wussten, jetzt geht’s richtig los!“

Manche Teams hatten ihre Kastenwagen aufgemotzt, stärkere Motoren eingebaut, das Fahrwerk höhergelegt, Spoiler angebracht oder den Lack mit Tigerstreifen verziert. Das Soester Team verhielt sich da eher zurückhaltend. „Was will man da auch mit dem deutschen TÜV machen“, sagte der Elektrotechnik-Student lachend.

Ganz ohne technische Blessuren waren die fünf R4-Fahrer und die eine R4-Fahrerin nicht ausgekommen. „Zwei Stoßdämpfer, einen Anlasser, einen Keilriemen, zwei Spannrollen und einen Reifen hat’s zerlegt“, resümierte Siepmann. Aber das sei eigentlich gar nichts. Schließlich habe jedes der drei Fahrzeuge, die gut 30 Jahre auf dem Kasten haben, während der Tour insgesamt 7850 Kilometer zurückgelegt. Kleinigkeiten konnten die Maschinenbau-, Elektrotechnik- sowie Design- und Projektmanagement-Studierenden selbst reparieren. Bei größeren Defekten half während der Tour ein Mechaniker-Team des Veranstalters.

Enorme Anstiege mussten die drei Teams bewältigen, die geliebten 34 PS starken „Kisten“ zwang es dabei fast in die Knie. Heiß gelaufene Motoren standen im kuriosen Gegensatz zu schneebedeckten Straßenrändern auf 2250 Metern Höhe. Einmal festgefahren, einmal verfahren, aber nur, weil arglos der bunten R4-Herde hinterhergerollt, Fladenbrot zum Frühstück, gekochtes Fleisch zum Abendbrot, keine Dusche, stattdessen viel Sand – so die Bilanz des Teams. Gefährliche Situationen für Leib und Leben haben die sechs glücklicherweise nicht erlebt. Man müsse verrückt sein, wenn man da mitfährt, werden sich viele Kommilitonen gedacht haben – und ein bisschen sind die sechs es wohl auch. Aber neben all der Begeisterung für ihre nach Benzin riechenden Renaults 4 haben die Soester Studierenden auch den humanitären Sinn der Rallye nicht verfehlt und gut 150 Kilogramm Lebensmittel und Schulmaterial für marokkanische Kinder abgeliefert.

„Am meisten haben mich die Fahrten durch Marokko fasziniert“, so Horstkötter gegenüber dem WA. „Bei der morgendlichen Ankunft in Tanger – gegen 6 Uhr – waren es beispielsweise schon angenehme Temperaturen. Als wir aber nachmittags ins Gebirge gefahren sind, lag plötzlich nicht wenig Schnee am Straßenrand. Am nächsten Tag mussten wir auch über einen kalten Pass, und nachmittags waren wir bei gefühlten 30 Grad Celsius in der Wüste.“ Die gesamte Landschaft sei atemberaubend. „Wenn man auf einer Straße aus dem linken Fenster geschaut hat, waren dort Pflanzen zu sehen, wohingegen auf der anderen Straßenseite nur steinige Ebene war“, berichtete Horstkötter. Durch die Windschutzscheibe sahen die Teilnehmer auch die schneebedeckten Berge, auf die sie zugefahren sind.

„Auch die freudige Begrüßung der Leute hat mich überrascht. Überall standen winkende Leute. Kinder saßen auf der Leitplanke der Autobahn und haben mit leuchtenden Augen gewunken“, so Fabian Horstkötter. „In einem Dorf hing ein selber gemachtes Banner zur Begrüßung. Das war Wahnsinn.“ - da/mak

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare