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[Update] Senkrechtstarter: Nils Kröger aus der U19 plötzlich Stammspieler der ersten Mannschaft

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Von: Matthias Kleineidam

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Als linker Innenverteidiger kam Nils Kröger (rechts) im Heimspiel des Fußball-Bezirksligisten SV Drensteinfurt gegen Germania Lohauserholz zum Einsatz und bekam es dabei mit Torjäger Daniel Riemer (links) zu tun. Foto: Kleineidam
Als linker Innenverteidiger kam Nils Kröger (rechts) im Heimspiel des Fußball-Bezirksligisten SV Drensteinfurt gegen Germania Lohauserholz zum Einsatz und bekam es dabei mit Torjäger Daniel Riemer (links) zu tun. © Kleineidam

So schnell kann es gehen. Vor der Winterpause lief Nils Kröger noch ausschließlich für die A-Jugend des SV Drensteinfurt. Mittlerweile gehört er zum Kader der ersten Mannschaft und ist in kürzester Zeit zum festen Bestandteil des Fußball-Bezirksligisten geworden. 

Drensteinfurt – In allen vier Testspielen und dem ersten Meisterschaftsspiel des Jahres kam der 19-Jährige als linker Innenverteidiger zum Einsatz – immer von Beginn an.

„Ich finde es ist richtig cool, dass der Übergang vom Jugend- zum Seniorenbereich wieder ein bisschen glatter wird“, sagt der 19-Jährige. Viel mehr Spieler aus dem Nachwuchsbereich würden sich wieder mit dem Verein identifizieren. Krögers Ziel fürs Erste: „Auf jeden Fall einen Stammplatz in der ersten Mannschaft. Damit wäre ich voll zufrieden.“

Neues Jahr, neuer Trainer, neue Ideen. „Pascal hat mich angeschrieben. Wir sollten in der Ersten mittrainieren“, berichtet Kröger von einer Nachricht seines U19-Coaches Pascal Bonnekoh. Der hatte sich mit Thorsten Heinze, seit Ende Dezember Trainer des Bezirksliga-Teams, ausgetauscht. „Thorsten versucht generell, ziemlich viele junge Spieler aus der A-Jugend einzubinden, was ich sehr gut finde“, sagt Kröger.

Nils Kröger vom SV Drensteinfurt
Nils Kröger vom SV Drensteinfurt © Verein

Der junge Stewwerter, der im Alter von dreieinhalb Jahren mit dem Fußballspielen beim SVD begann, überzeugte bei den Einheiten, sodass Heinze fragte, ob Kröger beim ersten Test gegen Roxel mitspielen wolle. Und auch bei der 2:3-Niederlage gegen den Landesligisten aus Münster verkaufte sich der Defensivakteur ordentlich. „Ich glaube, ich habe mich im ersten Testspiel ganz gut geschlagen“, blickt er zurück.

In den folgenden drei Partien in der Vorbereitung gehörte Nils Kröger ebenfalls zur Startelf. „Es war schon überraschend für mich, aber zugleich bin ich dankbar und glücklich, dass der Coach mir das Vertrauen gegeben hat.“ Von seinen neuen Teamkollegen sei er auch gut aufgenommen worden. „Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist echt sehr gut“, betont Kröger.

Die Entscheidung fällt mir total schwer, muss ich ganz ehrlich sagen.

Nils Kröger

Auch im ersten Meisterschaftsspiel gegen Germania Lohauserholz (3:2) lief Kröger von Beginn an auf. „Die ersten 15 Minuten war ich schon nervös, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber es wurde mit der Zeit auf jeden Fall besser. Und dann kamen wir ja auch als Mannschaft besser ins Spiel“, sagt er nach seinem Pflichtspiel-Debüt für den Bezirksligisten und ist immer noch begeistert: „Die Atmosphäre auf dem Sportplatz war echt genial und schon etwas Besonderes.“ Dass der SVD das Spiel auch noch drehte und drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg sammelte, war das i-Tüpfelchen. „Man hat gemerkt, wie wichtig der Sieg für die Mannschaft und den Verein war“, sagt Kröger.

In Vaters Fußstapfen

Und wie geht es für ihn nun weiter? „Es ist noch unklar“, sagt der 19-Jährige. Vorerst werde er sich auf die erste Mannschaft konzentrieren. „Die Entscheidung fällt mir total schwer, muss ich ganz ehrlich sagen. Teilweise spiele ich mit den Jungs aus der A-Jugend ja schon ewig zusammen.“ Außerdem ist es seine letzte Saison in der Jugend. „Ich möchte bei beiden mittrainieren. Momentan sieht es so aus, dass ich dienstags und freitags bei der Ersten trainiere und donnerstags mit der A-Jugend“, sagt Kröger, dessen Vater Reinhard und Onkel Norbert früher viele Jahre in der ersten Mannschaft spielten und nun den Altherren I angehören.

Zur Person

Nils Kröger ist 19 Jahre alt und wohnt in Drensteinfurt. „Mal gucken, vielleicht ziehe ich bald irgendwann aus, aber noch wohne ich zu Hause“, sagt er. Kröger studiert Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Auch Valentin Kröger spielt in der ersten Mannschaft des SVD, ist aber nicht mit Nils verwandt. „Auf jeden Fall nicht direkt“, sagt der.

An diesem Sonntag (20. Februar, 15 Uhr) spielt die A-Jugend des SVD daheim gegen Sassenberg, die erste Mannschaft zeitgleich in Sünninghausen. „Das ist leider ein bisschen ärgerlich“, sagt Nils Kröger. Mit dem U19-Trainer ist das abgeklärt. „Pascal ist mir auf jeden Fall nicht böse.“ Am Donnerstag im Nachholspiel der U19 gegen Sendenhorst kann der 1,88 Meter große Kapitän sein Team wieder unterstützen. „Ich kann hin- und herwechseln. Rein theoretisch könnte ich sonntags sogar für beide auflaufen.“

Der Bericht steht im Westfälischen Anzeiger (WA Drensteinfurt 19. Februar 2022) und seit Freitagabend im E-Paper.

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