Handball

Warten nimmt kein Ende: HSG-Frauen seit 34 Wochen ohne Einsatz 

Seit dem 8. März – damals setzte es ein 13:30 gegen die Warendorfer SU – haben Sophia Bultmann (rechts) und Co. nicht mehr gespielt.
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Seit dem 8. März – damals setzte es ein 13:30 gegen die Warendorfer SU – haben Sophia Bultmann (rechts) und Co. nicht mehr gespielt.

Seit Anfang März haben die Handballerinnen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt nicht mehr gespielt. Und das bleibt vorerst auch so. Das Team hat sich entschieden, bis zum Ende des Jahres zu pausieren. Die Männer haben in dieser Saison schon zwei Meisterschaftsspiele bestritten, gehen aber davon aus, dass bis zum Jahreswechsel keins folgen wird.

Drensteinfurt – Das lange Warten nimmt kein Ende. Seit dem 8. März haben die Handballerinnen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt nicht mehr gespielt. Und wegen der Corona-Einschränkungen für Amateursportler wird das vorerst auch so bleiben. Die Männer haben schon zwei Meisterschaftsspiele bestritten, gehen aber davon aus, dass bis zum Jahreswechsel keins mehr folgen wird.

Druck hat der Handballkreis Münsterland allerdings nicht. Die Verantwortlichen um den 1. Vorsitzenden Daniel Hooge aus Lienen-Kattenvenne hatten die 24 Kreisliga-Männermannschaften in weiser Voraussicht auf drei Staffeln aufgeteilt, sodass jedes Team nur 14 Saisonspiele zu absolvieren hat. Zum Vergleich: In der letzten Saison, die regulär beendet wurde (2018/19), waren es 26 Partien gewesen.

Zwei Spiele fallen vorerst aus

Die erste Mannschaft der HSG hat in der Kreisliga 3 immerhin schon zwei Partien hinter sich gebracht. Dem 28:28-Unentschieden bei Sparta Münster II folgte ein 33:18-Kantersieg gegen die Warendorfer SU II. Der ist allerdings auch schon drei Wochen alt. Für die Truppe von Trainer Heinz Huhnhold ist die Zwangspause nicht ganz so ärgerlich. Schließlich fallen nur zwei Spiele (siehe Infokasten unten) aus. Am vergangenen Wochenende und am 21./22. November wäre wegen Allerheiligen und Totensonntag ohnehin spielfrei gewesen. Auch am letzten Wochenende im November hätten in der Staffel keine Partien stattgefunden.

Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr nicht mehr spielen werden.

Heinz Huhnhold

Stand jetzt steht für die HSG-Handballer am Samstag, 5. Dezember, nach dann achtwöchiger Pause das Heimspiel gegen den SV Adler Münster II an. Allerdings ist sich Huhnhold recht sicher, dass auch diese Partie und die eine Woche später bei Eintracht Hiltrup II ausfallen werden. „Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr nicht mehr spielen werden“, sagt der Coach. Denn nach viereinhalbwöchiger Trainingspause Anfang Dezember einen Kaltstart hinzulegen, sei schwierig.

Bis Freitag einschließlich haben die Männer der Spielgemeinschaft noch regelmäßig trainiert. Eine normale Einheit war die vorerst letzte aber nicht. „Ich weiß nicht, worauf ich die Jungs vorbereiten soll“, sagt Huhnhold angesichts der vielen Ungewissheiten. Auch wenn die Hallen geschlossen sind – regelmäßig was tun sollen die Spieler natürlich, um konditionell nicht zu sehr abzubauen. „Sie werden sich fit halten, das weiß ich. Da mache ich mir keine Gedanken“, sagt Huhnhold. Auch sonst bleibt er gelassen: „Die Situation ist nun mal so und wir können sie nicht ändern.“

Vollstes Verständnis

Bitter ist die Unterbrechung vor allem für die Handballerinnen der HSG Ascheberg/Drensteinfurt. Sie haben als einzige der 17 Kreisliga-Mannschaften, die auf zwei Staffeln aufgeteilt sind, noch nicht ein Saisonspiel absolviert. Letztmals im Einsatz waren die Frauen am 8. März gegen die Warendorfer SU (13:30), damals war Huhnhold noch der Trainer. Für das Duell mit der DJK SV Mauritz, das Anfang Oktober wegen eines Corona-Verdachtsfalls ausgefallen war, gibt es noch keinen neuen Termin. Danach hatte die HSG spielfrei – auch wegen der Herbstferien.

„Im Moment ist es schwierig“, sagt Jochen Bülte. Er hat seit dem Sommer wieder das Sagen als Coach der Spielgemeinschaft. Bülte zeigt vollstes Verständnis für die Maßnahmen: „Ich bin ein absoluter Feind davon, etwas über den Zaun zu brechen und Gesundheiten zu gefährden.“

Wir haben uns dazu entschlossen, bis zum 31. Dezember zu pausieren.

Jochen Bülte

Gemeinsam hat das Team entschieden, noch länger als von Bund und Ländern vorgegeben auszusetzen. „Wir haben mit der Mannschaft zusammengesessen. Die, die nicht da waren, habe ich angerufen, weil ich eine breite Meinung haben wollte. Für die Mädels ist es ja noch eine Spur heikler als für mich. Darum ist es mir wichtig, was die Mannschaft sagt“, berichtet Bülte. „Wir haben uns dazu entschlossen, bis zum 31. Dezember zu pausieren, weil es nichts bringt, in eine Halle zu fahren, 14, 15 Leute zu treffen und ohne Mundschutz zu spielen. Das macht keinen Sinn.“

In der Kreisliga 2 (Achter-Staffel) fallen im November drei HSG-Spiele aus, im Dezember das Heimspiel gegen Hohne/Lengerich und das Derby bei der SG Sendenhorst. „Ich denke, dass die Spiele nachgeholt werden. Und selbst wenn es nicht so sein wird, dann ist es so. Es gibt Wichtigeres als den Handballsport – auch wenn es schade wäre“, sagt Bülte und vermutet weiterhin: „Ich denke, sie werden die Saison, wenn es möglich ist, bis Ende Juni laufen lassen. Dann hätte man Zeit genug, einiges nachzuholen.“

Nicht wieder bei null anfangen

Auch wenn die Einheiten als Mannschaft im November ausfallen müssen – individuell sollen die Spielerinnen trainieren. „Ich habe ihnen schon mit auf den Weg gegeben, dass sie was machen sollen, damit wir nicht wieder bei null anfangen. Inwieweit das umsetzbar ist und sie das machen, ist eine andere Frage. Aber es ist eine vernünftige Mannschaft – das hat die Entscheidung auch gezeigt“, sagt der HSG-Coach. Bestimmte Übungen hat er seinen Mädels aber nicht an die Hand gegeben. „Das ist schwierig, wenn du keine Halle zur Verfügung hast.“

Abgesetzte Spiele der HSG-Teams

1. Mannschaft der Männer

- 8. November: gegen den SC DJK Everswinkel II

- 15. November: beim SC Münster 08 II

2. Mannschaft der Männer

- 8. November: gegen die DJK Eintracht Coesfeld II (1. Kreisklasse 2)

- 14. November: beim TV Friesen Telgte III

- 28. November: gegen den VfL Sassenberg

Frauenmannschaft

- 8. November: bei der HSG Preußen/Borussia Münster

- 15. November: gegen den TV Friesen Telgte

- 29. November: bei der Warendorfer SU II

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