Fußball

Logermann: „Gerechte Lösung für alle wird es nicht geben“

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Oliver Logermann ist seit 2017 Chefcoach beim SV Drensteinfurt. Im Dezember verlängerte der Münsteraner, der für eine Versicherung arbeitet, bis 2021.

Drensteinfurt – Die erste Mannschaft der SVD-Fußballer steht in der Bezirksliga 7 auf Platz eins und hat gute Chancen auf den Landesliga-Aufstieg. Doch aktuell ist ungewiss, ob die Saison beendet wird. Dass sie unterbrochen ist, „schmerzt schon sehr“, sagt Trainer Oliver Logermann im WA-Interview.

Passend zum 110-jährigen Bestehen des Sportvereins Drensteinfurt möchte die erste Mannschaft der Fußballer die Meisterschaft in der Bezirksliga 7 und den Aufstieg in die Landesliga feiern. Doch aktuell ist es angesichts der Corona-Krise ungewiss, ob und falls ja wann die Saison beendet wird. Im Interview mit dem WA äußert sich Trainer Oliver Logermann, dessen Team nach einer Fortsetzung des Spielbetriebs mindestens fünf Spiele nachzuholen hätte, über die aktuelle Situation und einen möglichen Saisonabbruch.

Wie sehr schmerzt es, dass der Spielbetrieb bis auf Weiteres unterbrochen ist?

Das schmerzt schon sehr. Wir machen das ja alle grundsätzlich, weil es uns Spaß macht. Und uns hat es zuletzt besonders viel Spaß gemacht, weil wir auf Platz eins stehen. Fußball ist unser Hobby, unsere Leidenschaft. Da fehlt einem schon ordentlich was. Wenn man sonst mal Pause hat, ist es ganz schön. Dann kann man aber natürlich auch ein bisschen was machen. Man kann mehr mit Freunden unternehmen oder in den Urlaub fahren. Aber das fällt momentan ja auch alles flach.

Trainingseinheiten und Spiele fallen aus, was machst du stattdessen?

Ich halte mich natürlich an die Vorgaben und bleibe zu Hause. Mein Highlight des Tages ist es, alleine eine Runde laufen zu gehen. Dann ein bisschen mehr Fernseh gucken und die eine oder andere Fußball-Zeitschrift mehr lesen als sonst. Zum Glück kann ich noch normal arbeiten, das ist schon mal viel wert. Dadurch habe ich einen normalen Tagesablauf. Ich versuche, alles relativ strukturiert zu machen. Ich arbeite bis um 16 Uhr und gehe dann meistens an die frische Luft, bewege mich ein bisschen. Abends geht es auf die Couch und versuche, die Münsteraner Lieferdienste zu unterstützen und hier und da mal was zu bestellen.

Haben die Spieler „Hausaufgaben“ für die außergewöhnliche Situation bekommen, um halbwegs auf der Höhe zu bleiben?

Ich habe ihnen natürlich gesagt, dass sie sich fit halten sollen. Aber einen speziellen Plan oder irgendwas anderes haben sie nicht bekommen. Das sollen sie eigenverantwortlich machen. Ich glaube, den Jungs fällt – gerade wenn das Wetter schön ist – die Decke auf den Kopf, wenn sie den ganzen Tag zu Hause sind. Sie haben selber schon den Antrieb, sich zu bewegen. Wir wissen ja auch noch gar nicht, wann es und ob es überhaupt weitergeht. Deswegen bin ich auch kein Freund davon, irgendwelche Aufgaben zu verteilen.

Wie bleibt die Mannschaft in Kontakt – in erster Linie über WhatsApp oder telefoniert ihr auch ab und zu mal?

Mit dem einen oder anderen schon. Ich bin ja auch mit dem einen oder anderen privat gut befreundet. Ansonsten halten wir uns über die WhatsApp-Gruppe auf dem Laufenden. Soweit ich weiß, sind alle gesund bei uns und im näheren Umfeld. Das ist erst mal das Wichtigste. Fußball ist so was von nebensächlich momentan.

Eine Einschätzung bitte: Wird die Saison fortgesetzt oder abgebrochen?

Ich glaube nicht, dass es überhaupt weitergeht. Falls doch, hoffe ich, dass wir zwei, drei Wochen vorher informiert werden, damit die Jungs dann wieder ein bisschen intensiver trainieren können. Es wäre schlecht, wenn man eine Woche vorher sagt: Pass auf, wir spielen nächste Woche wieder. Aber das wird nicht so sein.

Welche Szenarien, was die Wertung und die Auf- und Abstiegsregelung betrifft, sind bei einem vorzeitigen Ende der Saison denkbar?

Darüber sollen sich – ehrlich gesagt – andere Gedanken machen. Wir müssen es eh so hinnehmen, wie es kommt. Und an großartigen Spekulationen möchte ich mich gar nicht beteiligen. Für uns im Einzelfall wäre es natürlich schade, wenn die Saison annulliert werden würde und Platz eins nichts wert wäre. Aber wie gesagt: Es gibt wichtigere Sachen als Fußball, und wir würden die Entscheidung akzeptieren. Die Leute, die sich dazu was einfallen lassen müssen, schwitzen sowieso schon genug, glaube ich. Ich bin gespannt, was entschieden wird. Eine gerechte Lösung für alle wird es nicht geben. Am liebsten würde ich die Saison natürlich regulär zu Ende spielen und dadurch aufsteigen.

Blicken wir schon mal auf die nächste Saison: Wie viele Zusagen liegen vor? Und wer hört auf?

Wir haben im Winter mit allen gesprochen, mit denen wir weitermachen wollen. Ich habe mir ja auch von den Jungs ein Feedback eingeholt, bevor ich meine Zusage gegeben habe. Da haben alle gesagt, dass sie bleiben werden. Nur Tobias Kofoth (zurück zum TuS Ascheberg/Anmerkung der Redaktion) verlässt uns, dafür kommt Felix Schröter als Torwart zu uns. Bei ein, zwei Spielern haben wir uns vorbehalten, noch ein bisschen abwarten zu wollen. Bis auf diese Fragezeichen steht der Kader für die nächste Saison. Es wird auch kein neuer Spieler dazukommen, das ist der Stand der Dinge.

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