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Drensteinfurter Sportvereine auf der Suche nach Einsparpotenzial

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Von: Patrick Droste

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Hat für die Pläne zum Energiesparen auf den Sportanlagen Verständnis: SVD-Trainer Thorsten Heinze.
Hat für die Pläne zum Energiesparen auf den Sportanlagen Verständnis: SVD-Trainer Thorsten Heinze. © Matthias Kleineidam

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte seine etwa 90 000 Sportvereine kürzlich aufgerufen, „in den nächsten Monaten mindestens 20 Prozent Energie einzusparen“. Die Energiekrise erzwinge Sparmaßnahmen, mit denen eine pauschale Schließung von Sportstätten und Schwimmbädern vermieden werden soll. Die Verantwortlichen in Drensteinfurt haben sich frühzeitig – genau gesagt mit Beginn der Sommerferien – Gedanken über diese Situation gemacht und dann im Haupt- und Finanzausschuss die Verwaltung aufgefordert, gemeinsam mit den örtlichen Sportvereinen Einsparpotenziale zu finden.

Drensteinfurt – Die ersten Ideen schossen allerdings ein wenig über das Ziel hinaus. So hieß es Mitte August in einer Beschlussvorlage, dass „die Bereitstellung warmen Dusch- und Brauchwassers in den städtischen Sporteinrichtungen (Sporthallen und Sportplätze) ab dem 1. Oktober zunächst bis zum Ende der anstehenden Heizperiode (ca. sieben Monate) ausgesetzt“ wird. Denn, so hieß es weiter, es müssen „in den Sportstätten (Sporthallen und Umkleiden der Sportaußenanlagen) durchgehend mehrere tausend Liter Warmwasser zum Duschen vorgehalten werden. Zum Schutz vor einer Legionelleninfektion muss dieses Wasser regelmäßig auf mindestens 60 °C aufgeheizt werden. Die Abnahme in den Duschanlagen ist sehr unregelmäßig und steht daher in der aktuellen Krisenlage (anders wie z.B. in einem Einfamilienhaus) nicht im Verhältnis zum Betriebsaufwand.“

Dennoch sind die handelnden Personen von diesem Vorhaben schnell wieder abgerückt. „Wie soll so etwas gehen?“, fragt sich Thorsten Heinze, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Drensteinfurt. „Sollen sich die Spieler der Gästemannschaft nach einem Spiel bei uns verschwitzt oder nass durch den Regen ins Auto setzen, nach Hause fahren und dann da warm duschen?“

Beschlussvorlage überarbeitet

Daher wurde die Beschlussvorlage noch einmal überarbeitet. So wurde nun die Anzahl der Duschen reduziert, um die Verweildauer unter den Brausen zu reduzieren. Beim SV Drensteinfurt sind pro Duschraum nur noch drei von sechs möglichen Duschen nutzbar. „Für uns ist das problemlos machbar. Wir haben weiter warmes Wasser und können nacheinander duschen“, sagt Heinze und hat für diese Maßnahme absolutes Verständnis: „Im Jugendbereich wurde ja schon mal die eine- oder andere Duschparty gefeiert.“

Allerdings soll laut Beschluss da, wo es technisch möglich ist, die Temperatur des Duschwassers reduziert werden. „Außerdem soll durch das Zusammenlegen von Trainingszeiten die Flutlichtzeiten reduziert werden. Und es sollen Überlegungen angeregt werden, die Winterpause rund um die Feiertage zu verlängern“, sagt Christoph Britten, Leiter Fachbereich 2 Planen, Bauen, Umwelt und Technischer Betriebsleiter Abwasserwerk der Stadt Drensteinfurt.

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