Fußball

SVD-Trainer Logermann will nur eins: halbwegs Normalität

Oliver Logermann (links), Trainer des SV Drensteinfurt, hier im Gespräch mit IG Bönens Coach Ferhat Cerci, musste in letzter Zeit viel telefonieren.
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SVD-Trainer Oliver Logermann (links), hier im Gespräch mit Bönens Coach Ferhat Cerci, musste in letzter Zeit viel telefonieren.

Die vergangenen Tage und Wochen werden Oliver Logermann und die Spieler des Landesligisten SV Drensteinfurt so schnell nicht vergessen – auch wenn sie es gerne würden. Es wurde getestet, aber nicht auf dem Platz, gebangt und viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht. Coronavirus und Quarantäne verdrängten Training und Tore.

„Wir waren das erste Mal direkt betroffen. So macht es keinen Spaß, wenn du siehst, was es für Ausmaße annimmt“, sagt Logermann. Der Trainer gibt zu, dass ihn das Ganze nicht nur Zeit, sondern einige Nerven gekostet hat: „Ich war schon ganz schön genervt.“ Das Telefon habe, nachdem feststand, dass ein Spieler der IG Bönen, des Gegners vom 20. September, positiv getestet worden war, quasi durchgängig geklingelt. Langsam beruhigt sich die Lage. „Ich hoffe, so was kommt bei uns nicht noch ein zweites Mal vor“, sagt Logermann.

Etwas unverständlich ist für ihn, dass die zuständigen Gesundheitsämter des Kreises Warendorf und der Stadt Münster die Sachlage unterschiedlich bewerteten. Die acht Spieler der ersten Mannschaft aus Drensteinfurt und Raphael Northoff aus Ahlen wurden als Kontaktpersonen der Kategorie I (höheres Infektionsrisiko) eingestuft, die Münsteraner als Kontaktpersonen der Kategorie II (geringeres Infektionsrisiko). Die Spieler aus dem Kreis Warendorf mussten sich daher testen lassen – einer ist infiziert, die anderen acht nicht –, die aus Münster nicht. Dabei hatte zum Beispiel der Drensteinfurter Leo Steinert gegen Bönen nur rund 60 Sekunden gespielt, während mehrere Münsteraner von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz standen.

So macht es keinen Spaß.

Oliver Logermann

Nachdem am Samstag klar war, dass es einen Corona-Fall innerhalb der Mannschaft gibt, ließen sich die Münsteraner freiwillig und kostenlos testen. Am Mittwoch gab es gute Nachrichten von der Behörde: Alle zehn Tests sind negativ. „Das ging alles relativ zügig. Ich hoffe, jetzt kommt mal ein bisschen Ruhe in die Geschichte rein“, sagt Logermann.

Denn in letzter Zeit „hatten wir ziemlich viel Pech mit der Mannschaft“. In der Vorbereitung hatte der SVD kurzfristig ein Testspiel gegen GW Gelmer nicht absolvieren können, weil es beim Gegner einen Verdachtsfall gab. Vor zwei Wochen – kurz vor dem Bönen-Spiel – musste sich dann ein Drensteinfurter Spieler, der Kontakt mit einer Corona-Infizierten hatte, testen lassen. Der Befund war negativ.

Ausgefallen sind bereits das Meisterschaftsspiel gegen den BSV Roxel und die Pokalpartie bei der DJK SV Mauritz. Die Begegnung mit dem TuS Haltern II, die für diesen Sonntag geplant war, ist ebenfalls abgesetzt worden, weil der eine Teil der Truppe noch bis einschließlich Sonntag unter Quarantäne steht. Wann die drei Spiele nachgeholt werden, steht noch nicht fest. Staffelleiter Gerhard Rühlow (Steinfurt) hat die anderen beiden Partien, die am vergangenen Wochenende ebenfalls ausfielen (SG Bockum-Hövel gegen VfL Senden und IG Bönen gegen SV Herbern) bereits für Samstag, 31. Oktober, neu angesetzt. Der SVD tritt an dem Tag aber schon zur Erstrunden-Partie im Westfalenpokal beim A-Kreisligisten SV Werl-Aspe in Bad Salzuflen an. „Wir werden im Oktober sicherlich acht Spiele spielen müssen, teilweise unter der Woche und mit einem ziemlich dezimierten Kader“, geht Logermann von einem straffen Programm aus. „Das wird spannend die nächste Zeit.“

Erstes Training nach Zwangspause

Logermann hofft, ab Dienstag (6. Oktober) wieder trainieren zu können, wenn die behördlich angeordnete Quarantäne beendet ist. „Das ist der Plan gerade. Wir müssen gucken, wie es genau weitergeht.“ Schließlich kommt es am 11. Oktober zum Duell mit dem SV Herbern. Den nächsten Gegner wird sich der SVD-Coach voraussichtlich an diesem Sonntag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Roxel anschauen. „Man wird mich wahrscheinlich auf dem Fußballplatz in Herbern sehen“, sagt Logermann, der sich freiwillig in Quarantäne begeben hatte und schon den letzten Sonntag komplett zu Hause verbrachte.

--- Die Landesliga 4 ---

Drei Spieler des SVD werden aufgrund der aktuellen Situation fürs Erste nicht mehr zur Verfügung stehen – aus beruflichen und/oder privaten Gründen. Logermann hat vollstes Verständnis dafür – auch wenn der Kader „natürlich schmaler“ wird. Sportlich müsse man die Erwartungen sowieso herunterschrauben. „Wir haben drei Wochen am Stück nicht trainiert.“

An Punkte im Kampf gegen den Abstieg oder Ähnliches denkt der 35-Jährige aktuell ohnehin nicht. Er wünscht sich vorrangig, dass halbwegs Normalität (beim SVD) einkehrt – wenn das in diesen Zeiten überhaupt geht.

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