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Das sagen die Trainer zur 2G- und möglichen 2G-plus-Regelung

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Von: Matthias Kleineidam

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Ruht der Ball in Kürze wieder? Diese Frage stellen sich die Amateursportler.	Foto: dpa
Ruht der Ball in Kürze wieder? Diese Frage stellen sich die Amateursportler. Foto: dpa © Tobias Hase/dpa

Im Freizeitbereich – das betrifft auch den Amateursport – greift in NRW die 2G-Regelung. Die Trainer der Seniorenmannschaften sehen darin kein Problem. Sollte es für Geimpfte und Genesene demnächst zusätzlich eine Testpflicht geben, dürfte der Aufwand für Training und Spiele zu groß werden.

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde – Die Sieben-Tage-Inzidenz erreicht täglich neue Höchstwerte, die Maßnahmen werden wieder verschärft. Doch was bedeuten die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz für die Amateursportler. Klar ist: Im Freizeitbereich greift in NRW ab sofort die 2G-Regelung. Die Trainer der heimischen Seniorenmannschaften sehen darin kein Problem. Sollte es für Geimpfte und Genesene demnächst allerdings zusätzlich eine Testpflicht geben (2G plus), dürfte der Aufwand für Training und Spiele zu groß werden.

SV Rinkerode

Die 2G-Regelung findet Sven Kuschel, Trainer des Fußball-A-Kreisligisten SV Rinkerode, in der derzeitigen Lage „vernünftig und auch empfehlenswert“. Personelle Ausfälle drohen nicht. „Soweit ich das weiß, sind bei uns alle geimpft, sodass wir die Bedingungen erfüllen. Es geht ja nicht nur darum, dass man an der frischen Luft Fußball spielt, sondern gemeinsam in einem Auto zu Spielen fährt oder in der Kabine zusammensitzt. Dort kann man den Sicherheitsabstand sicherlich nicht so gut einhalten. Dann ist es gut zu wissen, dass alle geimpft sind.“

Soweit ich weiß, sind bei uns alle geimpft.

Sven Kuschel

Sollte die Hospitalisierungsrate – sie lag am Dienstag in NRW bei 4,22 – den Wert 6,0 überschreiten, könnte sogar die 2G-plus-Regelung in Kraft treten. Dann bräuchten die Fußballer zusätzlich einen Testnachweis. „Die Regelung finde ich schon ein bisschen komplizierter, weil es derzeit flächendeckend keine Testzentren gibt“, sagt Kuschel. Er fragt sich, wie das Ganze ablaufen würde: „Kümmert sich der Verein um die Schnelltests? Wer kontrolliert die Nachweise?“ Das seien Frage, die geklärt werden müssten. „Ob sich das für wenige Spiele lohnt oder ob man sie nach hinten schiebt, müsste man sehen“, sagt Kuschel.

Der SVR-Coach geht davon aus, dass das Derby gegen Davaria Davensberg am Sonntag (28. November, 15 Uhr) noch ganz normal stattfindet. Die für Dezember geplanten Duelle mit Ottmarsbocholt und der Warendorfer SU könnten auch nach der Winterpause, die erst im März endet, dazwischengeschoben werden.

SV Drensteinfurt

Auch Bezirksligist SV Drensteinfurt ist vor Weihnachten eigentlich noch dreimal im Einsatz. Am Sonntag (28. November, 14.30 Uhr) geht‘s zur Hammer SpVg II, am 10. Dezember kommt der SVE Heessen, und am 19. Dezember folgt die Partie beim SV Neubeckum. Sollten die Spiele unter 2G-Bedingungen stattfinden können, sieht Volker Rüsing kein Problem. „Das geht noch. Ich glaube, dass wir alle doppelt geimpft sind, das Trainerteam auf jeden Fall“, sagt der Coach. „2G dürfte uns nicht wirklich belasten.“

Die 2G-Regelung dürfte uns nicht wirklich belasten.

Volker Rüsing

Trotzdem ist Rüsing gespannt, ob es nach der Begegnung mit der HSV-Reserve angesichts der steigenden Corona-Zahlen überhaupt noch weitergeht. „Ich gehe davon aus, dass wir in zwei Wochen so weit sind, dass wir nicht mehr spielen können.“ Die Infizierten würden ja in absehbarer Zeit nicht weniger werden, sondern mehr.

Sollte ab einer gewissen Hospitalisierungsrate auch für den Amateursport an der frischen Luft 2G plus eingeführt werden, wäre es aus Sicht von Rüsing ein „zu großer logistischer Aufwand – sich immer wieder testen zu lassen vorm Spiel, vorm Training. Das halte ich für schwierig umsetzbar. Dann kann man das Ganze lieber absagen, eine Pause einlegen und abwarten bis zum Frühjahr, ob die Situation dann wieder besser ist.“ Die Spiele könnte man im März und April „unter der Woche einbauen, dann wird man die Saison auch beenden können. Sonst wertet man nur die Hinrunde, dann sind 50 Prozent gespielt“, sagt Rüsing.

Fortuna Walstedde

Oliver Koch ist optimistisch, dass das letzte Spiel von Fortunas Kreisliga-A-Fußballern vor der Winterpause bei Germania Stromberg am Sonntag (28. November, 14.30 Uhr) stattfinden kann. Zumindest tragen die Walstedder ihren Teil dazu bei. „Die Trainer sind alle vollständig geimpft, 90 Prozent der Mannschaft ebenfalls. Demnach stelle die 2G-Regelung „für uns nicht das große Problem dar“, sagt der Coach. Für den Verein sei die Regel mit „erheblichem Mehraufwand“ verbunden, meint Koch. „Jedes Spiel mit Einlasskontrolle – das ist ein bisschen kompliziert.“

Die Jungs müssten sich viermal pro Woche testen lassen.

Oliver Koch

Bei 2G plus müsste gewährleistet sein, dass es in dem Ort oder angrenzend die Möglichkeit gibt, sich auch samstags testen zu lassen. „Nach meinem Kenntnisstand sind die Nachweise nur 24 Stunden gültig. Das heißt im Umkehrschluss: Die Jungs müssten sich viermal pro Woche testen lassen fürs Training und fürs Spiel. Es wäre durchführbar, aber nur mit einem extremen Mehraufwand.“

HSG Ascheberg/Drensteinfurt

Die Bezirksliga-Handballer der HSG Ascheberg/Drensteinfurt haben noch drei Partien vor Weihnachten zu absolvieren – alle im Dezember. Mit der 2G-Regelung kann Heinz Huhnhold gut leben. „Das wird sich bei uns relativieren. Wir spielen ja nicht zwei, drei Klassen höher, wo es deutlich mehr Zuschauer gibt als in der Kreis- oder Bezirksliga“, sagt der HSG-Trainer. „Wenn zwei, drei Leute nicht in die Halle dürfen, weil sie nicht geimpft oder genesen sind, wird das den Kohl auch nicht fett machen.“

2G ist okay, aber 2G plus finde ich übertrieben.

Heinz Huhnhold

Was den Kader betrifft, muss sich Huhnhold keine Gedanken machen. „Meines Wissens sind alle geimpft, die A-Jugendlichen auch“, sagt der Hammer. „2G ist okay, aber 2G plus finde ich übertrieben.“

Huhnhold ist gespannt, wie es weitergeht. „Mal schauen, ob wir überhaupt noch weiterspielen“, sagt er. Im vergangenen Jahr wurde das letzte Spiel Mitte Oktober ausgetragen, ehe die Saison annulliert wurde. Diesmal sieht es anders aus. Die Hinserie in der kleinen Staffel ist bereits beendet. „Wir haben 50 Prozent gespielt“, sagt Huhnhold. Und: „Im Januar ist etwas Luft im Spielplan, da könnten wir die Spiele nachholen.“

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