Fußballtraining

Jugendobmänner- und trainer begrüßen Appell der Funktionäre

Mannschaftstraining ist verboten: Der Nachwuchs aus Drensteinfurt, Rinkerode und Walstedde muss zurzeit eine Pause einlegen.	Foto: Kleineidam
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Mannschaftstraining ist verboten: Der Fußballnachwuchs aus Drensteinfurt, Rinkerode und Walstedde muss zurzeit eine Pause einlegen.

Die Präsidenten der Regional- und Landesverbände haben sich dafür ausgesprochen, den Trainingsbetrieb vor allem für Kinder und Jugendliche wieder zuzulassen. WA.de hat sich bei den heimischen Fußballvereinen SV Drensteinfurt, Fortuna Walstedde und SV Rinkerode umgehört, was sie vom Appell halten.

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde – Die Präsidenten der Regional- und Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben sich bei einer Konferenz gemeinsam mit DFB-Präsident Fritz Keller nachdrücklich dafür ausgesprochen, bundesweit den Trainingsbetrieb im Amateursport wieder zuzulassen. Der an die Politik gerichtete Appell bezieht sich in erster Linie auf die Möglichkeit des organisierten Sporttreibens für Kinder und Jugendliche unter freiem Himmel und schließt dabei ausdrücklich nicht nur den Fußball ein. Der WA hat sich bei den heimischen Fußballvereinen SV Drensteinfurt, Fortuna Walstedde und SV Rinkerode umgehört.

Holger Tigges, seit eineinhalb Jahren Trainer beim SV Drensteinfurt und aktuell Coach der U10 II, würde mit dem Training an der frischen Luft direkt wieder starten, wenn er dürfte. „Solange die Schulen und Kindergärten nicht geschlossen werden, sehe ich keinen Sinn darin, im Jugendbereich den Trainingsbetrieb einzustellen“, sagt er und spricht das Hygienekonzept an: „Unter den Bedingungen und Voraussetzungen, wie wir es bislang gemacht haben, sehe ich fast kein Risiko. Das hat mit den Kids in meinen Augen gut funktioniert. Alle haben sich an die Regeln gehalten und waren nachher auch mit Masken auf dem Gelände.“

Dass der Spielbetrieb im November unterbrochen ist, sei verständlich, „damit das Fahren über die Dörfer unterbunden wird“. Auch Training in der Halle würde Tigges definitiv nicht anbieten.

Ich sehe fast kein Risiko.

Holger Tigges

Manfred Drepper, Coach und seit 2014 1. Jugendobmann des SV Drensteinfurt, ist der gleichen Meinung. „Ich glaube, wenn man es vernünftig macht, können sie weiter trainieren. In die Schule gehen sie ja auch“, sagt er. In die Halle würde er – zumindest mit dem jüngsten Nachwuchs – dagegen nicht gehen. Ob die Dreingau-Halle für dieses Jahr überhaupt noch freigegeben wird, sei äußerst fraglich. „Und was ich grundsätzlich verbieten würde, ist das Duschen – auch im älteren Bereich. Ich würde den Schwerpunkt wirklich nur auf Fußball legen. Ab zum Sportplatz, trainieren und danach eine Jacke überziehen und nach Hause“, sagt Drepper.

Für ihn sind auch die Gesundheitsvorsorge und die soziale Bedeutung von Sport wichtig. „Für die Kinder ist es gut, wenn sie mal an die Luft kommen statt nur in der Bude rumzuhängen. Sonst werden sie nämlich auch ruckzuck krank.“ Und für die Psyche sei die Pause sicherlich auch nicht förderlich.

Ich würde den Schwerpunkt nur auf Fußball legen.

Manfred Drepper

Thomas Tiggemann, seit eineinhalb Jahren Coach der C-Jugend (U15) von Fortuna Walstedde, ist auch dafür, den Trainingsbetrieb im Nachwuchsbereich wieder aufzunehmen. Er findet es „ehrlich gesagt ein bisschen übertrieben“, dass keine Einheiten an der frischen Luft stattfinden dürfen. „Ich halte es für vertretbar, draußen zu trainieren. Wir haben bis letzte Woche durchtrainiert und hatten stellenweise Fünfer-Gruppen. Da waren wir zwei, drei Trainer“, erklärt Tiggemann. „Ich glaube, in der Schule und bei privaten Treffen ist es viel gefährlicher als auf dem Sportplatz.“

Auch Tiggemann würde „sofort wieder trainieren, wenn es gehen würde“. Das wäre auch in der kalten Jahreszeit kein Problem, weil den Fortunen ein Kunstrasenplatz zur Verfügung steht. „Man wird nicht mal schmutzig.“

Das Hygienekonzept greift laut Tiggemann, der früher schon mal die A- und B-Jugend coachte, in Walstedde gut. „Dass sie die Maske vor dem Training aufsetzen müssen, wissen die Jungs. Auf dem Platz kann man sie absetzen, hinterher wieder aufsetzen, dann geht man nach Hause, fertig!“

Ich finde es ein bisschen übertrieben.

Thomas Tiggemann

Sinnvoll findet der Trainer, dass aktuell keine Meisterschaftsspiele stattfinden. „Das ist alternativlos. Man muss erst mal gucken, wie es weitergeht.“ Der Anstieg der Neuinfektionen sei schon heftig. Das letzte Spiel der U15 war am 7. Oktober. Zwei Partien sind nach den Herbstferien schon ausgefallen, drei weitere im November abgesetzt. Sollten die verschärften Maßnahmen wirklich am 30. November enden, könnte es sein, dass die C-Junioren vor der Winterpause und Weihnachten noch zwei, drei Partien austragen.

Peter Zillmann ist seit 2015 Jugendobmann des SV Rinkerode und seit dem Sommer auch Trainer der U13-Mädchen. Und die stehen mit fünf Siegen, einem Remis und einer Niederlage an der Tabellenspitze der Kreisliga. Am Mittwoch vergangener Woche holte das Team mit dem 5:0 bei der JSG Herbern/Ascheberg sogar den vierten Sieg in Serie. Durch die beiden Spielabsagen im November ist die Runde für die U13 beendet.

Zillmann freut sich über den Appell der Funktionäre an die Politiker. „Das sehe ich zu 100 Prozent genauso“, sagt er. „Ich bin sehr enttäuscht, welche Entwicklung das Ganze genommen hat, weil die Vereine mit den Hygienekonzepten und was auch immer alles dafür getan haben, dass es läuft.“ Der Trainingsbetrieb hätte draußen „auf jeden Fall weiterlaufen können“, sagt Zillmann. Der SVR würde „sofort“ wieder starten, sollte das möglich sein.

Ich bin sehr enttäuscht.

Peter Zillmann

Bei Kälte und in kleinen Gruppen könnte sich der Obmann auch Einheiten der Jüngsten in der Halle vorstellen. „Ich habe die Teams gebeten, dass sie so lange wie möglich draußen trainieren.“ Verstehen kann Zillmann, dass keine Spiele ausgetragen, weil „fremde Mannschaften dazukommen“.

FLVW unterstützt Anliegen „vollumfänglich“

Holger Bellinghoff, Vizepräsident Jugend im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), sagt: „Wir unterstützen die gemeinsame Bestrebung vollumfänglich. Die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs entspricht vielen Rückmeldungen von Vereinen und Eltern, die sich mit dieser Bitte an uns gewandt haben“. Als vorbildhafte Beispiele sieht die Präsidentenkonferenz die aktuellen Lösungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. In Berlin dürfen bis zu zehn Kinder im Alter bis zwölf Jahren im Freien zusammen trainieren, in Mecklenburg-Vorpommern ist Jugendtraining bis 18 Jahre erlaubt, wenn die Inzidenzwerte nicht zu hoch sind und die Hygieneregeln eingelalten werden.

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