Rassismus-Vorwürfe: Oestinghauser erheben schwere Anschuldigungen gegen SVD-Spieler

Oestinghausens Torwart Pierre Wamba (links) - hier im Kreispokalfinale gegen Westönnen - soll im Bezirksliga-Spiel gegen Drensteinfurt rassistisch beleidigt worden sein.
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Oestinghausens Torwart Pierre Wamba (links) - hier im Kreispokalfinale gegen Westönnen - soll im Bezirksliga-Spiel gegen Drensteinfurt rassistisch beleidigt worden sein.

[Update] Rassistische Beleidigungen der übelsten Art werfen Spieler des Fußball-Bezirksligisten SG Oestinghausen einem Spieler des SV Drensteinfurt vor.

Drensteinfurt/Oestinghausen – Die Bezirksliga-Begegnung zwischen dem TuS SG Oestinghausen und dem SV Drensteinfurt (4:0) könnte ein Nachspiel haben. Den Schwarz-Gelben zufolge soll ein Spieler der Gäste zwei SGO-Akteure rassistisch beleidigt haben. Einen Eintrag im Spielbericht zu dem Vorwurf gibt es allerdings nicht. Das könnte zum Problem werden.

Moritz Pipers war echauffiert. „Das geht gar nicht und habe ich in der Form noch nicht erlebt“, sagte der Sportliche Leiter Oestinghausens am Tag nach der Partie und sprach von „hartem Tobak“. Doppel-Torschütze Dervis Ustaoglu soll als „scheiß Kanacke“ und Torwart Pierre Wamba als „Hurensohn“ und „Neger“ bezeichnet worden sein.

So etwas gehört nicht auf den Fußballplatz.

Volker Rüsing, Trainer des SV Drensteinfurt

„Das ist in meinen Augen ein Skandal“, betonte Pipers, der als Wechselspieler am Sonntag nicht zum Einsatz kam. „Ich persönlich habe es nicht gehört, sondern von den betroffenen Spielern. Man hat gemerkt, dass sie es echt getroffen hat. Sie waren sehr bestürzt.“ Der Spieler des SVD soll „durchgehend beleidigt“ haben und sogar von seinen Teamkollegen gebeten worden sein, einen Gang runterzuschalten.

SVD-Trainer bekam nichts mit

Volker Rüsing, Trainer der Drensteinfurter, kann zu den Vorwürfen nicht viel sagen. „Ich persönlich habe davon nichts mitbekommen“, sagte er auf Anfrage. Auch nach dem Spiel sei es in der Kabine kein Thema gewesen. Rüsing will am Dienstag beim Training mit dem betreffenden Spieler, der den Vorwurf laut dem SVD-Vorsitzenden Thomas Klein bestreitet, sprechen. Seine eindeutige Haltung: „So etwas gehört nicht auf den Fußballplatz.“

SGO berät am Dienstagabend über das weitere Vorgehen. „Wir setzen uns zusammen und überlegen, was wir machen“, sagte Pipers. Dem Schiedsrichter Waldemar Ackermann hatten die Gastgeber am Sonntag nach dem Abpfiff „leider nichts mitgeteilt“.

SGO kann noch immer den Vorfall melden

Von daher hatte Staffelleiter Herbert Nüsken bis Montagvormittag auch noch nichts von dem Vorwurf der rassistischen Äußerungen gehört. „Es ist noch nichts eingegangen“, sagte Nüsken. „Das hätte Oestinghausen direkt machen müssen. Wenn man es nicht an Ort und Stelle macht, wird es schwierig“, fügte der Hammer hinzu und sprach von einem „großen Fehler“, dass es keinen Eintrag im Spielbericht gibt. Andernfalls hätte das Bezirks-Sportgericht direkt „was in der Hand“ gehabt. Die Möglichkeit, den Vorfall zu melden, habe SG Oestinghausen aber weiterhin.

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