Die Schiedsrichter beim SV Rinkerode: Obmann ist Jochen Richter

Engagiert sich vielfältig beim SV Rinkerode: Jochen Richter.
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Engagiert sich vielfältig beim SV Rinkerode: Jochen Richter.

Nicht nur die Fußballmannschaften müssen seit mittlerweile einem halben Jahr auf Meisterschaftsspiele verzichten. Auch diejenigen, die die Begegnungen leiten und dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden, sind zur Untätigkeit verdammt. Der SV Rinkerode hat vier Schiedsrichter in seinen Reihen.

Rinkerode – Obmann ist Jochen Richter. Der 25-Jährige ist seit mittlerweile 2012 Unparteiischer. Ab der C-Jugend hatte er zunächst beim SVR Fußball gespielt und war auch Jugendtrainer. Wegen seiner landwirtschaftlichen Ausbildung legte er von 2012 bis 2015 eine Pause ein. „Ich wollte dem Fußball treu bleiben, sonntags habe ich ja Zeit“, sagt der Rinkeroder. „Ich habe mit der Schiedsrichterei angefangen, um etwas am Ball zu bleiben.“

In normalen Zeiten pfeift Richter jede Saison circa 16 bis 20 offizielle Partien. „In den ersten Jahren habe ich nebenbei auch viele Spiele der Rinkeroder Jugendmannschaften geleitet“, blickt er zurück. Im Männerbereich ist er bis zur Kreisliga B im Einsatz, bei den Frauen bis zur Landesliga.

Pfeift schon seit 2009: Ismael Blum.

In Erinnerung geblieben ist Richter vor allem eine Duell: das Derby der ersten Mannschaften zwischen dem SC Capelle und dem SV Südkirchen am 13. Oktober 2019 in der Kreisliga B3 Münster. „Sonntagnachmittag, bestes Wetter, faires Spiel und rund 150 Zuschauer“, berichtet der Schiedsrichter. Mit 3:1 setzte sich Gastgeber Capelle durch. „Ob man unbedingt sagen kann, dass es besonders war weiß ich nicht, es war aber das coolste Spiel, das ich geleitet habe.“

--- SVR beteiligt sich an der Aktion „Bleib dabei!“ ---

Seit Anfang 2017 engagiert sich Richter auch als Schiedsrichter-Obmann beim SVR und gehört damit dem Fußball-Vorstand an. Seine Aufgaben: „Hauptsächlich die Betreuung der aktiven Schiedsrichter. Außerdem bin ich Bindeglied zwischen den Schiedsrichtern und dem Verein. Die eine oder andere Regelfrage kann ich auch beantworten. Ansonsten kümmere ich mich um die richtige Antwort.“

Nach seiner Ausbildung zum Landwirt wurde Richter in der zweiten Seniorenmannschaft aktiv – als Spieler, zwischenzeitlich als Mannschaftsverantwortlicher und seit Sommer 2019 als Trainer. Mit Ende der Saison, die Corona-bedingt annulliert ist, hört er aber als Coach des C-Kreisligisten SV Rinkerode II auf. „Der zeitliche Aufwand ist zu groß. Ich bleibe der zweiten Mannschaft aber definitiv erhalten. Ob als Co-Trainer oder Spieler – meine fußballerischen Fähigkeiten sind sehr begrenzt –, wird sich zeigen“, sagt Jochen Richter

Verein vermeidet Ordnungsgeld

Neben dem 25-Jährigen gibt es drei weitere Schiedsrichter beim SVR. Ismael Blum ist seit 2009 dabei. „Er pfeift am längsten von uns vieren. Er wohnt zurzeit in Meinerzhagen und ist am Wochenende in Rinkerode“, sagt Richter. Winfried Thiemeyer senior ist seit 2011, also seit zehn Jahren, Unparteiischer, Lukas Sasse, der Jüngste des Quartett, seit 2018.

Laut FLVW-Kreis Münster muss der SV Rinkerode dreieinhalb Schiedsrichter stellen, damit kein Ordnungsgeld pro Quartal fällig wird. Den Obmann freut es natürlich, dass der Verein sein Soll erfüllt. „Ja, wir sind durchaus zufrieden mit dem Ist-Zustand, jedoch können wir jede Verstärkung gebrauchen und würden uns über jeden Neuzugang im SVR-Schiedsrichter-Team freuen“, sagt Richter und verweist auf den Anwärterlehrgang des Fußballkreises (siehe Infokasten unten).

Seit 2011 Schiedsrichter: Winfried Thiemeyer senior.

Aus seiner Sicht gibt es viele Vorzüge als Schiedsrichter – zum Beispiel die Gemeinschaft. In Nicht-Corona-Zeiten gibt es beim SVR mindestens zwei Treffen pro Jahr. Zum Saisonabschluss werden die Referees zum Essen eingeladen. Die Fahrten zu den Lehrgängen (zwei bis drei pro Jahr) werden nach Möglichkeit gemeinsam absolviert. Zudem gibt es vom Verein eine Aufwandsentschädigung und „für jedes gepfiffene Spiel Spesen“, sagt Richter und spricht von „Taschengeld“. Ein weiterer Vorteil: Mit einem Schiedsrichterausweis erhält man freien Eintritt zu jedem Spiel von der Kreis- bis zur Bundesliga (teilweise mit Einschränkungen). „Das Wichtigste ist meiner Meinung aber der persönliche Fortschritt. Man arbeitet so viel an seiner Persönlichkeit“, sagt Richter und nennt Punkte wie Entscheidungsfindung, Handlungsschnelligkeit sowie Umgang mit verschiedenen Persönlichkeiten und Charakteren.

Seine Fähigkeiten als Schiedsrichter hat Jochen Richter zuletzt am 7. Oktober 2020 unter Beweis gestellt – im Frauen-Kreispokal bei der Partie SV Herbern gegen SG Telgte (1:4). Damals war er an einem Mittwoch im Einsatz, meistens ist er aber natürlich sonntags als Schiedsrichter unterwegs. Ob ihm was fehlt in dieser außergewöhnlichen Situation? „Definitiv!“, betont Richter.

Der Jüngste: Lukas Sasse leitet seit 2018 Spiele.

Die fußballfreie Zeit weiß er aber zu nutzen. „Langweilig wird mir nicht. Wir haben einen landwirtschaftlichen Betrieb, da gibt es immer was zu tun.“ Außerdem guckt er viel Profifußball und leide des Öfteren mit „seinen Bremern“. Um fit zu bleiben, joggt Richter regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche. „Das ist mittlerweile mein Anspruch“, sagt er. Meistens ist er zu zweit mit jemandem aus der ersten oder zweiten Mannschaft unterwegs.

Befürworter des Videobeweises

Mit seinen Schiedsrichter-Kollegen vom SVR hält Jochen Richter über eine Whatsapp-Gruppe Kontakt. Vom Fußballkreis werden mittlerweile Online-Lehrgänge angeboten, um das theoretisch Gelernte aufzufrischen. Den Videobeweis gibt es in den Ligen, in denen der 25-Jährige pfeift, natürlich nicht. Trotzdem hat der Rinkeroder eine klare Meinung zum Video Assistent Referee (VAR). „Ich finde ihn gut, ich bin eher ein Befürworter“, sagt Richter. „Es gibt aber auch kritische Szenen.“

Anwärterlehrgang im Mai und Juni online

Der Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) des FLVW-Kreises Münster bietet einen reinen Online-Anwärterlehrgang mit vier Schulungsterminen an, die im Mai und Juni stattfinden. Die Termine sind samstags am 8., 15. und 29. Mai sowie am 5. Juni jeweils von 9 bis 13.30 Uhr. „Der Lehrgang wird per Microsoft Teams stattfinden, für die Teilnahme wird keine zusätzliche Software oder Ähnliches benötigt“, teilt der Fußballkreis mit. Voraussetzungen sind das Interesse am Fußball und dem Schiedsrichterwesen sowie ein PC/Tablet. Die anschließende Prüfung wird als Präsenztermin stattfinden und muss aufgrund der aktuellen Situation kurzfristig geplant werden. Anmeldungen nimmt Jochen Richter für den SV Rinkerode bis Anfang Mai entgegen – per E-Mail an jochen.r1@gmx.de. Die Lehrwarte Tom Kappek (0151-67824665) und Thorsten Kaatz (0176-20072129) stehen für Rückfragen zur Verfügung.

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