FLVW

Verband will Fußballern keine falschen Hoffnungen machen

FLVW-Vizepräsident Amateurfußball: Manfred Schnieders.
+
FLVW-Vizepräsident Amateurfußball: Manfred Schnieders.

Seit Ende Oktober ruht der Ball in den westfälischen Amateur- und Jugendspielklassen. Nach den jüngst angekündigten Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist sobald nicht damit zu rechnen, dass Fußballmannschaften zurück auf die Plätze dürfen.

Drensteinfurt/Kamen – Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), glaubt nicht daran, dass es nach dem Lockdown (vorerst bis Ende Januar) direkt weitergehen kann. „Ich möchte den Vereinen und Aktiven keine falschen Hoffnungen machen. Deswegen sollten wir nicht damit rechnen, dass schon im Februar wieder trainiert oder gespielt werden kann. Angesichts der Zahlen und Maßnahmen wäre das auch fahrlässig – so leid es mir für die Clubs und die vielen Spielerinnen und Spieler tut“, sagt Schnieders in einem Interview auf der Website des FLVW.

In der aktuellen Situation müsse sich der Amateur- und Jugendfußball auch ein Stück weit hinten anstellen und seinen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten. Schnieders: „Wir bauen keinen Druck auf, sondern befinden uns in regelmäßigen Gesprächen mit der Staatskanzlei.“ Die Zusammenarbeit sei konstruktiv und partnerschaftlich. „Weder Staatskanzlei noch FLVW wollen den Breitensport verhindern. Solange Kinder und Jugendliche aber nicht in die Schule können, brauchen wir auch nicht über die Öffnung der Sportstätten sprechen. Wir müssen uns in Geduld üben.“

Ton an der Basis wird rauer

Die Geduld scheint in Teilen der Basis allerdings am Ende zu sein. So hat Schnieders festgestellt, „dass der Ton bisweilen rauer wird und Forderungen und Kritik vereinzelt lauter werden. Auch in den sozialen Medien.“ Er wünscht sich deshalb die Solidarität und Rücksichtnahme aus dem Frühjahr zurück. Sobald ein Re-Start-Termin absehbar sei, werde der Verband wieder auf die Vereine zugehen und den Austausch per Videokonferenzen intensivieren.

Alle Gremien seien in einem ständigen Austausch und entwickelten Modelle für verschiedene Zeitpunkte der Wiederaufnahme. „Nur weil wir unsere Ideen nicht tagtäglich der Öffentlichkeit zugänglich machen, heißt das nicht, dass wir uns keine Gedanken machen würden – im Gegenteil. Da wir diesen Termin aber nicht selbst in der Hand haben, bin ich kein Freund von Wasserstandsmeldungen, die wenig später keine Gültigkeit mehr hätten“, so Schnieders. 50 Prozent der Spiele einer Staffel seien nach wie vor das Ziel. „Nach Möglichkeit so, dass mindestens jeder Verein einmal gegen jeden gespielt hat.“

Sollte es im März wieder losgehen können, hätten die Spieler rund vier Monate nicht trainiert. Als Vorbereitungszeit hält der FLVW zwei Wochen im Moment für ausreichend. „Das ist sehr wenig, dessen sind wir uns bewusst. Ich gehe aber davon aus, dass die Trainer ihren Spielern zumindest in den überkreislichen Ligen Trainingspläne für ein individuelles Training mitgegeben haben, sodass die persönliche Fitness halbwegs gewährleistet ist“, sagt der FLVW-Vizepräsident. Auch er ist sich bewusst: „Ein Mannschaftstraining kann das sicher nicht ersetzen.“ Die Voraussetzungen seien jedoch für alle Teams gleich.

Vereine werden miteinbezogen

Möglich wäre auch eine stufenweise Rückkehr auf die Sportplätze – so wie im vergangenen Frühjahr: erst kontaktfrei, dann mit Kontakt. Schnieders: „Das würde die Vorbereitungszeit natürlich verlängern.“ Der Verbandsfunktionär verspricht: „Sobald abzusehen ist, wann es losgehen kann, werden wir die Vereine aktiv in die Entscheidungsfindung zur Vorbereitungszeit miteinbeziehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare