RVD hofft auf Sommerturnier und Kreismeisterschaften der Voltis

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Mit dem neuen Voltipferd „Nena“: Kordula Wernsmann, Leiterin der Voltigierabteilung, und Andreas Kurzhals, 1. Vorsitzender des Reitervereins Drensteinfurt.

Drensteinfurt – Die Verantwortlichen beim Reiterverein Drensteinfurt hoffen weiterhin, das Sommerturnier Ende Juni und die Kreismeisterschaften der Voltis Anfang September veranstalten zu können. „Auch das werden wir überstehen“, sagt der 1. Vorsitzende Andreas Kurzhals zur Corona-Krise.

Es ist Dienstag, 15 Uhr, und – mal abgesehen vom Wind – schönstes Wetter. Trotzdem ist auf der Reitanlage des RV Drensteinfurt am Hof Nathrath nichts los. Dort, wo sonst nachmittags bis zu 20 Voltis und abends zehn, 15 Reiter anzutreffen sind, herrscht „gähnende Leere“, wie es der 1. Vorsitzende Andreas Kurzhals ausdrückt. Die Reitstunden und das Voltigiertraining sind vorübergehend eingestellt. Schuld ist das Coronavirus.

Wichtig ist, dass ein Mindestmaß an notwendiger Versorgung und Bewegung von Pferden sichergestellt wird. Daher gibt es eine Sonderregelung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf – die FN ist der Dachverband aller Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer in Deutschland – und des zuständigen Landesministeriums. „Die Pferde sollen zur Gesundhaltung weiter bewegt werden. Das kann man nicht einfach so herunterschrauben“, sagt Kurzhals. Kordula Wernsmann, Leiterin der Voltigierabteilung, betont: „Wir müssen dem Tierschutz gerecht werden.“

Weitläufiges Gelände

Von Vorteil ist laut Kurzhals, dass das Gelände des RVD so weitläufig ist. „Dadurch verteilt es sich.“ In der 65 mal 20 Meter großen Reithalle hielten sich maximal vier Reiter gleichzeitig auf. Ebenfalls zur Anlage gehören der 100 mal 60 Meter große Springplatz, das 60 mal 20 Meter große Dressurviereck und die Rennbahn mit einer Länge von etwa 500 Metern. „Eigentlich haben wir optimale Trainingsmöglichkeiten“, sagt Kurzhals. Aktuell nutzen aber in erster Linie lediglich diejenigen die Vereinsanlage, die zu Hause keinen Platz zum Reiten haben. Für die Nutzung der Halle und der Plätze erhebt der RVD eine Gebühr in Höhe von 80 Euro pro Jahr (fürs erste Pferd).

Auch bei den Voltigierern des RVD ruht der Trainingsbetrieb. „Die drei Tiere werden bewegt und versorgt, Tierarzt und Hufschmied kommen auch regelmäßig“, sagt Wernsmann. Ärgerlich sei, dass das neue Voltipferd „Nena“ nicht ausgebildet werden könne, sagt die Abteilungsleiterin, die während der Coronavirus-Zwangspause mit den einzelnen Gruppen in Kontakt steht.

„Wir hängen völlig in der Luft“

Unklar ist, ob die Kreismeisterschaften im Voltigieren am ersten September-Wochenende in Drensteinfurt stattfinden können. „Wir hängen völlig in der Luft“, berichtet Wernsmann. Die Richter sind bereits eingeladen, die Ausschreibung ist fertig. Anfang Mai soll gemeinsam mit dem Pferdesportverband Westfalen eine Entscheidung getroffen werden. „Es kommt darauf an, was die Politik sagt“, erklärt Wernsmann. Eventuell gebe es einen Notfallplan für die Veranstaltung.

Viele Gedanken macht sich auch Andreas Kurzhals – vor allem, was das Sommerturnier betrifft, das für den 27. und 28. Juni geplant ist. „Da gibt es ein großes Fragezeichen. Ein Veranstalter nach dem anderen sagt ab“, sagt der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, dem laut Kurzhals rund 180 Mitglieder angehören, darunter 60 Voltis. Die ersten Vorbereitungen sind getroffen, die Richter eingeladen, die Ausschreibung ist veröffentlicht. „Wir werden, solange es geht, am Turnier festhalten“, sagt Kurzhals und fragt sich, wie Großveranstaltungen, die bis zum 31. August verboten sind, definiert sind. Spätestens am 18. Mai wird entschieden, dann ist Nennungsschluss. „Bis dahin halten sich die Kosten in Grenzen.“ Die FN ruft Turnierveranstalter zur Besonnenheit auf und rät weiterhin zur Verlegung des Nennungsschlusses näher an den Turnierbeginn, um maximale Flexibilität bei der Planung zu erhalten.

Kurzhals hat „schon viel erlebt“

Ein möglicher finanzieller Verlust bereitet Kurzhals natürlich auch Sorgen. „Ein Teil der Ausgaben im Jahr werden durch das Turnier abgedeckt. Dort hatten wir eigentlich immer ein positives Ergebnis.“ Von daher bedrücke die Verantwortlichen die Situation „schon ein bisschen“ – zumal der Springplatz erst im Vorjahr neu angelegt wurde. Seit 1995, also seit 25 Jahren ist Andreas Kurzhals mittlerweile 1. Vorsitzender des RVD. „Ich habe schon viel erlebt: Schlammschlachten und größte Hitze mit 35 Grad beim Sommerturnier“, sagt er und ist optimistisch: „Auch diese Situation werden wir überstehen.“

Keine Sommerpause

Sollte ein Training im Sommer möglich sein, wird die Voltigierabteilung in den Sommerferien keine Pause einlegen. Das teilt Kordula Wernsmann mit.

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