Fußball

Stamm- statt Stand-by-Spieler: Dennis Hoeveler schafft Spagat

Sein Debüt für den SV Drensteinfurt gab Dennis Hoeveler am 22. April 2019 im Heimspiel gegen den TuS Freckenhorst. In der Bezirksliga kam der 34-Jährige seitdem insgesamt 19 Mal für die Stewwerter zum Einsatz. Foto: Kleineidam
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Sein Debüt für den SV Drensteinfurt gab Dennis Hoeveler am 22. April 2019 im Heimspiel gegen den TuS Freckenhorst. In der Bezirksliga kam der 34-Jährige seitdem insgesamt 19 Mal für die Stewwerter zum Einsatz.

Seit etwas mehr als einem Jahr spielt Dennis Hoeveler für die Fußballer des SV Drensteinfurt. Den Wechsel dürfte der langjährige Kapitän des TuS Hiltrup nicht bereut haben. Gleich in seiner ersten Saison schaffte der 34-Jährige mit der ersten Mannschaft den Aufstieg in die Landesliga.

Drensteinfurt – Hoeveler ist wie Trainer Oliver Logermann Jahrgang 1985. Der Kontakt zwischen beiden besteht schon lange. „Unsere Wege haben sich schon häufiger gekreuzt. Mit ihm habe ich zusammen in der Kreisauswahl gespielt damals bei Hiltrup und bei Preußen“, sagt der gebürtige Hiltruper. Beide verstehen sich bestens, gehen offen und ehrlich miteinander um. „Das schätze ich sehr an ihm“, sagt Hoeveler über Logermann. Weil er als Abteilungsleiter bei einem Fernleitungsnetzbetreiber in Münster beruflich sehr eingespannt ist, sei es kein Problem, wenn er kurzfristig mal absagen muss. „In Bezug auf mich ist er sehr verständnisvoll, was den Beruf und die Familie angeht.“ Und über Logermann als Erfolgscoach sagt Hoeveler: „Er weiß, wo er hinwill. Er probiert das, was er als Fußballer gelebt hat, in die Mannschaft zu tragen.“

Seit April 2019 wohnt Hoeveler in Drensteinfurt – zusammen mit seiner Freundin und seiner Stieftochter. „Wir hatten schon länger auf dem Immobilienmarkt geguckt und haben hier ein passendes Haus gefunden. Hier fühlen wir uns wohl, und nach Hiltrup, wo viele Kumpels noch sind, ist es ja nicht weit.“ Dort wohnte Hoeveler vorher – 400 Meter entfernt vom Fußballplatz.

In der Jugend lief er immer für den TuS Hiltrup auf. Von dort wechselte er zum SC Münster 08 und dann zum SC Preußen Münster, ehe es zurück nach Hiltrup ging. Sein größter Erfolg ist der Aufstieg in die Westfalenliga in der Saison 2010/2011 – unter anderem mit seinem jetzigen Teamkollegen Christoph Lübke. Insgesamt sieben Jahre war Hoeveler Kapitän des TuS Hiltrup.

„Überragende Truppe“

Die Stewwerter verpflichteten ihn eigentlich als Stand-by-Mann. „Ich habe beim SVD angefangen und Olli gesagt: Ich komme zum Training und gucke mal, ob ich ein, zwei Mal die Saison aushelfen kann“, berichtet Hoeveler, der nach seiner Zeit in Hiltrup eine Pause eingelegt hatte. „Irgendwie fehlte da was, und ich bin auch zu fit, als dass ich sage, ich möchte nur in der Hängematte zu Hause rumliegen. Ich habe zwei, drei Mal mittrainiert und gleich ein bisschen Blut geleckt.“ Nur zwei Wochen nach seinem Umzug nach Drensteinfurt stand er am Ostermontag 2019 im Bezirksliga-Heimspiel gegen den TuS Freckenhorst (2:2) nicht nur im Kader, sondern gleich in der Startelf. „Die Truppe war überragend vom ersten Tag an, sie hat mich super aufgenommen. Ich hatte echt das Gefühl, dass ich schon ewig da bin.“

In der abgelaufenen und abgebrochenen Saison kam Dennis Hoeveler bei 15 von 20 Ligaspielen zum Einsatz und erzielte drei Tore. Dass es mit dem Aufstieg klappte, hat ihn nicht überrascht. „Es gab sicherlich noch ein, zwei Mannschaften, die es verdient hatten, oben mitzuspielen. Aber die Qualität unserer Mannschaft ist echt super. Dass Chrissi Lübke und der eine oder andere nachgekommen sind, hat so ein bisschen den Turbo gezündet.“

Am liebsten im Mittelfeld

Dass der SVD ohne finales Spiel den Aufstieg realisiert hat, sei etwas ärgerlich. „Ich persönlich hätte mir noch mal ein entscheidendes Spiel gewünscht und dass wir uns nach dem Sieg in den Armen liegen, als dass es am grünen Tisch entschieden wird.“ Überzeugt ist der 34-Jährige davon, dass die Drensteinfurter den Sprung in die Landesliga auch regulär realisiert hätten. „Es wäre zwar eine enge Kiste geworden, aber zum Schluss waren wir so gut unterwegs, dass wir es auch so geschafft hätten.“

Am wohlsten fühlt sich der Rechtsfuß im Mittelfeld. „Irgendwo auf den Außen. Links oder rechts ist egal. Da habe ich Platz, da kann ich die Schnelligkeit ausspielen“, sagt Hoeveler. Daran, Verantwortung zu übernehmen, habe er schon immer Spaß gehabt. „Ob man dafür Führungsspieler sein muss, weiß ich nicht. Vom Prinzip her freue ich mich, dass ich gerade den Jüngeren sicherlich noch etwas beibringen kann. Ich übernehme gerne Verantwortung, in welcher Rolle auch immer, das ist mir eigentlich egal. Wenn ich auf dem Platz stehe, dann will ich gewinnen, dann trete ich fürs Team auf und versuche, den einen oder anderen mitzureißen.“

An eine Begegnung in der Saison 2019/20 erinnert sich Hoeveler besonders gerne – und die hatte nichts mit der Meisterschaft zu tun. „Für mich war das Spiel im Pokal gegen meine alten Jungs das Highlight-Spiel, weil ich so viele Jahr beim TuS gespielt habe und auch noch so viele Leute aus der Mannschaft kenne“, sagt der Drensteinfurter. „Man hat es uns angesehen, wir haben gebrannt. Gerade die, die mal beim TuS gespielt haben, wollten es noch einmal beweisen. Und es hat ja auch zum Glück gut geklappt.“ Der SVD siegte im Achtelfinale 2:1 und warf den Westfalenligisten aus dem Wettbewerb.

Laufbahn-Ende wohl beim SVD

Auch in der nächsten Saison wird Hoeveler das Trikot der ersten Mannschaft tragen. Er sagt zwar: „Ich muss gucken, wie ich das zeitlich hinkriege“, ist aber optimistisch: „Der Spagat zwischen Beruf, Familie und Fußball hat bislang immer gut geklappt. Ich habe noch Bock, ich bin noch fit. Solange ich die Jungs unterstütze auf dem Platz und keine Bremse bin, mache ich gerne weiter.“ Ganz aufzuhören werde schwierig. Wie viele Jahre er noch dranhängt? „Solange die Knochen halten, kann ich mir gut vorstellen, noch drei, vier Jahre in der ersten Mannschaft zu kicken.“ Ein Ende seiner Senioren-Laufbahn beim SVD sei wahrscheinlich.

Auch abseits vom Fußball ist Dennis Hoeveler sportlich aktiv. „Wenn ich nicht zwei, drei Mal pro Woche Sport mache, dann merkt meine Freundin, dass ich unruhig werde.“ Wenn es die Zeit hergibt, läuft er regelmäßig, paddelt mit seinem Kajak ein bisschen auf dem Dortmund-Ems-Kanal oder fährt mit Kumpels Mountainbike in der Hohen Ward. „Ich brauche einen Ausgleich zu meinem Job“, sagt er. Und er würde sich nach der bereits zweieinhalbmonatigen Fußball-Zwangspause freuen, „wenn wir irgendwann mal wieder auf den Platz dürfen“.

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