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Finanzielle Lage von Vereinen und Betrieben mit Schulpferden teils düster

Theodor Arndt betreibt eine Reitschule. Auf dem Hof im Wickeder Ortsteil Wiehagen sind 62 Pferde zu Hause.
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Theodor Arndt betreibt eine Reitschule. Auf dem Hof im Wickeder Ortsteil Wiehagen sind 62 Pferde zu Hause.

In einer bundesweiten Online-Umfrage hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit Sitz in Warendorf die Situation der Reitschulen erfasst. 

Kreis Warendorf –Wie groß die Not ist, zeigt allein die Resonanz auf die Umfrage: In Deutschland gibt es 6100 Reitschulen (3700 Vereine, 2400 Betriebe). Mit 2926 Rückmeldungen hat nahezu jede zweite Reitschule an der Umfrage teilgenommen, darunter 1110 Vereine. Ein Drittel der Reitschulen sieht seine Existenz durch den Pandemie-bedingten Lockdown gefährdet.

„Die Folgen werden gravierend sein: Ohne Vereine und Betriebe mit Schul- und Voltigierpferden fehlt der Zugang zum Pferd“, teilt die FN mit. „Die Reitschulen bilden das Fundament des organisierten Pferdesports, sie machen Nachwuchsarbeit, Sportentwicklung und generell den Pferdesport möglich.“ Schon seit Jahren übertreffe die Nachfrage für Unterricht das Angebot. „Die Wartelisten dürften noch länger werden.“

Laut Umfrage sind für 1100 Reitschulen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie so gravierend, dass sie Schulpferde abgeben werden müssen. Nach dem Lockdown werde es wahrscheinlich 5400 Schul- und Voltigierpferde weniger für die pferdebegeisterten Kinder und Jugendlichen geben. „Wenn wir das auf alle Reitschulen in Deutschland hochrechnen und es richtig schlimm kommt, werden wir bis zu 11 000 Schulpferde- und ponys verlieren“, macht Thomas Ungruhe, Leiter der FN-Abteilung Vereine, Umwelt, Breitensport und Betriebe, die Dimension noch einmal deutlich.

--- Reitvereine bangen um Existenz ---

Zwar gibt es diverse Förderprogramme, die 82 Prozent der befragten Reitschulen (2382) auch bekannt sind. Aber nur 44 Prozent (1282) aller Umfrageteilnehmer hat Unterstützung aus den Corona-Hilfsprogrammen beantragt, 56 Prozent (1622) der Reitschulen also nicht. „Hauptgrund: Die Förderkriterien passen nicht. Die Reitschulen erfüllen also nicht die Antragsberechtigung“, teilt die FN mit. Das sagen 1135 beziehungsweise 70 Prozent der 1622 Nicht-Antragsteller. Zu komplizierte Anträge verhindern bei 15 Prozent die Antragstellung. Das erklärt auch, warum zehn Prozent sagen, dass sie es noch nicht geschafft hätten, den Antrag zu stellen.

Um den Vereinen und Betrieben mit Schulpferden den Zugang zu den finanziellen Hilfen zu erleichtern, hat die FN drei Hilfsangebote erstellt: finanzielle Unterstützung für die Beantragung von Wirtschaftshilfen, Video-Tutorials zur Antragsstellung sowie ein Online-Seminar zu den Finanzhilfen. (Quelle: fn-press)

Vollständige Auswertung

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.pferd-aktuell.de/schulpferderettung. Dort kann die vollständige Auswertung der Befragung zur aktuellen Situation der Schul- und Voltigierpferde als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

--- Ein „Trauerspiel“ für die Reiter ---

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