Fußball

Fortuna-Coach Chart im Interview: „Wollen Maximum rausholen“

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Coach der Fortuna: Eddy Chart (rechts), hier neben Torwarttrainer Dominic Willner.

Walstedde – Nach viereinhalb Wochen Vorbereitung steigen die Fußballer von Fortuna Walstedde mit dem Spiel beim Verfolger in Lette wieder in die Meisterschaft ein. „Zu sagen, wir sind Sechster und wollen Sechster bleiben, das ist keine Vorgabe“, sagt Trainer Eddy Chart im WA-Interview.

Kreisliga A Beckum: VfB Germania Lette – Fortuna Walstedde (Sonntag, 15 Uhr). Für Eddy Chart beginnt die Abschiedstournee. Was im Sommer 2015 begonnen hat, endet im Mai 2020. Nach fünf Jahren trennen sich der Coach aus Hamm und die Fortunen. Vor seinen letzten zwölf Spielen als Verantwortlicher äußert sich der 61-Jährige über die Vorbereitung, die sportlichen Aussichten und den ersten Gegner.

Welches Fazit ziehst du nach der Vorbereitung?

Optimal ist was anderes. Wir hatten viele angeschlagene Spieler, viele kranke. Die Grippewelle hat uns auch erwischt, sodass wir selten mal vollzählig waren beim Training. Kai Eckert ist drei Wochen ausgefallen wegen einer Krankheit, Lars Paschko und Sebastian Gouw waren ebenfalls krank. Und dann die Angeschlagenen wie Alessandro Nieddu und Steven Henzel. Urlauber gab es auch zwischenzeitlich. Ich denke mal, die anderen Mannschaften haben auch mit derartigen Problemen zu kämpfen. Jetzt gilt es, die Vorbereitung ein bisschen auszuweiten und in den nächsten zwei, drei Wochen noch gezielt an der Fitness und an taktischen Sachen zu arbeiten.

Zu den beiden Testspielen gegen Herringen (2:3) und Heessen (2:1): Die Ergebnisse hätte man andersrum erwartet.

Gegen Herringen haben wir nicht gut gespielt, gar keine Frage. Das war keine gute Leistung von uns. Nichtsdestotrotz hatten wir die Mehrzahl der Chancen und hätten das Spiel nicht verlieren dürfen. Das zweite Spiel gegen Heessen war schon was ganz anderes, nicht nur weil der Gegner ein anderes Kaliber ist. Ich wünsche mir, dass wir das mit in die Meisterschaft nehmen. Einsatzbereitschaft, Leidenschaft, Spielfreude – da war alles drin. Wir haben nicht glücklich die Tore gemacht und nicht unverdient gegen Heessen – und das ist wirklich eine Topmannschaft – gewonnen. Wir haben uns auf die Stärken des Gegners sehr gut eingestellt, ihnen diese genommen und die Schwächen genutzt. Taktisch war es eine hervorragende Arbeit von meiner Mannschaft. Das hat mir gezeigt, zu welchen Leistungen die Jungs fähig sind.

In den vergangenen drei Jahren wart ihr nach der ersten Saisonhälfte immer oben dabei. Diesmal beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter SV Neubeckum nach 18 Spieltagen satte 19 Punkte. Wie schwierig ist es, sich für die Rückrunde zu motivieren?

Als Trainer und Fußballer setzt man sich immer Ziele. Zu sagen, wir sind Sechster und wollen Sechster bleiben, das ist keine Vorgabe. Wir wollen das Maximum rausholen. Ich denke, dass die Mannschaft das genauso will und wir für die eine oder andere Überraschung sorgen können, wenn wir das abrufen, was wir zu leisten imstande sind.

Aktuell ist Walstedde Tabellensechster. Was ist noch möglich?

Im Fußball ist alles möglich. Es sind noch genügend Spiele, um näher oben heranzukommen. Man hat gesehen, wie schnell es geht. Ennigerloh war souveräner Tabellenführer, jetzt steht Neubeckum an erster Stelle und Ennigerloh sechs Punkte dahinter.

Neubeckum führt das Klassement mit sechs Punkten Vorsprung auf den SuS Ennigerloh an. Wird der SVN auch Meister und aufsteigen?

Sechs Punkte – das ist eine Hausnummer. Ich fand Neubeckum gegen uns aber nicht so dominant, ich hatte mehr erwartet. Bei Ennigerloh das gleiche. Beide spielen ja noch gegeneinander und werden sicherlich noch irgendwo Punkte liegen lassen, womit sie vielleicht gar nicht rechnen. Von daher bleibt es bis zum Saisonende spannend.

Erster Pflichtspielgegner im neuen Jahr ist Germania Lette. Was erwartest du für eine Aufgabe?

Ich habe Lette noch in Erinnerung vom Hinspiel (2:0/Anmerkung der Redaktion). Für mich war es ein gutes Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit von Lette. Das war ein hartes Stück Arbeit für uns, es hätte auch andersrum ausgehen können. Wir haben erst in der zweiten Halbzeit beide Tore gemacht. Für mich war das eine Mannschaft, die gute Spielanlagen hatte. Deswegen habe ich nicht unbedingt nachvollziehen können, warum Lette in der Hinrunde zwischendurch so abgebaut hat. Für sie ist es ein Heimspiel, sie haben 24 Punkte und können näher an uns herankommen. Von daher erwarte ich schon ein schweres Spiel und von uns, dass wir dort anknüpfen, wo wir im letzten Testspiel aufgehört haben.

Wer fällt verletzt aus – für das Spiel morgen oder längere Zeit?

Jonah Scheffler und Marcel Brillowski, der im Urlaub ist, fallen definitiv aus. Ein Fragezeichen steht noch hinter Steven Henzel. Robin Vinnenberg wird wegen eines Knorpelschadens bis zum Ende der Saison fehlen. Tobias Ophaus ist mittlerweile wieder dabei.

Dein Sohn André steht sowohl als Co-Trainer als auch als Spieler nicht mehr zur Verfügung. Wie wird sein Ausfall kompensiert, hast du jemanden, der dich unterstützt?

Nein. Ich habe es früher jahrelang fast immer alleine gemacht. André war für mich eine große Hilfe und auch als Spieler sehr wertvoll – gerade als wir mit personellen Problemen zu kämpfen hatten und er das Kommando hinten übernommen hat. Er hat ja einige Jahre unter mir gespielt und ist ein Spieler, der mehrere Positionen spielen kann – ob im Mittelfeld oder im Abwehrbereich. Wir haben uns sehr gut ergänzt. Das fehlt mir jetzt.

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