Interview

„Es gibt nichts Schöneres“: SVD-Kapitän Ziegner heiß aufs Topspiel

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Daniel Ziegner (rechts) ist seit dieser Saison Spielführer des SV Drensteinfurt.

Drensteinfurt – In drei Tagen steigt in der Bezirksliga 7 das Duell zwischen den Fußballern des SV Drensteinfurt und der IG Bönen. Mehr Spitzenspiel geht nicht. SVD-Kapitän Daniel Ziegner stellte sich den Fragen von Matthias Kleineidam.

Die Gastgeber sind mit 46 Punkten aus 22 Partien Tabellenzweiter, der Aufsteiger aus dem Kreis Unna führt das Klassement mit 50 Zählern an und hat sehr gute Chancen auf den Durchmarsch in die Landesliga, weil das Team erst 21 Spiele absolviert hat. Vor dem Gipfeltreffen fragte der WA beim SVD-Kapitän Daniel Ziegner nach, was die Zuschauer am Sonntag (15 Uhr) im Erlfeld erwartet und ob die Drensteinfurter den großen Angriff starten.

Wie heiß seid ihr aufs Gipfeltreffen? 

Im Fußball gibt es nichts Schöneres als ein Spitzenspiel oder ein entscheidendes Spiel um den Klassenerhalt. Ersteres macht natürlich mehr Spaß. Dementsprechend wird die ganze Mannschaft voll motiviert sein und versuchen, Bönen zu schlagen. Ich hoffe, es kommen ein paar Zuschauer wie zu Saisonbeginn beim Schützenfest. Schade, dass das Schützenfest nicht an diesem Wochenende ist (lacht). In der Vorbereitung auf das Spiel werden wir aber nichts anders machen als sonst.

Was für ein Spiel erwartest du gegen Bönen? 

Ich gehe davon aus, dass Bönen das Spiel gewinnen und somit den Aufstieg so gut wie perfekt machen will. Bei einem Sieg wären sie uneinholbar vorne. Ich denke, es wird hin- und hergehen, da beide Teams das Spiel machen wollen und auf Sieg spielen. Wie gegen Cappel (2:2-Unentschieden nach einem 0:2-Rückstand/Anmerkung der Redaktion) wollen wir auf die drei Punkte gehen und spielen nur auf Sieg.

Aktuell liegt der SVD vier Punkte hinter Bönen. Was ist noch möglich?

Bei einem Sieg ist alles noch möglich. Nach 22 Spielen da oben zu stehen, ist eine schöne Sache und macht mehr Spaß als irgendwo im Mittelfeld zu sein. Bei einer Niederlage oder einem Unentschieden ist der Zug im Hinblick auf Platz eins wohl abgefahren, weil Bönen zu stark ist.

Wenn ihr am Sonntag gewinnt, könnt ihr am Donnerstag danach im Nachholspiel beim Zehnten RW Mastholte die Tabellenspitze übernehmen. Hört sich gut an, oder? 

Das ist unser Ziel! Wir haben gegen Bönen noch etwas gutzumachen, da wir im Hinspiel (0:2-Niederlage) eine unserer schlechtesten Leistungen abgeliefert haben. Nun wird sich zeigen, ob es an uns lag oder Bönen einfach zu dominant ist. Mastholte (4:0 im Hinspiel) hatte ich viel weiter oben erwartet. Auch hier brauchen wir eine gute Einstellung und müssen an unser Maximum gehen.

Würde ein Landesliga-Aufstieg des SVD überhaupt Sinn machen? 

Das kann ich nicht beurteilen, ob das für den Verein Sinn machen würde. Was ich sagen kann ist, dass wir mit der Truppe, die wir diese Saison haben und nächste Saison haben werden, auf jeden Fall die Klasse halten könnten. Viele beziehungsweise die meisten haben zwar noch nie Landesliga gespielt, aber die Qualität dazu. Ich denke, dass wäre für alle eine schöne Erfahrung – vor allem für die jungen Spieler aus Stewwert. Von mir aus kann ich sagen, dass ein Aufstieg für einen Spieler das Schönste ist, was man erreichen kann.

Solltet ihr verlieren, könntet ihr euch als Zweiter für eine eventuelle Aufstiegsrunde qualifizieren. Die würde aufgrund des Modus (K.-o.-Runde mit den zwölf Bezirksliga-Vizemeistern) aber eine Verlängerung der Saison bedeuten. Interessant für euch? 

Für mich auf jeden Fall. Ich muss zugeben, dass ich der Erste bin, der sich über spielfreie Zeiten im Winter und Sommer freut. Aber so eine Chance muss man wahrnehmen. Wir können schlecht die ganze Saison sagen, dass wir oben mitspielen wollen, werden dann Zweiter und finden es nicht interessant. An der Hammer SpVg II, die als Vizemeister in der vergangenen Saison noch den Aufstieg geschafft hat, kann man sehen, dass dies möglich ist. Und gegen die haben wir vier Punkte geholt. 2010/2011 bin ich bereits mit Loge und Günni (SVD-Coach Oliver Logermann und Co-Trainer Patrick Günner) aufgestiegen – mit dem TuS Hiltrup in die Westfalenliga. Ich hoffe, wir können so einen Erfolg wiederholen. Ein Balkon zum Feiern wurde uns vor geraumer Zeit bereits angeboten (lacht). Man muss natürlich sagen, dass der Modus mit der K.-o.-Phase im Juni sehr unglücklich ist: drei bis vier weitere Spiele bis zum Aufstieg, Urlauber im Frühsommer kommen erschwerend hinzu. Die Mannschaftsfahrt haben wir allerdings für den Fall der Fälle schon mal auf Ende Juni gelegt.

Zur Person: Daniel Ziegner

Daniel Ziegner wechselte im Sommer 2017 vom Westfalenligisten TuS Hiltrup zum SV Drensteinfurt. In seiner ersten Saison absolvierte der Verteidiger 29 von 30 Bezirksliga-Spielen und erzielte zwei Tore für den SVD. Seit dieser Saison ist der 26-Jährige der Kapitän der ersten Mannschaft. Ziegner, der wie Trainer Oliver Logermann und der Sportliche Leiter Alexander Moos in der Versicherungsbranche tätig ist, war in allen 22 Partien von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz. Drei seiner fünf Treffer erzielte er im Dezember beim 4:0-Auswärtssieg gegen Rot-Weiß Unna.

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