Ekstase im Erlfeld: 2012 stieg der SV Drensteinfurt in die Bezirksliga auf

Jubel pur: Am 17. Juni 2012 stieg der SV Drensteinfurt als Meister der Kreisliga A2 Münster/Warendorf in die Bezirksliga auf. Foto: Kleineidam
+
Jubel pur: Am 17. Juni 2012 stieg der SV Drensteinfurt als Meister der Kreisliga A2 Münster/Warendorf in die Bezirksliga auf.

Vor acht Jahren sicherten sich die Fußballer des SV Drensteinfurt die Meisterschaft in der Kreisliga A und den Aufstieg in die Bezirksliga. Für Dominik Heinsch, damals Libero, war es ein „einmaliges Erlebnis“. Meistertrainer Ivo Kolobaric erinnert sich an einen „geilen Tag. Den vergisst man nie“.

Drensteinfurt – Heute vor acht Jahren sicherten sich die Fußballer des SV Drensteinfurt mit einem Heimsieg gegen die zweite Mannschaft der SG Telgte die Meisterschaft in der Kreisliga A2 Münster/Warendorf. Sieben Jahre nach dem Aufstieg in die Kreisliga A schafften die Stewwerter unter Trainer Ivo Kolobaric am 17. Juni 2012 den Sprung in die Bezirksliga. 73 von 90 möglichen Punkten holte der SVD damals. 22 Siegen standen sieben Unentschieden und nur eine Niederlage gegenüber.

Am fünftletzten Spieltag ging Drensteinfurt im Spitzenspiel gegen den Titelrivalen TSV Handorf unter – mit 0:4. Doch die Münsteraner, die am Ende auf 71 Zähler kamen und ebenfalls nur eine Niederlage kassierten, patzten am vorletzten Spieltag gegen Westkirchen (1:1). So hatte die Kolobaric-Elf in der Partie gegen Telgte II alles selbst in der Hand.

17. Juni 2012: SV Drensteinfurt steigt als Meister in die Bezirksliga auf

Matthias Gerigk brachte die Gastgeber in der 26. Minute mit einem Flachschuss aus 18 Metern in Führung, kurz nachdem Oliver Logermann, damals Spieler und heute Coach des SVD, aus spitzem Winkel den Pfosten getroffen hatte. Patrick Kowalik scheiterte fünf Minuten nach dem 1:0 an der Latte. Das 2:0 besorgte Christian Niemann in der 73. Minute per Traumtor. Er schoss aus 28 Metern in den rechten Knick. „Das wichtigste und schönste Tor in meiner Karriere. Den habe ich optimal getroffen“, sagte der Verteidiger damals.

Sportplatz als Tollhaus

Als der Schiedsrichter vor rund 400 Zuschauern um 16.48 Uhr abpfiff, gab es im Erlfeld kein Halten mehr. Der Sportplatz wurde zum Tollhaus, der Partymarathon startete. Die Spieler jubelten, sangen und tanzten, für Trainer Ivo Kolobaric gab es die obligatorische Bierdusche, und Obmann Uwe Heinsch, der kurz vor dem Ende der Partie völlig nervös die Meister-Shirts verteilt hatte, zog sich sogar eine Zerrung zu.

„Das ist Wahnsinn"

Die Fußballer des SVD hatten allen Grund zum Feiern. „Ich bin begeistert. Es gibt viele Väter, die zum Erfolg beigetragen haben“, sagte der damalige SVD-Vorsitzender Werner Schmidt. Auch Coach Kolobaric war völlig aus dem Häuschen: „Das ist Wahnsinn mit dem kleinen Kader. Nach dem Handorf-Spiel hatte ich einigen Spielern deutlich meine Meinung gesagt. Wir waren heute die ganze Zeit besser, nur die Sicherheit hat gefehlt."

Heinsch: „Das übertrifft alles“

Obmann Heinsch konnte sein Glück kaum fassen. „Ich bin fertig. Das übertrifft alles. Ich freue mich für die Jungs, dass sie das große Ziel erreicht haben“, sagte er freudetrunken und fügte hinzu: „Mit Ivo haben wir einen Trainer gefunden, der ganz großen Anteil am Erfolg hat.“

Hennes Kramer, seit Langem Fan der ersten Mannschaft, freute sich mit den Protagonisten: „Kämpfen und siegen, das ist Fußballsport. Glückwunsch an die Mannschaft. Manchmal war ich allerdings nicht mit dem Spiel zufrieden, manchmal war das mehr Gepöhle.“

Drepper und Niemann schon 2005 dabei

Von einem „unbeschreiblichen und einmaligen Gefühl“ sprach SVD-Kapitän Daniel Möllers. „Heute wird erst mal nur gefeiert.“ Auch Bernd Drepper, der seit zwölf Jahren in der ersten Mannschaft spielte und wie Christian Niemann schon 2005 beim Aufstieg in die Kreisliga A dabei war, versprach, dass „noch einiges geht“.

Da Konkurrent TSV Handorf zeitgleich in Sassenberg mit 2:0 gewann, war der Sieg des SVD enorm wichtig. Bei einem Remis wäre es nämlich zu einem Entscheidungsspiel gekommen. So retteten die Drensteinfurter um Torwart Daniel Stratmann und Dirk Mackenbrock den Zwei-Punkte-Vorsprung ins Ziel.

SVD steigert sich

„Wir werden auch in der nächsten Saison eine gute Rolle spielen“, kündigte Heinsch in der Stunde des Erfolgs bereits an. Er sollte Recht behalten. Mit einer ausgeglichenen Bilanz belegte der SVD in seiner ersten Bezirksliga-Spielzeit Platz zehn in der Staffel 7. In den noch folgenden vier Jahren unter Kolobaric kletterten die Drensteinfurter in der Tabelle immer weiter nach oben.

Kolobaric erinnert sich

„Es war natürlich ein geiler Tag. Den vergisst man nie“, erinnert sich Kolobaric an den 17. Juni 2012. Vor dem Spiel war er zwar richtig nervös. Doch in dem Moment, als angepfiffen wurde, sei ihm klar gewesen, „dass wir gewinnen, dass es reicht irgendwie“. Alles war vorbereitet. „Es wäre natürlich eine Mega-Panne gewesen, hätten wir es nicht geschafft.“

War damals Trainer des SV Drensteinfurt: Ivo Kolobaric aus Münster.

Zum Spielverlauf sagt Kolobaric, der von 2009 bis 2017 Coach des SV Drensteinfurt war, am Freitag 49 Jahre alt wird und zur neuen Saison den A-Kreisligisten DJK SV Mauritz übernimmt: „Dass Matze Gerigk einen macht, das war klar. Aber in dem Moment, als Christian das 2:0 nachgelegt hat, war klar, dass wir aufsteigen. Das war wirklich ein Traumtor.“

Die Saison sei ein „bisschen eine Achterbahnfahrt“ gewesen, sagt der Münsteraner. „Wir haben uns lange sicher gefühlt, aber die Niederlage gegen Handorf war schon heftig und dann kam das große Zittern. Aber wenn du so aufsteigst, am letzten Spieltag, ist es schon eine Stufe höher von den Emotionen.“

„Einmaliges Erlebnis“ für Dominik Heinsch

Auch für Dominik Heinsch, damals Libero der Meistermannschaft und heute Coach der SVD-Zweitvertretung, war es „wirklich ein einmaliges Erlebnis“ – und ein „ganz besonderes Jahr 2012“. Neben dem Aufstieg mit den Stewwertern avancierte er zum König des Junggesellen-Schützenvereins St. Huberttus und bestand die Prüfung zum Fachwirt. Der 31-Jährige kann sich noch genau daran erinnern, „wie wir am Vereinsheim überschwänglich gefeiert haben und dann mit dem Planwagen zum Bürgerschützenfest gefahren sind, wo wir noch ein EM-Spiel von Deutschland geschaut haben. Danach haben wir mit der Mannschaft den Münsterländer übernommen und abgeschlossen.“

„Legendäre Ansprachen“

Daniel Möllers, mittlerweile bei den Alten Herren II des SVD aktiv, wurmt noch heute, dass in der damaligen Saison beide Duelle mit Handorf und dessen Trainer Frank Busch verloren gingen. Im Gedächtnis geblieben sind dem 33-Jährigen die „legendären Ansprachen von Ivo. Für ihn war immer Derby – auch wenn wir nach Sassenberg gefahren sind.“

Die Aufstellung des SVD gegen Telgte II: Stratmann, D. Heinsch, Mackenbrock, Kowalik, Niemann, Wojdat, De Sousa, Gerigk, Logermann, Drepper, Möllers (eingewechselt: Dieninghoff, D. Wagner, Gunsthövel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare